Italien-Urlauber aufgepasst: Dieser Maut-Brief kommt Jahre später
ITALIEN. Der Italien-Urlaub liegt Jahre zurück und plötzlich landet ein Brief im Postkasten. Immer wieder erhalten österreichische Autofahrer lange nach einer Fahrt durch Italien eine Zahlungsaufforderung wegen einer angeblich offenen Maut.

Besonders tückisch: Viele Betroffene wissen zunächst gar nicht, worum es geht. Die Forderungen stammen oft von italienischen Autobahnbetreibern oder beauftragten Dienstleistern und können auch noch lange nach der eigentlichen Reise verschickt werden.
Offene Maut wird oft erst spät eingefordert
Bei den meisten Fällen geht es nicht um hohe Summen, sondern um kleine offene Beträge. Aus wenigen Euro können durch zusätzliche Bearbeitungs- und Einziehungskosten jedoch höhere Forderungen entstehen.Warum die Forderung erst Jahre später kommtDer Grund für die späte Post: Die italienischen Autobahnbetreiber müssen den Fahrzeughalter erst über das Kennzeichen ermitteln. Dieser Prozess kann längere Zeit dauern. Die Verjährungsfrist für solche Mautforderungen beträgt in Italien bis zu zehn Jahre.
Offener Schranken heißt nicht gleich Gratisfahrt
Viele Autofahrer sind überrascht, wenn die Mautschranke an der Autobahn ohne Zahlung geöffnet ist. Doch das bedeutet nicht automatisch, dass die Zahlung erfolgreich abgeschlossen wurde. In manchen Fällen wird die Durchfahrt ermöglicht, damit es zu keinen langen Staus kommt.
Elektronische Mautsysteme sorgen für Probleme
Besonders häufig entstehen Schwierigkeiten bei modernen „Free Flow“-Mautsystemen. Dort gibt es keine klassischen Mautstellen mehr. Kameras erfassen automatisch das Kennzeichen des Fahrzeugs. Wer nicht registriert ist oder die offene Maut nicht innerhalb der vorgesehenen Frist nachbezahlt, erhält später eine Zahlungsaufforderung. Solche Systeme gibt es unter anderem auf bestimmten Autobahnabschnitten in Norditalien.
Das raten Experten
Wer mit dem Auto nach Italien reist, sollte sich vorab über die Mautregelungen der geplanten Strecke informieren. Zahlungsbelege sollten aufbewahrt werden, damit spätere Forderungen überprüft werden können.Kommt ein Maut-Brief ins Haus, sollte dieser nicht einfach ignoriert werden. Stimmen Kennzeichen, Datum und Ort der Fahrt überein, kann eine Nachzahlung weitere Probleme verhindern.

