Bis zu 1.000 Euro Strafe: Eltern müssen Italienisch lernen
ITALIEN. In Italien können Eltern künftig mit bis zu 1000 Euro bestraft werden, wenn sie sich weigern, einen Italienischkurs zu besuchen.

Die neue Regelung ist Teil des am Donnerstag beschlossenen Programms der italienischen Regierung.
Erst Sprachkurs, dann Strafe
Betroffen sind Eltern, deren mangelnde Italienischkenntnisse die Zusammenarbeit mit der Schule erschweren. In solchen Fällen kann die Schule die Sozialdienste einschalten. Diese können die Eltern anschließend zu einem kostenlosen Italienischkurs schicken. Ziel ist, dass die Eltern zumindest grundlegende Italienischkenntnisse auf dem Niveau A2 erwerben. Wer trotz Aufforderung nicht am Kurs teilnimmt, muss mit einer Geldstrafe zwischen 200 und 1000 Euro rechnen. Eine Strafe gibt es allerdings nicht sofort. Die Betroffenen müssen zunächst aufgefordert werden, den Kurs zu besuchen. Außerdem sind bestimmte Ausnahmen vorgesehen.
Kinder werden nicht weggenommen
Für Aufregung hatte zuvor ein anderer Entwurf gesorgt. Darin war vorgesehen, dass Kinder unter bestimmten Umständen außerhalb der Familie untergebracht werden könnten, wenn ihre Eltern nicht Italienisch lernen und nicht ausreichend mit der Schule zusammenarbeiten. Diese Regelung wurde in der endgültigen Fassung nicht übernommen. Stattdessen setzt die Regierung auf Sprachkurse, Unterstützung durch die Sozialdienste und Geldstrafen.
Auch Burqa und Niqab betroffen
Die neue Regelung sieht außerdem vor, dass das Gesicht bei schulischen Aktivitäten nicht so bedeckt werden darf, dass eine Identifizierung unmöglich ist. Damit sind auch Burqa und Niqab betroffen. Ausnahmen gelten etwa aus nachgewiesenen gesundheitlichen Gründen oder wenn eine Gesichtsbedeckung für eine schulische Tätigkeit notwendig ist. Bei Verstößen durch Minderjährige können die Eltern ebenfalls mit 200 bis 1000 Euro bestraft werden.








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