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„Mother Gilgamesh“: Klangwolke 2022 verhandelt die großen Fragen der Menschheit

Tips LogoKarin Seyringer, 02.09.2022 14:49

LINZ. Die Vorbereitungen für die Klangwolke 2022 laufen auf Hochtouren. Am Samstag, 10. September, ist der Donaupark Schauplatz von „Mother Gilgamesh“, eine Geschichte zwischen Himmel und Erde, spektakulär inszeniert. Mehr als 500 Beteiligte arbeiten an der Produktion. Über 100.000 Besucher werden erwartet, der Eintritt ist wie immer frei. Wer nicht nach Linz kommen kann: Es gibt einen Livestream, auch auf tips.at. Am nächsten Tag wartet die Kinderklangwolke.

  1 / 7   Künstlerischer Vorstandsdirektor LIVA und Brucknerhaus-Intendant Dietmar Kerschbaum, Schauspielerin Sunnyi Melles und Regisseur Pierre Audi (v. l.) (Foto: Reinhard Winkler)

Die Linzer Klangwolke – präsentiert von Sparkasse OÖ und Linz AG - widmet sich dieses Jahr dem ältesten Epos der Menschheitsgeschichte. Obwohl die Geschichte von Gilgamesh mehr als 5.000 Jahre alt ist, trifft die Adaption der Klangwolke mit zeitlosen Themen den Nerv der heutigen Zeit.

Umgesetzt wird das Spektakel von einem hochkarätigen Team rund um Pierre Audi. Der renommierte Theaterregisseur – unter anderem Leiter des Armory-Theaters in New York, sprang direkt nach der Generalprobe seiner „Tosca“-Inszenierung in Paris ins Flugzeug, um am Donnerstag im Linzer Brucknerhaus über die diesjährige Klangwolke zu sprechen. Er sei Multitasking gewöhnt, schmunzelt der Regisseur, dessen Familie Wurzeln in Linz hat, wie er erst kürzlich erfahren habe.

Für die Klangwolke begibt er sich in neue Gefilde, so etwas habe er bislang noch nie gemacht. Für ihn ist sie vergleichbar mit Musiktheater, „die Klangwolke muss eine Form von Multimediashow sein“. Und das wird sie auch wieder.

Schlüsselelemente werden aufgegriffen

Inhaltlich greift er Schlüsselelemente der sumerischen Epos „Gilgamesch“ heraus und machen diese spür- und erlebbar. Am 10. September um 20:30 endet die intensive Vorbereitungsphase – und die Show beginnt.

Sunnyi Melles ist die Mutter

Für Audi ist die Rolle der Mutter eine ganz zentrale: „Diese wunderbare Figur ist für mich ein Medium, durch die wir die Geschichte fassen können, durch ihre Emotionen.“ Verkörpert wird die Mutter von Piere Audis Wunschbesetzung für die Rolle: der bekannten Schauspielerin Sunnyi Melles. Sie erzählt die Geschichte ihres Sohnes und seinem unstillbaren Streben nach Unsterblichkeit bis hin zu seinem Tod und reflektiert über den Sinn des Lebens, in kurzen Monologen. Als Mutter zweier Kinder sei für Melles Empathie beim Verkörpern dieser Rolle von besonderer Bedeutung.

Drei große Schiffe im Zentrum

Stunts, Spezialeffekte und ein Lichtschauspiel erwecken die Handlung zu einem lebendigen, modernen Spektakel. Drei große Schiffe bilden die Bühne: Das Templeboat, das gleichzeitig große Videowalls trägt, das Inferno/Forestboat und das Towerboat. „Sie verkörpern drei verschiedene Welten, der Zuschauer kann aber frei assoziieren. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, oder Glaube, Liebe, Hoffnung“ nennt Stagedesigner Urs Schönebaum Beispiele.

Die Naturfreunde OÖ werden als kletternde Statisten dabei sein und Profi-Stuntleute unterstützen. Für atemberaubende Stunts zeigt sich Stuntkoordinator Ran Arthur Braun verantwortlich.

Soundcollage

Die Musik spielt natürlich eine große Rolle bei der Klangwolke. Audi wollte hier unbedingt auch die St. Florianer Sängerknaben mit dabei haben. Die Musik ist dabei „collagenartig“ und besteht aus verschiedensten Stilen und Musik verschiedenster Komponisten aus dem 20. Jahrhundert. Das Sounddesign zu den Texten von Dramaturg Klaus Bertisch stammt aus der Feder von Stefan Gregory, der neben Arrangements bestehender Musik auch Eigenkompositionen beisteuert.

„Kultur für alle“

Für Bürgermeister Klaus Luger hat sich die Klangwolke zu einem Wahrzeichen und dem Höhepunkt der Linzer Kulturszene entwickelt. Die Inszenierung beweise, dass Linz nicht nur Industrie- und Technologiehauptstadt ist, sondern auch kulturelle Höhepunkte zu bieten hat. „Die Linzer und Gäste werden wieder mit den Fragen der Zeit und zeitlosen Fragen konfrontiert“, so Luger, der auf Kultur für alle verweist. „Weder von einem Minderwertigkeitskomplex noch von Größenwahn geplagt“ sei er stolz, „dass wir mit der Klangwolke das europaweit größte, jährlich wiederkehrende kulturelle Open-Air-Event bei freiem Eintritt anbieten.“

Stefanie Christina Huber, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse OÖ: „Für mich sind die Tage vor der Klangwolke immer wie warten aufs Christkind. Jeden Tag verwandelt sich der Donaupark etwas mehr, man weiß: am Ende kommt etwas ganz Besonderes heraus, ein großes Geschenk“, lädt sie alle ein, mit dabei zu sein.

„Es wird spektakulär, mit künstlerischer Qualität und großen Effekten für den künstlerischen Ausdruck“, freut sich Brucknerhaus-Intendant und Künstlerischer Vorstandsdirektor der LIVA, Dietmar Kerschbaum.

Auch im Livestream und TV

Wer nicht live vor Ort im Donaupark mit dabei sein kann, kann die Klangwolke live auf TV1 mitverfolgen, sowie im Stream auf www.klangwolke.at, www.tips.at, www.nachrichten.attv1.nachrichten.at und myfidelio.at; Radio OÖ überträgt die Linzer Klangwolke live im Radio. Eine Aufzeichnung wird auf ORF III zu sehen sein.

Nachklangwolke

Nach der Klangwolke – ab 21.30 Uhr, ist im Donaupark ein Konzert von FRINC zu erleben – auch bekannt als Florian Ritt, Teil der folkshilfe. In seinem Soloprojekt vereint er Pop mit Afrobeat, Reggae und World Music mit deutschen Texten.

Kinderklangwolke „Galerie der Träume“

Am Sonntag, 11. September, eröffnet der Donaupark Tore in fantastische Abenteuerwelten, bei der Kinderklangwolke. „Rüya und die Traumfängerinnen“ entführen dieses Jahr in die musikalische Welt Leonardo da Vincis. Das Projekt des Kinderkulturzentrums Kuddelmuddel bietet jungen Musikbegeisterten viel Platz für eigene Visionen.

Um 14.30 Uhr eröffnet ein Warm-up mit Kreativstationen den Tag, bei dem die Kinder selbst aktiv werden können. Die Reise zur „Galerie der Träume“ bietet um 16 Uhr die Möglichkeit, in musikalische Traumwelten abzutauchen. Eintritt frei. Mehr Infos: kinderklangwolke.online


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