Schwere Vergiftung: Kind von Kreuzotter gebissen
DEUTSCHLAND. Ein Kind ist in Bayern von einer Kreuzotter gebissen worden und hat daraufhin schwere Vergiftungserscheinungen entwickelt. Weil dringend ein Antiserum benötigt wurde, flog ein Rettungshubschrauber das Gegengift von München nach Deggendorf.

Für die Ärzte im Donau-Isar Klinikum Deggendorf zählte zuletzt Ende Juni jede Minute: Ein kleines Kind war von einer Kreuzotter gebissen worden und entwickelte schwere Vergiftungserscheinungen.
Um dem jungen Patienten zu helfen, musste ein spezielles Gegengift schnellstmöglich in die Klinik gebracht werden – per Rettungshubschrauber.
Kind in Bayern von Kreuzotter gebissen
Nach dem Schlangenbiss verschlechterte sich der Zustand des Kindes. Es litt unter Kreislaufproblemen, niedrigem Blutdruck und einer starken Schwellung des betroffenen Beins. In solchen Fällen kann ein Antiserum notwendig werden, um die Wirkung des Schlangengifts zu stoppen.
Die benötigte Medizin lag jedoch nicht vor Ort, sondern in München. Deshalb wurde die Crew des Rettungshubschraubers „Christoph 1“ aus Harlaching aktiv: Die Besatzung flog das Antiserum aus der Toxikologie des TUM Klinikums Rechts der Isar nach Deggendorf.
„Da keine Zeit zu verlieren war, wurde das Medikament per Hubschrauber von München nach Deggendorf geflogen“, teilte die ADAC-Luftrettung auf „Instagram“ mit. Der Einsatz sei erfolgreich gewesen – durch den schnellen Transport des Gegengifts habe dem Kind rasch geholfen werden können.
Kreuzotterbisse nur selten Notfälle
Die ADAC-Luftrettung machte den ungewöhnlichen Einsatz über soziale Medien öffentlich. „Solche Einsätze sind in der Luftrettung sehr selten“, hieß es in dem Beitrag.
Auch am Donau-Isar Klinikum sind Kreuzotterbisse nur seltene Notfälle. Nach Angaben einer Kliniksprecherin werden dort etwa ein bis zwei Fälle pro Jahr behandelt. Entscheidend sei zunächst eine medizinische Überwachung sowie eine passende Schmerztherapie. Das berichtet „BR24“.
Schwere Verläufe kommen nicht oft vor
Schwere Verläufe kommen demnach nur selten vor. In einzelnen Fällen kann das Gift der Kreuzotter jedoch zu ernsten Beschwerden führen – darunter Kreislaufprobleme, Atembeschwerden oder Störungen der Blutgerinnung.
Ein Antiserum kommt nicht automatisch nach jedem Kreuzotterbiss zum Einsatz. Grund dafür ist, dass auch die Behandlung selbst Risiken birgt. Unter anderem können allergische Reaktionen auftreten. Deshalb wägen Ärzte genau ab, wann die Gabe notwendig ist.
Wenn ein Gegengift erforderlich ist, zählt allerdings der Zeitpunkt: Je früher das Antiserum verabreicht wird, desto besser kann es wirken.
Im Fall des Kindes aus Deggendorf führte der schnelle Transport dazu, dass die Behandlung rechtzeitig beginnen konnte. Nach Angaben des Klinikums erholte sich der junge Patient rasch. Weitere Details wurden aus Gründen des Datenschutzes nicht veröffentlicht.


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