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80 Prozent der Gemeinden nehmen an Kampagne gegen sexuelle Belästigung im Schwimmbad teil

Tips LogoWurzer Katharina, 14.07.2021 12:16

LINZ/PREGARTEN/OÖ. Wie berichtet startete im Juli eine Bewusstseins-Kampagne gegen sexuelle Belästigung in Schwimmbädern. Nun gab Landeshauptmann-Stellvertreterin und Frauen-Landesrätin Christine Haberlander bekannt, dass 80 Prozent der oberösterreichischen Gemeinden mit Freibad zugesagt haben, an der Kampagne mitzumachen. Diese Woche werden die ersten Online-Schulungstermine für Kioskbetreiber durchgeführt.

Das Land Oberösterreich, auf dem Bild Landeshauptmann-Stellvertreterin und Frauen-Landesrätin Christine Haberlander, startete im Juli eine Bewusstseins-Kampagne gegen sexuelle Belästigung in Schwimmbädern. (Foto: Land OÖ/Kerschbaummayr)

Ziel des Projekts „No go - Schau nicht weg bei sexueller Belästigung in Schwimmbädern“ ist es, dass Mädchen und Frauen das Schwimmbad sowie den Badesee als sicheren Ort erleben. Damit sexuelle Belästigung keinen Platz mehr hat, wird mit Sujets, Plakaten und Stickern vor Ort auf das Thema hingewiesen. Die Besucher sollen ermutigt werden, hinzuschauen, einzugreifen oder Hilfe zu holen. Darüber hinaus werden Sensibilisierungs-Schulungen für die Kioskbetreiber durchgeführt. „Wir wollen in den dreistündigen Workshops mit den Teilnehmenden das Thema sexuelle Belästigung gemeinsam erarbeiten und ihnen dadurch Sicherheit im Umgang mit Betroffenen, aber auch mit Täterinnen und Tätern sowie Helfenden vermitteln. Ein wichtiger Teil hierbei wird der Umgang mit den Opfern und auch das Verständnis für die verschiedenen Opferreaktionen sein. Aber auch die Rolle und der Handlungsspielraum der Betreiberinnen und Betreiber wird thematisiert. Ziel ist, in jeder Badeeinrichtung sensibilisierte und informierte Ansprechpersonen für Betroffene und Helfende antreffen zu können“, führt die Geschäftsführerin des autonomen Frauenzentrums Linz Christina Schwaiger-Hengstschläger aus. Daher sollen die in der (Online-)Schulung am Donnerstag, 15. Juli, vermittelten Informationen und Handlungsempfehlungen auch an Kollegen im Freibad oder am Badesee weitergegeben werden.

Anzügliche Bemerkungen, unerwünschte Berührungen

„Aktuelle Vorfälle, wie zuletzt dieser im Linzer Parkbad, wo zwei 13-jährige Mädchen von mehreren jungen Burschen sexuell belästigt worden sind, zeigen leider, wie stark Mädchen und Frauen in Schwimmbädern davon betroffen sind. Wichtig ist, dass Politik, Öffentlichkeit und Gesellschaft, also wir alle gemeinsam, geeint gegen Übergriffe und Gewalt an Frauen und Mädchen auftreten und diese in keinster Art und Weise tolerieren“, sagt Landeshauptmann-Stellvertreterin und Frauen-Landesrätin Christine Haberlander (ÖVP). Sexuelle Belästigung kann etwa anzügliche Bemerkungen, unerwünschte Berührungen oder Fotografieren beim Umziehen beinhalten. Jeder Fall sei laut Haberlander einer zu viel.

„Besuch im Freibad soll in positiver Erinnerung bleiben“

Bisher haben rund 80 Prozent aller oberösterreichischen Gemeinden mit Schwimmbädern zugesagt, bei der Kampagne mitzumachen. Darunter sind unter anderem die Städte Linz, Wels, Steyr, Enns und Traun (Bezirk Linz-Land) sowie kleinere Gemeinden wie Julbach (Bezirk Rohrbach), Aurach am Hongar (Bezirk Vöcklabruck) und Steinbach an der Steyr (Bezirk Kirchdorf an der Krems). Pilotgemeinden sind Oberneukirchen (Bezirk Urfahr-Umgebung), Freistadt, Grieskirchen, Marchtrenk (Bezirk Wels-Land) und Pregarten (Bezirk Freistadt). „Wir wollen Kinder und Jugendliche ebenso wie auch Erwachsene und insbesondere die Eltern für das Thema sexualisierte Gewalt sensibilisieren. Als Gesellschaft tragen wir hier eine Verantwortung. Wir dürfen bei Vorkommnissen nicht wegschauen, sondern müssen unmissverständlich auf jeden Fall reagieren. Ein Besuch im Pregartner Freibad soll für junge Mädchen in positiver Erinnerung bleiben und nicht durch unangenehme Vorkommnisse beeinträchtigt werden“, meint der Bürgermeister der Stadt Pregarten Fritz Robeischl (ÖVP).

Gemeinden und Städte, die an der Kampagne gegen sexuelle Belästigung teilnehmen möchten, können sich noch beim Land Oberösterreich melden. Plakate und Sticker stehen zudem auf der Webseite des Frauenreferats zum Download zur Verfügung. 


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