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Keine Banküberfälle, dafür mehr Kellereinbrüche in Oberösterreich im Jahr 2025

Tips LogoKarin Seyringer, 31.03.2026 19:15

OÖ/LINZ. Oberösterreich verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 66.784 angezeigte Delikte - ein Rückgang von 1,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2024. Die Aufklärungsquote ist mit 60,7 Prozent weiter auf einem hohen Niveau, zeigt sich Gottfried Mitterlehner, Leiter des Landeskriminalamts OÖ, sehr zufrieden. Besonders deutlich war 2025 der Anstieg bei Einbrüchen in Kellerabteilen, dafür gab es 2025 in OÖ keinen einzigen klassischen Banküberfall.

Die Aufklärungsquote lag 2025 in Oberösterreich bei 60,70 Prozent. (Foto: VOLKER WEIHBOLD)
  1 / 2   Die Aufklärungsquote lag 2025 in Oberösterreich bei 60,70 Prozent. (Foto: VOLKER WEIHBOLD)

Es sei eine sehr zufriedenstellende Statistik, freut sich der Leiter des Landeskriminalamts Gottfried Mitterlehner bei der Präsentation der Statistik am Dienstag. „Ich danke allen Polizistinnen und Polizisten im Bundesland für die geleistete Arbeit“.

Die Aufklärungsquote ist auf sehr hohem Niveau und ist in etwa gleich wie in den vergangenen Jahren geblieben. 66.784 Straftaten wurden 2025 angezeigt (2024: 67.733), 40.571 geklärt (2024: 41.307). Die Aufklärungsquote liegt damit bei 60,7 Prozent. Im Vergleich mit den anderen großen Bundesländern liegt Oberösterreich damit an erster Stelle, so Mitterlehner.

Weniger Kfz-Diebstähle, kein Banküberfall in OÖ 2025

Besonders positiv hebt er einen Tiefstand bei Kfz-Diebstählen, ein leichtes Minus bei der Gewaltkriminalität und eine Stagnation bei Einbrüchen hervor. Zudem hat es in Oberösterreich 2025 keinen einzigen klassischen Banküberfall gegeben. „Es ist beobachtbar in den letzten Jahren, dass sich das in andere Bereiche verlagert.“

Künftig verstärkte Aufmerksamkeit müsse auf Anlagenbetrug mit hohen Schadenssummen – hier spielen auch Schockanrufe eine Rolle –, Cybercrime, auf „klassische Phänomene“ wie Kellereinbrüche, auf „Einzelphänomene“ wie Bankomatsprengungen und auch auf die Suchtmittelkriminalität gelegt werden, fasst Mitterlehner zusammen.

Fremde Tatverdächtige: Rumänien an erster Stelle

Einen neuen Höchstwert gab es bei den fremden Tatverdächtigen mit einem Anteil von 42,9 Prozent (2024: 41,6 Prozent). Die Nationalitäten in den vorderen Rängen sind ähnlich wie in den letzten Jahren: Rumänien (3.392), Deutschland (1.952), Türkei (1.446), Ungarn (1.405), Syrien (1.106), Afghanistan (1.011) liegen an den ersten sechs Positionen.

Gewaltdelikte: Aufklärungsquote bei 89 Prozent

Eine besonders hohe Aufklärungsquote gibt es im Bereich der Gewaltkriminalität: 10.345 Fälle wurden 2025 angezeigt (nach 10.531 im Jahr 2024), 89 Prozent davon wurden aufgeklärt. „Der Großteil der Fälle sind strafbare Handlungen, bei denen sich Opfer und Täter kennen“, erläutert Mitterlehner.

Besonderes Thema ist immer auch Gewalt in der Privatsphäre: 2.460 Fälle entfielen darauf, ein Rückgang um 9,4 Prozent. „Ich glaube, dass die Anstrengungen mit dem Gewaltschutzgesetz und die Präventionsarbeit hier einen Beitrag leisten.“

Bei der Gewaltkriminalität war die Stichwaffe das am häufigsten verwendete Tatmittel (265). Sieben vollendete Morde wurden 2025 in OÖ verzeichnet (vier männliche Opfer, drei weibliche Opfer).

Rückgänge bei Sexual- und Raubdelikten

Einen Rückgang gab es auch bei den Vergewaltigungsanzeigen (156, minus 7,7 Prozent).Ebenso gab es ein Minus (1,8 Prozent) bei den Raubdelikten. „Der Großteil mit mehr als der Hälfte der Raubdelikte ereignete sich im öffentlichen Bereich, an öffentlichen Orten, Straßen und Parkplätzen.“

Minus sechs Prozent beträgt der Rückgang bei Gewalt gegen Beamte (235 Delikte).

Deutlicher Anstieg bei Einbrüchen in Kellerabteile

Im Bereich der Eigentumskriminalität wurde ein leichter Rückgang um 0,2 Prozent auf 19.071 Anzeigen verzeichnet.

Auffällig ist ein deutlicher Anstieg bei Einbruchsdiebstählen in Kellerabteile, die mit 845 Fällen einen Zuwachs von gleich 82,6 Prozent verzeichneten. „Besonders im Zentralraum stehen wir hier vor Herausforderungen, letzten Endes sind es professionelle Tätergruppen, die dafür verantwortlich sein dürften“, so der Leiter des Landeskriminalamts. Diese hätten sich vor allem auf Fahrräder und E-Bikes spezialisiert, die mittlerweile einen hohen Wert haben.

Die Zahl der Kfz-Diebstähle hingegen ging deutlich zurück. Im Jahr 2025 wurden 143 Fälle angezeigt (2024: 221), was einem Minus von 35,3 Prozent entspricht. „Wir arbeiten hier seit Jahren auch ausgezeichnet mit unseren Nachbarländern zusammen“, nennt er Tschechien als Beispiel.

Auch Taschen- und Trickdiebstähle nahmen um 12,5 Prozent auf 704 Fälle ab.

Weniger Anzeigen wegen Drogendelikten

Die Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz sanken deutlich um 12,1 Prozent auf 5.821 Fälle (2024: 6.624). Auch wenn in der aktuellen Statistik ein leichtes Minus verzeichnet wird, auf die Suchtmittelkriminalität müsse auch künftig Augenmerk gelegt werden. „Ich glaube auch, dass laufende Verfahren die Ressourcen gerade anders bündeln“, erklärt er.

Internetkriminalität beschäftigt stark

Die Internetkriminalität nahm im Jahr 2025 erwartungsgemäß leicht zu. Insgesamt wurden 8.480 Delikte angezeigt, ein Plus von einem Prozent.

Besonders stark war der Anstieg im Bereich Cybercrime im engeren Sinne (etwa betrügerischer Datenmissbrauch, Datenbeschädigung), der um 24,5 Prozent auf 2.351 Fälle zunahm. Die Aufklärungsquote lag hier bei 21,5 Prozent.

„Das wird uns auch künftig stark beschäftigen“, ist Mitterlehner überzeugt. Die Schwierigkeit: Die Ermittler sind abhängig von den großen amerikanischen Internetanbietern. „Das ist immer ein bisschen vom Zufall abhängig, ob man etwas von diesen Anbietern bekommt oder nicht. Hier gibt es Verbesserungsbedarf, es ist in erster Linie aber ein europäisches Thema, Spielregeln zu definieren.“

Auch glaubt Mitterlehner, dass beim Thema Cybercrime die Dunkelziffer im Vergleich zu den Anzeigen wesentlich höher ist.

Plus bei Wirtschaftskriminalität

Im Bereich der Wirtschaftskriminalität wurde ein Anstieg um 3,6 Prozent auf 13.208 Fälle verzeichnet. Den größten Anteil machten Betrugsdelikte mit 8.732 Anzeigen aus. Auch der Sozialleistungsbetrug nahm zu und stieg um 15 Prozent auf 497 Fälle.

Mitterlehner verweist hier auch auf Insolvenzfälle, die gewisse Sorgen bereiten. Bei einem Teil davon kommt es zu Anzeigen etwa wegen Insolvenzverschleppung. „Die Schadenssummen sind oft gigantisch, die Aufarbeitung sehr arbeitsintensiv.“

Junge Tatverdächtige: Rückläufig im Vergleich zu 2024

Die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren ist im langfristigen Vergleich gestiegen, zeigt jedoch im Jahresvergleich einen rückläufigen Trend. Im Jahr 2025 wurden 10.704 Tatverdächtige unter 21 Jahren registriert (2024: 11.499). „Jugendkriminalität ist immer ein Thema, aktuell jedoch eher stagnierend“, so Mitterlehner.

  • In der Altersgruppe der unter Zehnjährigen stieg die Zahl auf 116 Tatverdächtige (2024: 88). Hier handle es sich vor allem ein kleine Delikte. 
  • Bei den Zehn- bis unter 14-Jährigen wurde im Vergleich zu 2016 (759) ein deutlicher Anstieg verzeichnet, aktuell jedoch ein leichter Rückgang auf 1.367 Personen.
  • Auch bei den 14- bis unter 18-Jährigen ging die Zahl der Tatverdächtigen auf 5.131 zurück (2024: 5.650).
  • In der Altersgruppe der 18- bis unter 21-Jährigen wurden 4.090 Tatverdächtige registriert, ebenfalls ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr (minus 138).


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