Oö. Jugendschutz-Testkäufe von Alkohol, Tabak und Co zeigen Wirkung
OÖ/LINZ. Für Kinder und Jugendliche wird es in Oberösterreich immer schwieriger, an Alkohol und Tabakprodukte zu kommen. Das zeigt die Bilanz der Testkäufe zur Kontrolle der Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen. Erneut gab es aber auch wieder Abgaben, obwohl vorher der Ausweis kontrolliert wurde.

2013 wurde vom Land OÖ die gesetzliche Grundlage zur flächendeckenden Einführung von Testkäufen geschaffen, seit 2014 führt das Institut Suchtprävention von pro mente OÖ die Testkäufe im Auftrag des Landes durch.
Am Mittwoch wurde von Jugendschutz-Landesrat Martin Winkler (SPÖ) und Dietmar Krennmayr, Projektleiter Testkäufe beim Institut Suchtprävention, die Ergebnisse der Testkäufe im Jahr 2025 präsentiert.
Positiver Trend
Diese bestätigen den positiven Trend der vergangenen Jahre. Zusammengefasst hat sich die Abgabequote in allen Bereichen – Tankstellenshops, Gastro, Tabakfachgeschäften - verbessert. „Die Zahlen zeigen: Für Kinder und Jugendliche wird es in Oberösterreich immer schwieriger, an Alkohol und Tabakprodukte zu gelangen. Die Testkäufe wirken. Sie stärken Prävention, erhöhen die Aufmerksamkeit bei Verkaufsstellen und verbessern die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes“, so Landesrat Winkler. „Unser strukturiertes Testsystem gilt österreichweit als Vorzeigemodell und unterstreicht die Vorreiterrolle Oberösterreichs im Jugendschutz.“
Insgesamt wurden im Jahr 2025 landesweit 1.055 Testkäufe durchgeführt – davon 583 im Lebensmitteleinzelhandel, 139 in Tankstellen-Shops, 125 in Gastronomiebetrieben und 208 in Tabakfachgeschäften.
Bei den Testkäufen versuchten die Testkäufer – Jugendliche zwischen 14 und 15,5 Jahren – gebrannten Alkohol, Zigaretten oder Nikotinbeutel oder eine Kombination von beiden zu kaufen.
Abgabenquote verbessert
In 82,6 Prozent der Fälle (871 der getesteten Betriebe) hielten sich die Betriebe an die gesetzlichen Vorgaben. Die Abgabequote sank auf 17,4 Prozent. Das heißt, in 184 Betrieben wurde verkauft. Das ist ein Rückgang von 2,1 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.
Im Detail ist die Abgabequoten in Tankstellenshops um 9,8 Prozent auf 13,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. In der Gastronomie gab es einen Rückgang um 4,9 Prozent auf 15,2 Prozent. Bei den getesteten Tabakfachgeschäften verbesserte sich die traditionell niedrige Abgabequote um ein Prozent auf 12,5 Prozent.
Abgabe trotz Ausweiskontrolle
Auffallend war auch 2025, dass es zu Abgaben von Alkohol oder Tabakprodukten an Testkäufer kam, obwohl zuvor der Ausweis kontrolliert wurde. Bei 49,5 Prozent aller Abgaben (91 von 184 Käufen) wurde vom Personal der Ausweis kontrolliert und dennoch die gewünschten Artikel verkauft.
„Das heißt, jede zweite Abgabe hätte durch eine korrekte Berechnung des Alters verhindert werden können“, erklärt Projektleiter Dietmar Krenmayr. Er empfiehlt geeignete technische Hilfsmittel, die vor allem in stressigen Situationen Rechenfehler vermeiden lassen könnten – etwa zusätzliche Software in der Kassensoftware oder Handy-Apps. „Diese existieren alle, man müsste sie nur einsetzen.“
„18 + 7“-Regel
Empfohlen wird auch, die „18 + 7“-Regel: Wenn nicht vom Äußeren her ausgeschlossen werden kann, dass Kunden das gesetzliche Mindestalter zum Erwerb von Spirituosen oder Tabakwaren um sieben Jahre überschritten haben, soll immer der Ausweis kontrolliert werden.
Neue Trends werden aufgenommen
Im Rahmen eins Pilotprojekts wurden zudem 41 Testkäufe für CBD-Produkte durchgeführt. Während im Jahr 2024 die Testkäufe von CBD-Produkten durch eine extrem hohe Abgabenquote (50 Prozent) auffielen, verbesserte sie sich 2025 deutlich und sank auf 19,5 Prozent.
Bei den Testkäufen 2026 werden auch E-Zigaretten – Vapes – mitaufgenommen, kündigt Winkler an.
„Für einen starken Jugendschutz in Oberösterreich sind wir auch auf das Mitwirken der Branchen angewiesen. Daher werden wir uns auch nächste Woche mit den wichtigsten Stakeholdern zusammensetzen, um gemeinsam die wesentlichen Erkenntnisse der Testkäufe und mögliche Verbesserungen zu besprechen“, so Winkler.
Grüne fordern Ausweitung auf Online-Handel
Die Oö. Grünen sehen die Testkäufe noch nicht „up to date“ und fordern eine Ausweitung auf den Online-Versandhandel. „Dort sind Vapes zu kaufen ohne jegliche Alterskontrolle. Ich habs ausgetestet. Keine Hürden keine Überprüfungen. Und sie sind auszuweiten auf Automatenshops. Zu erwerben gibt’s dort nicht nur Alkohol, sondern auch Lachgas. Märkte und Tankstellen abzutesten, ist schon lange viele zu wenig“, so Jugendsprecherin Anne-Sophie Bauer.


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