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Rund 15 Millionen Euro pro Karte: Pokémon-Sammelkarten bringen richtig viel Geld

Tips LogoVerena Beneder, LL.B., 25.06.2026 22:09

JAPAN/WELT. Der frühere Kartentausch auf Schulhöfen hat sich in den vergangenen Jahren zu einem globalen Hochpreis-Markt entwickelt. Pokémon-Karten und andere Sammelkartenspiele aus Japan werden heute nicht mehr nur gesammelt, sondern gehandelt wie Anlageobjekte.

Symbolbild: kittyfly/stock.adobe.com
Symbolbild: kittyfly/stock.adobe.com

In einzelnen Fällen erreichen sie Preise, die mit Luxusuhren, Schmuck oder Kunstwerken konkurrieren und diese teils sogar übertreffen. Der bisher bekannteste Rekord liegt bei der sogenannten „Pikachu Illustrator“-Karte, die bei Verkäufen oder Auktionen bis zu 16,5 Millionen US-Dollar (rund 15 Millionen Euro) erzielt hat.

Vom Kinderspiel zum Investmentmarkt

Der Wert einzelner Karten hängt heute von Faktoren ab, die stark an den Kunst- oder Antiquitätenmarkt erinnern. Entscheidend sind Seltenheit, Auflage, Nachfrage und vor allem der Zustand. Karten, die in perfektem Zustand von Bewertungsfirmen wie PSA oder Beckett mit der Bestnote zertifiziert werden, können ein Vielfaches desselben Motivs ohne Zertifizierung wert sein. Aus einem einst spielerischen Tauschsystem ist so ein internationaler Markt entstanden, in dem nicht mehr nur Sammler, sondern zunehmend auch Investoren aktiv sind.

Diebstähle und gezielte Angriffe auf Sammlungen

Mit dem steigenden Wert wächst auch das kriminelle Interesse. In mehreren europäischen Ländern, darunter Italien, werden zunehmend Fälle bekannt, in denen gezielt Sammelkarten gestohlen werden. Ein besonders auffälliger Fall ereignete sich in Rom. Dort brachen Täter in eine Wohnung ein, öffneten einen Safe und entnahmen ausschließlich Sammelkarten. Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände blieben unangetastet. Der geschätzte Schaden lag bei rund 200.000 Euro.

Warum Karten für Täter so attraktiv sind

Der Grund für diese Entwicklung liegt in den besonderen Eigenschaften des Marktes. Hochwertige Sammelkarten sind extrem kompakt, leicht zu transportieren und können hohe Werte auf kleinstem Raum bündeln. Gleichzeitig fehlt ihnen oft eine eindeutige Registrierung, wie sie etwa bei Luxusuhren üblich ist. Hinzu kommt, dass der Weiterverkauf vergleichsweise einfach ist. Über Onlineplattformen oder internationale Sammlernetzwerke lassen sich Karten schnell in Bargeld umwandeln, oft ohne klare Rückverfolgbarkeit.

Ein global wachsender Milliardenmarkt

Der Markt für Pokémon-Sammelkarten hat sich längst zu einem Milliardengeschäft entwickelt. Auch andere Serien wie das One Piece Card Game gewinnen stark an Bedeutung und erzielen zunehmend hohe Preise im Sekundärhandel. 


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