Brunnen, Quellen und Wasserversorger in Oberösterreich zunehmend unter Druck
OÖ. Sinkende Wasserstände, versiegende Brunnen, notwendige Notversorgung: Die Situation angesichts der aktuellen Trockenheit ist in immer mehr Gemeinden in Oberösterreich angespannt.

In mehreren Gemeinden wird das Wasser knapp. Bei der Trinkwasseraufsicht des Landes gehen laut Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) laufend Meldungen über sinkende Wasserstände, versiegende Brunnen und notwendige Notversorgungen ein. Eine nachhaltige Entspannung sei derzeit nicht absehbar.
In Grieskirchen etwa ist der Wasserbedarf wegen der Trockenheit um mehr als 30 Prozent gestiegen. Die Stadt hat daher eine Wassersparverordnung erlassen.
In einer Ortschaft im Bezirk Rohrbach füllen vier schwächer werdende Quellen den Hochbehälter selbst in der Nacht nicht mehr vollständig. Rund 100 Menschen sind betroffen. Sollte es notwendig werden, muss die Feuerwehr Wasser aus Haslach anliefern.
Auch aus den Bezirken Kirchdorf und aus dem Stodertal werden Engpässe gemeldet. Im Stodertal fehlen für 85 Menschen täglich rund 9.000 Liter Wasser. Eine Versorgung mit Tankfahrzeugen wird vorbereitet.
In einer Gemeinde im Bezirk Perg betrifft die Wasserknappheit rund 550 Menschen. Zusätzliche Quellen sollen so rasch wie möglich in das Versorgungsnetz eingebunden werden. Weitere Meldungen kommen aus Wels-Land, dem Innviertel, dem Bezirk Vöcklabruck und dem Salzkammergut.
„Pool befüllen aktuell absolutes No-Go“
„Trinkwasser muss jetzt vor allem zum Trinken, Kochen und für die Körperpflege da sein. Ein grüner Rasen ist zweitrangig. Einen Pool zu befüllen ist aktuell ein absolutes No-Go“, so Landesrat Kaineder.
Nur 29 Prozent der durchschnittlichen Regenmenge im Juli
Im Juli fielen in Oberösterreich laut Land OÖ bisher erst 38 Millimeter Regen. Üblich wären rund 129 Millimeter. Damit wurden nur 29 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge erreicht. Seit Jahresbeginn fielen 381 statt durchschnittlich 624 Millimeter, rund 61 Prozent des langjährigen Werts.
Rund 30 Prozent der Grundwassermessstellen weisen aktuell sehr niedrige und weitere 60 Prozent niedrige Wasserstände auf.
Im südlichen und nördlichen Innviertel wurden stellenweise sogar bisherige Tiefstwerte unterschritten. Rund 60 Prozent der Oberflächengewässer führen weniger Wasser als der jeweilige Niederwasserwert.
Als Ursache nennt das Land für die derzeitige Wassermangel-Situation die geringe Neubildung von Grundwasser in den vergangenen Monaten, nicht eine generelle Übernutzung der Vorräte.
Notfallpläne prüfen
Kaineder fordert Gemeinden und Wasserversorger auf, Notfallpläne zu prüfen und bei Wassermangel wenn mögliche zusätzliche Brunnen, Quellen oder Verbindungen zu benachbarten Versorgern vorzubereiten.
„Eine sichere Wasserversorgung braucht ein zweites Standbein“, betont Kaineder. „Eine sichere Wasserversorgung braucht ein zweites Standbein. Notleitungen, vernetzte Wasserversorger und geschützte Quellen werden immer wichtiger. Sie entscheiden im Ernstfall darüber, ob auch morgen noch sauberes Wasser aus der Leitung kommt.“


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