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KALKALPEN/DONAU-AUEN. Mit künstlicher Intelligenz und automatischen Audiorekordern setzen die Österreichischen Bundesforste neue Maßstäbe beim Artenschutz. Die moderne Monitoringmethode macht selbst äußerst scheue Vogelarten wie Auerhuhn, Wachtelkönig oder Zwergohreule nachweisbar und liefert wichtige Grundlagen für künftige Schutzmaßnahmen.

Rekorder für akustisches Monitoring im Nationalpark Donau-Auen (Foto: oebf/capreolus)
Rekorder für akustisches Monitoring im Nationalpark Donau-Auen (Foto: oebf/capreolus)

Kleine Audiorekorder zeichnen über Wochen oder sogar Jahre hinweg kurze Tonsequenzen in den Wäldern und Schutzgebieten auf. Die gesammelten Aufnahmen werden anschließend mithilfe künstlicher Intelligenz analysiert. Dabei filtert die Software Vogelstimmen aus den Umgebungsgeräuschen heraus, bevor Experten die Ergebnisse überprüfen und den jeweiligen Arten zuordnen.

Der große Vorteil: Die Tiere werden nicht durch Menschen gestört. Gleichzeitig eignet sich die Methode auch für schwer zugängliche Gebiete und ermöglicht eine standardisierte Erfassung der Artenvielfalt.

Seltene Vogelarten eindeutig nachgewiesen

Im Nationalpark Kalkalpen installierten die Bundesforste gemeinsam mit dem Bundesforschungszentrum für Wald 20 Audiorekorder. Rund 200.000 Minuten Tonmaterial wurden ausgewertet. Dabei konnte das Vorkommen des scheuen Auerhuhns an mehreren Standorten eindeutig bestätigt werden.

Auch im Nationalpark Donau-Auen wird das akustische Monitoring laufend weiterentwickelt. Seit Mai 2024 wurden im Schlosspark Eckartsau bereits die Rufe von mehr als 100 Vogelarten aufgezeichnet. Zudem gelang auf einer Wiesenfläche der Nachweis des stark bedrohten Wachtelkönigs.

Zufallsfund sorgt für besondere Freude

Für besondere Aufmerksamkeit sorgte ein unerwarteter Fund: Während der Auswertungen wurde auch die extrem seltene Zwergohreule registriert. Die Art gilt in Österreich als vom Aussterben bedroht und konnte rein zufällig nachgewiesen werden.

Die gewonnenen Daten dienen nicht nur der Dokumentation der Artenvielfalt. Sie bilden auch die Grundlage für konkrete Schutzmaßnahmen. Dazu zählen etwa ein späterer Mähzeitpunkt auf Brutflächen oder gezielte Besucherlenkungen in sensiblen Lebensräumen.

Künftig soll die akustische Monitoringmethode auch bei weiteren Tiergruppen wie Amphibien oder Fledermäusen eingesetzt werden.


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