Wie in Oberösterreich Klimaforschung betrieben wird

Leserartikel Wurzer Katharina, 18.10.2021 10:07 Uhr

LINZ/WELS/OÖ. Umweltgedanken finden sich nicht nur im Alltag vieler Menschen wieder, sondern auch verstärkt in der Wissenschaft. In Oberösterreich forschen beispielsweise die Fachhochschule OÖ, die Johannes Kepler Universität sowie die Kunstuniversität Linz an Wegen, die Welt nachhaltiger zu gestalten. Tips stellt einen Auszug aus ihren Projekten vor.

Aktuell befassen sich 60 Prozent aller Forschungs- und Entwicklungsprojekte der Fachhochschule (FH) OÖ mit Umweltaspekten. Dazu zählen etwa ein umweltfreundliches Lebensmittelsystem, nachhaltige Mobilität und erneuerbare Energien. „So setzen Forscher der FH OÖ gemeinsam mit der Industrie auf erneuerbare Energietechnologien und Energieeffizienz, um so den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren und die im europäischen Green Deal angestrebte Klimaneutralität zu erreichen. Es wurde auch der Grundstein für ein Wasserstoffzentrum in Oberösterreich gelegt. Gestartet wird mit zwei Projekten. Insgesamt haben sich 17 Teilprojekte als 'Hydrogen and Carbon Management Austria' zusammengeschlossen“, führt Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) aus.

Speicher für erneuerbare Energie

Um mehr erneuerbare Energie ins Strommetz zu bekommen, ist auch mehr Speicher nötig. Hier setzt ein Team rund um Peter Zeller (Center of Excellence Energy) an. Das EU-geförderte Forschungsprojekt „CompStor“ am Campus Wels verfolgt das Ziel, Gleichstrom-Batteriesysteme zu entwickeln, die elektrische Energie unter hoher Spannung speichern können. Ein Überblick über dieses und weitere Projekte findet sich auf der Webseite der Fachhochschule OÖ.

Innovative Verpackungen

Erneuerbare Energien vermeiden Co2-Emissionen. Wie diese eingespart werden können, untersuchte beispielsweise ein Forschungsprojekt an der JKU (Institute for Integrated Quality Design). „Cradle to Cradle Innovationsprozesse“ unter der Leitung von Julia Schmitt erforschte, wie Unternehmen der Branchen Reinigungsmittel/Verpackungen, Bekleidung und Druck Materialkreisläufe schließen. Ein konkretes Beispiel sind die Reinigungsmittel von Frosch, die recycelte PET-Verpackungen nutzen. Das Projekt lief fünf Jahre und wurde im Vorjahr abgeschlossen.

Zukunft der Mode

Neue Wege in der Mode will das Projekt „FAR - Fashion and Robotics“ an der Kunstuniversität Linz gehen. Ein Team rund um Christiane Luible-Bär (Fashion & Technology) sowie Johannes Braumann (Creative Robotics) arbeitet, voraussichtlich bis 2023, an nachhaltigem und neuem Design. Hierzu zählen unter anderem Materialien, aber auch Technologien und Fertigkeiten, die möglichst wenig Abfall und CO2-Emissionen verbrauchen. „Bei unserem Studiengang Fashion & Technology ist grundsätzlich das Thema Nachhaltigkeit der zentrale Grund, warum es diese Ausbildung überhaupt gibt. Wir sehen das aktuelle Modesystem kritisch und versuchen Alternativen zu entwickeln, die ökologischer, respektvoller, demokratischer sind“, erzählt Ute Ploier, Studiengangsleiterin von Fashion & Technology.

Fridays For Future

Darüber hinaus lässt sich auch auf einer übergeordneten Ebene Klimaforschung betreiben. Das beweist ein Forschungsprojekt mit Studierenden zur Klimabewegung Fridays For Future im Masterstudium Soziologie an der JKU. Unter der Leitung von Karin Fischer führten die Studierenden Analysen und Erhebungen, etwa zu Online-Protest, Motiven und unterstützenden Unternehmen durch. Die Ergebnisse können online im Forschungsbericht nachgelesen werden.

Umweltgedanke in Studiengängen

Das Umweltbewusstsein schlägt sich zusätzlich zu Forschungsprojekten auch in Studiengängen nieder. Hier sind neben Fashion & Technology Energy Informatics in Hagenberg, Bio- und Umwelttechnik oder Sustainable Energy Systems in Wels (alle drei FH) Beispiele.

Für Klimaforschung in OÖ gibt es unterschiedliche Fördermöglichkeiten. Darunter ist „AI for Green“, das Projekten zugutekommt, die Künstliche Intelligenz zum Beispiel dazu nutzen, österreichische Klimaziele bis spätestens 2040 besser zu erreichen. Ein Überblick findet sich auf der Online-Datenbank 'Grants', die sowohl regionale als auch nationale und internationale Programme enthält.

Von 22. bis 26. November laden die Scientists for Future zur Nachhaltigkeitswoche ein. Das genaue Programm gibt es auf ihrer Webseite.

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