15 Jahre Oö. Zukunftsakademie: "Gestaltungswille braucht die Bereitschaft, den mühsamen Weg zu gehen"
OÖ/LINZ. Leistbare Wohnungen, eine gute Gesundheitsversorgung, bessere öffentliche Verkehrsmittel und zeitgemäße Bildung: Eine Studie der Oö. Zukunftsakademie zeigt, welche Themen Menschen mit Blick auf das Jahr 2040 besonders beschäftigen. Präsentiert wurden die Ergebnisse Mittwochabend anlässlich des 15-jährigen Bestehens der Zukunftsakademie vor zahlreichen Gratulanten im Schlossmuseum Linz.

Rund 300 Wegbegleiter und Partner aller Bereiche feierten das 15-jährige Bestehen der Oö. Zukunftsakademie. Im Mittelpunkt stand dabei weniger der Rückblick als die Frage, wie die Menschen künftig in Oberösterreich leben wollen.
Dafür ließ die Zukunftsakademie vom market Marktforschungsinstitut eine qualitative Studie durchführen. Insgesamt nahmen 56 Personen an sechs Fokusgruppen teil (statistisch nicht repräsentativ). Besonders häufig wurden Gesundheit und Pflege, Wohnen und Leistbarkeit sowie Mobilität genannt. Weitere wichtige Bereiche waren Bildung und Kinderbetreuung sowie Arbeit, Wirtschaft und Verwaltung.
„Zukunft ist nichts Abstraktes“
„Zukunft ist nichts Abstraktes. Es geht darum, wie wir morgen leben, arbeiten, wohnen und miteinander umgehen“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) bei der Feier. „Seit 15 Jahren hilft uns die Zukunftsakademie, Entwicklungen früh zu erkennen und vorauszudenken. Die Studie zeigt: Die Menschen wollen, dass Oberösterreich seine Stärken bewahrt und gleichzeitig offen für Neues bleibt. Denn die richtigen Weichen für 2040 müssen wir heute stellen“, so Stelzer.
Markus Scharner, Leiter der Oö. Zukunftsakademie, betonte zudem, dass es in herausfordernden Zeiten klare, positive Bilder der Zukunft brauche. „Mit der Studie wollten wir bewusst die Menschen selbst zu Wort kommen lassen. Ihre Perspektiven geben uns wertvolle Orientierung für unsere Zukunftsarbeit.“
Keynote von Neurobiologe Hufnagel: „Gestaltungswille braucht Bereitschaft“
Unter dem Titel „Future Brain - Wie unser Gehirn die Herausforderungen der Zukunft meistert“ sprach der renommierte Neurobiologe und Autor Bernd Hufnagl eindrücklich und unterhaltsam über die Voraussetzungen, um vorausschauend in eine gute Zukunft zu blicken und dafür zu arbeiten. Es gehe um das „wollen“ anstatt das „müssen“. „Gestaltungswille braucht die Bereitschaft, den mühsamen Weg zu gehen“, ist er überzeugt. Die Gesellschaft lebe in einer Welt der Ungeduld, der Getriebenheit und des gefühlten Zeitdrucks. Mittlerweile würden 95 Prozent jener, die laut Studie dazu aufgefordert werden, fünf Minuten lang nichts zu tun, an dieser Aufgabe scheitern. „Wir schaffen keine Pause mehr“, appelliert er, einfach mal das Gegenteil von Multitasking zu tun. Denn dann würden die Ideen passieren.
Podiumsdiskussion und Zukunft als „Teamsport“
Am Podium diskutierten Gernot Grömer (Österreichisches Weltraum Forum), Christoph Keplinger vom Max Plank Institut in Stuttgart, Judith Kohlenberger von der Wirtschaftsuni Wien, die Siegerin des 73. Jugend-Redewettbewerbs OÖ Pia Lindler sowie Akademie-Leiter Scharner.
Johann Lefenda, Leiter der Abteilung Trends und Innovation des Landes OÖ, betonte zudem, dass das Zukunftsforum kein Elfenbeinturm, sondern Plattform und Verbinder sei, um die Zukunft gemeinsam zu gestalten. Zukunft sei „Teamsport“, „stellen wir uns vor, Oberösterreich ist nicht nur im Fußball in der Champions League“, zog er einen Vergleich.
Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der Band „Zimt & Zucker“, durch den Abend führte Moderatorin Birgit Brunsteiner.
Die Ergebnisse der Studie werden von der Zukunftsakademie weiter ausgewertet. Sie sollen auch die Grundlage für eine neue Publikation zum „Zukunftsraum Oberösterreich 2040“ bilden.
Mehr Infos zur Oö. Zukunftsakademie gibt's unter www.ooe-zukunftsakademie.at








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