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SCHWERTBERG/MAUTHAUSEN/WIEN. Ganz Österreich schaute gestern auf die Schwertberger Zeitzeugin Anna Hackl, die beim Fest der Freude am Wiener Heldenplatz vor rund 8000 Menschen eine lange und berührende Rede hielt. Ihr Aufritt wurde im ORF live übertragen.

Anna Hackl erhielt nach ihrer Rede Standing Ovations. (Foto: MKÖ, Elena Azzalini)
  1 / 2   Anna Hackl erhielt nach ihrer Rede Standing Ovations. (Foto: MKÖ, Elena Azzalini)

Unter dem diesjährigen Schwerpunktthema „Zivilcourage“ veranstaltete das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) gestern Abend bereits zum 11. Mal das Fest der Freude am Wiener Heldenplatz. Rund 8000 Besucher feierten gemeinsam den Tag der Befreiung vom Nazi-Terrorregime, der sich am 8. Mai 2023 zum 78. Mal jährte. ORF III übertrug das Fest live.

92-Jährige berichtete von „Mühlviertler Hasenjagd“

Den emotionalen Höhepunkt bildeten die Worte der Schwertberger Zeitzeugin Anna Hackl gegen das Vergessen. Anna Hackls Mutter, Maria Langthaler, hatte im Nationalsozialismus zwei aus dem Konzentrationslager geflüchtete sowjetische Soldaten aufgenommen und bis Kriegsende vor der SS versteckt. Bewegend erzählte die 92-Jährige, der zuvor Bundespräsident Van der Bellen in seiner Ansprache seinen ausdrücklichen Dank ausgesprochen hatte, von den Ereignissen rund um die „Mühlviertler Hasenjagd“.

Standing Ovations für Hackl

Hackls Schlussworte lauteten: „Mein Anliegen ist es, wachsam und vorsichtig zu sein, damit so etwas nie wieder passiert. Wir leben heute wirklich in einem guten und schönen Land. Dass das auch so bleibt, wünsche ich Euch allen von ganzem Herzen.“ Das Publikum, darunter viele Spitzenpolitiker, ehrte die Schwertbergerin mit langem Applaus und stehenden Ovationen. Anna Hackl ist unermüdlich an Schulen unterwegs, um die Geschichte ihrer Familie zu erzählen und die Jugend zu mahnen. Bereits morgen hat sie wieder einen Auftritt, bei dem sie vor Gymnasiasten spricht.

Berührende Lieder und Texte von Konstantin Wecker

Musikalisch wurde die Veranstaltung mit einem Konzert von Konstantin Wecker bereichert. Weckers Lieder und Texte – wunderbar und einfühlsam umrahmt von den Wiener Symphonikern (unter Gast-Dirigent Mark Mast) gingen unter die Haut und rüttelten auf. Durch das Programm führte die Schauspielerin Katharina Stemberger.

Mauthausen Komitee-Vorsitzender Willi Mernyi betonte in seiner Ansprache die Bedeutung des Festes der Freude, gerade in Zeiten der Unruhe: „Zivilcourage ist ein Thema, das uns heute genauso stark begleitet wie damals. Die Zahlen der rechtsextremen Vorfälle und Straftaten steigen jährlich – einerseits im öffentlichen Raum und andererseits vermehrt durch Hasspropaganda im Internet. Darum brauchen wir Menschen, die aufstehen und sich bei den Debatten im öffentlichen Raum beteiligen und Menschen, die sich zu ihren Computern setzen und im Netz gegen Rassismus und Ungerechtigkeit Stellung beziehen.“

Das Fest der Freude ist auf www.festderfreude.at und dem YouTube Kanal des Mauthausen Komitee Österreichs abrufbar. Die Sondersendung, der Festakt und das Konzert sind via ORF III als Video-on-Demand unter http://tvthek.orf.at/ verfügbar.


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