Geplanter Lockdown für Ungeimpfte: Bekanntgabe am Nachmittag
OÖ. Ab Montag soll in Oberösterreich ein Lockdown für Ungeimpfte gelten. Für Freitag um 13.15 Uhr ist die Bekanntgabe der kommenden Maßnahmen angekündigt. Der Handelsverband zeigt sich angesichts der Umsetzbarkeit eines Lockdowns für Ungeimpfte skeptisch. Die Beschäftigten könnten keinesfalls 300.000 Kunden täglich kontrollieren.

„Es soll keinen Lockdown für Geimpfte geben. Alle, die geimpft sind und ihren Beitrag im Kampf gegen Corona geleistet haben, sollen nicht bestraft werden bzw. wäre das auch ein herber Rückschlag für unsere Impfkampagne. Die Situation ist dramatisch, daher lösen wir die fünfte Stufe des Stufenplans des Bundes aus und planen ab Montag einen Lockdown für Ungeimpfte, sofern es rechtlich ein grünes Licht von der Bundesregierung gibt bzw. dieser die Rechtsgrundlage dafür schafft“, bestätigt Landeshauptmann Stelzer Donnerstag den Tips. Am Freitag gibt es dazu noch Gespräche mit Gesundheitsminister Mückstein.
Bekanntgabe um 13.15 Uhr
Für 13.15 Uhr hat OÖ die Bekanntgabe der kommenden Maßnahmen im Landhaus Linz angekündigt, mit dabei sein werden neben Landeshauptmann Stelzer seine Stellvertreterin, Gesundheits-Landesrätin Christine Haberlander, Primar Bernd Lamprecht und Landespolizeidiektor Andreas Pilsl.
Handelsverband skeptisch
Für Ungeimpfte würde ein Lockdown bedeuten, dass sie nur noch in Ausnahmefällen ihren privaten Wohnbereich verlassen dürften, wie auch schon bei vergangenen Lockdowns.
Der Handelsverband zeigt sich skeptisch. Bei einem Drittel weniger Kunden im NonFood-Handel brauche es finanzielle Hilfen. Verständnis zeigt man für die geplante Wiedereinführung der FFP2-Maskenpflicht auch für Mitarbeiter. Keinesfalls könne das Personal aber täglich 300.000 Kunden kontrollieren, so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. „Strengere Covid-Restriktionen sind in Oberösterreich angesichts einer 7-Tage-Inzidenz von 1.193 absolut sinnvoll, jedoch sollten sie auch administrierbar und umsetzbar sein“, so Will. „Wir nehmen den Lockdown für Ungeimpfte in Oberösterreich zwar zur Kenntnis, sagen aber auch ganz klar, dass es keine Eingangskontrollen in den Geschäften geben kann. Wir können keinesfalls 300.000 Kunden pro Tag kontrollieren. Stichprobenkontrollen können daher nur durch die Polizei erfolgen, unsere Beschäftigten sind keine Hilfssheriffs“, so Will.
Hotellerie reagiert positiver
Aus der Hotellerie kommen positivere Signale. „Es ist gut und richtig, dass der Lockdown schnell in Kraft tritt und die Infektionszahlen so rasch wie möglich sinken. Die Politik ist gut beraten, möglichst rasch die Verordnung zu veröffentlichen: Wir brauchen Informationen darüber, was geht und wie und was nicht“, so Sophie Schick, Vizepräsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung und selbst Gastgeberin im Boutiquehotel Hauser in Wels.


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