Tirol und Bayern kämpfen gemeinsam für drei seltene Alpenbewohner
TIROL/BAYERN. Zitronenzeisig, Waldbirkenmaus und Bayerische Kurzohrmaus sind selten geworden. Ein 820.000-Euro-Projekt soll ihre Lebensräume in den Alpen schützen.

Sie sind klein, selten und auf ganz besondere Lebensräume angewiesen: Zitronenzeisig, Waldbirkenmaus und Bayerische Kurzohrmaus stehen im Mittelpunkt eines neuen grenzüberschreitenden Naturschutzprojekts von Tirol und Bayern. Experten wollen herausfinden, wie es um die Bestände steht und wie ihre Lebensräume langfristig erhalten werden können.
820.000 Euro für den Artenschutz
Das INTERREG-Projekt wurde vom Land Tirol, dem Alpenzoo Innsbruck, dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern sowie der Regierung von Schwaben ins Leben gerufen. Rund 820.000 Euro stehen zur Verfügung, 75 Prozent davon kommen aus EU-Mitteln.
Besonderes Augenmerk gilt dem gefährdeten Zitronenzeisig. Sowohl in Tirol als auch in Bayern gehen seine Bestände zurück. „Warum das so ist, möchten wir im Projekt herausfinden“, erklärt Vogelexperte Florian Lehne vom Land Tirol. Mit den gewonnenen Daten sollen unter anderem nahrungsreiche Offenlandflächen und sogenannte Trittsteinbiotope wiederhergestellt werden.
Auch für die seltene Bayerische Kurzohrmaus und die Waldbirkenmaus sollen konkrete Schutzmaßnahmen entwickelt werden.
Almen werden zum Schlüssel für seltene Arten
Eine wichtige Rolle spielt dabei die traditionelle Berglandwirtschaft. Bewirtschaftete Almen halten Flächen offen und schaffen Übergänge zwischen Wiesen, Weiden und Wald. Genau diese Strukturen benötigen zahlreiche seltene Tiere.
Zunehmende Trockenheit, Verbuschung und veränderte Nutzungsbedingungen setzen diesen Lebensräumen jedoch zu. Gemeinsam mit Grundeigentümern und Bewirtschaftern wollen die Projektpartner deshalb passende Maßnahmen entwickeln.
„Für Tierarten sind Landesgrenzen irrelevant – genau so müssen wir auch beim Schutz der Artenvielfalt im Alpenraum grenzüberschreitend denken, zusammenarbeiten und voneinander lernen“, betont Tirols Naturschutzlandesrat René Zumtobel.








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