Ministerin Bauer erwartet baldige Verlängerung des Zivildienstes
Ö/OÖ. Die Bundesregierung hat sich auf eine Reform des Wehrdienstes geeinigt. Auch beim Zivildienst soll es eine Neuregelung geben, mit der Möglichkeit, den Zivildienst freiwillig um zwei Monate zu verlängern. Ministerin Claudia Bauer (ÖVP) erwartet aber bald eine verpflichtende Verlängerung.

Ab 2027 soll der Wehrdienst aus drei Blöcken bestehen: sechs Monate Grundwehrdienst plus Truppenübungen sowie Milizübungen, zusammengenommen drei Monate.
Auch der Zivildienst wird ausgeweitet, von neun auf elf Monate – das aber vorerst freiwillig. Mit Klausel: Unterschreitet die jährliche Zahl der Grundwehrdiener 13.875, wird der Zivildienst ab dem Folgejahr verpflichtend angehoben.
Für den Beschluss der Reform braucht die Regierung eine Zweidrittelmehrheit.
Die für den Zivildienst zuständige Ministerin Claudia Bauer (ÖVP) geht davon aus, dass dies schon bald kommen könnte. Am Mittwoch präsentierte sich gemeinsam mit dem Stellvertretenden Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes Peter Kaiser die aktuellen Zahlen im Zivildienst.
Ab 2040 fehlen ohne Verlängerung jährlich 4.000 Zivildiener
„Wir brauchen einen starken Grundwehrdienst und einen starken Zivildienst. Wenn uns die helfenden Hände in der Pflege, in der Behindertenbetreuung, im Kindergarten und im Rettungsdienst ausgehen, dann haben wir ein riesiges gesellschaftliches zusätzliches Problem. Und sie werden uns ausgehen. Wir wissen ja heute schon, wie viele junge Männer in 18 Jahren zur Stellung kommen, das werden nicht mehr mehr. Wir wissen deshalb auch, dass uns ab 20240 jedes Jahr 4.000 Zivildiener fehlen werden, wenn wir den Zivildienst nicht verlängern“, so die Ministerin.
Aktuelle Bedarfsdeckung bei 87,4 Prozent, OÖ deutlich über Schnitt
Mit Stichtag 1. Juli waren österreichweit 7.935 junge Männer im Dienst, davon wurden 5.244 in der ersten Jahreshälfte 2026 zugewiesen.
Die aktuelle Bedarfsdeckung liegt mit 87,4 Prozent etwas niedriger als im Vorjahr, für das Jahr 2026 insgesamt wird mit einer Bedarfsdeckung ungefähr 89,7 Prozent gerechnet, also dem Niveau des Vorjahres.
Die Zahl der Zivildiensterklärungen steigt weiter: Mit 8.918 sind es aktuell um acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
In Oberösterreich sind aktuell 1.733 Zivildiener im Einsatz. 1.086 junge Männer wurden im ersten Halbjahr 2026 Einrichtungen in Oberösterreich zugewiesen (20,71 Prozent aller Zuweisungen).
Die Bedarfsdeckung liegt in OÖ mit 94,1 Prozent deutlich über dem Bundesschnitt. Die drei größten Einsatzgebiete sind in Oberösterreich das Rettungswesen (360), die Sozial- und Behindertenhilfe (328) und die Altenbetreuung (195).


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