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Delhi: Tötung eines Musikers entfacht erneut Debatte über Rassismus gegen Menschen aus Nordostindien

Tips LogoManuel Tonezzer, 10.09.2026 11:17

NEU-DELHI/INDIEN. Der bekannte Gitarrist Chongtham Vikram Singh aus Manipur ist in Neu-Delhi nach einem gewaltsamen Angriff einer Gruppe von Männern gestorben. Sein Tod sorgt erneut für Empörung über die Diskriminierung von Menschen aus den nordöstlichen Bundesstaaten Indiens.

Der 54-jährige Chongtham Vikram Singh geriet vor seinem Wohnhaus mit mehreren Männern aneinander. Die Auseinandersetzung endete mit seinem Tod. Symbolbild: stock.adobe.com/Sumit

Am Sonntagabend (6. September) ist der indische Musiker Chongtham Vikram Singh in Neu-Delhi nach einem gewaltsamen Angriff ums Leben gekommen. Das berichtet die katarische Nachrichtenorganisation „Al Jazeera“.

Der 54-jährige Gitarrist aus dem nordöstlichen Bundesstaat Manipur war vor seinem Wohnhaus mit einer Gruppe von Männern in einen Streit geraten. Nachdem Singh die Männer wegen des Lärms vor seinem Haus zur Rede gestellt hatte, eskalierte die Situation.

Die Männer sollen ihn anschließend bis in das dritte Stockwerk seines Wohnhauses verfolgt und dort brutal angegriffen haben. Singh wurde bewusstlos auf der Treppe aufgefunden und wenig später in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Dort erlag er seinen Verletzungen.

Polizei ermittelt wegen Mordes

Die Polizei nahm inzwischen acht Tatverdächtige fest, darunter einen Minderjährigen. Gegen sie wird wegen Mordes ermittelt. Zu einem möglichen Motiv der Tat machten die Behörden bislang keine Angaben.

Der Tod des Musikers hat in Indien zugleich eine Debatte über den Rassismus und die Diskriminierung von Menschen aus den nordöstlichen Bundesstaaten des Landes ausgelöst.

Besonders Menschen aus Regionen wie Manipur berichten seit Jahren von rassistischen Beleidigungen, Ausgrenzung und Gewalt in anderen Teilen Indiens.

Galt in seiner Heimat als Pionier der Rockmusik

Für viele Menschen in Manipur war Singh weit mehr als nur ein Musiker. Er galt als einer der Pioniere der Rockmusik des Bundesstaates und prägte seit den 1980er-Jahren die dortige Musikszene. Bekannt wurde er unter anderem als Gitarrist der Rockband Eastern Dark.

Vor rund zwei Jahrzehnten zog Singh nach Neu-Delhi, um dort seine Karriere als Musiker weiterzuentwickeln. In der Hauptstadt gab er privaten Musikunterricht und unterstützte junge Musiker beim Einstieg in die Musikszene. In Manipur blieb er auch nach seinem Umzug eine bekannte und geschätzte Persönlichkeit.

Schwere ethnische Konflikte in Manipur

Sein Tod fällt in eine besonders schwierige Zeit für Manipur. Der Bundesstaat wird seit Jahren von schweren ethnischen Konflikten und Gewalt erschüttert. Zehntausende Menschen wurden bereits vertrieben. Der Fall Singh wirft nun erneut die Frage auf, wie sicher Menschen aus dem Nordosten in anderen Teilen Indiens sind.

Die Debatte über die Diskriminierung der nordostindischen Bevölkerung ist nicht neu. Bereits 2014 sorgte der Tod des 19-jährigen Nido Taniam aus Arunachal Pradesh für landesweite Proteste. Taniam war nach rassistischen Beleidigungen wegen seines Aussehens angegriffen worden und später seinen Verletzungen erlegen.

Eine damals eingesetzte Untersuchungskommission stellte fest, dass ein großer Teil der Menschen aus Nordostindien in Delhi bereits Erfahrungen mit rassistischer Diskriminierung gemacht hatte. Unter anderem wurden ein neues Antirassismusgesetz und schnellere Verfahren bei entsprechenden Straftaten empfohlen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen wurden jedoch nicht umgesetzt.

 


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