Schachinger Logistik, JKU und TramTrain mit VCÖ-Mobilitätspreis 2026 ausgezeichnet
OÖ/HÖRSCHING/LINZ. Die Preisträger des VCÖ-Mobilitätspreises OÖ 2026 stehen fest. Der Preis geht an Schachinger Logistik in Hörsching, zudem wurden das Mobilitätsmanagement der Johannes Kepler Uni Linz und die Schiene OÖ für den TramTrain als vorbildliche Projekte geehrt.

Der renommierte Preis stand heuer unter dem Motto „nachhaltig.effizient.innovativ“, „alle drei Preisträgerprojekte vereinen dieses Motto, so VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. „Und die Preisträger hatten es nicht leicht: 40 qualitativ hochwertige Projekte aus Oberösterreich wurden eingereicht und von einer Fachjury bewertet. Die Preisträger wurden am Dienstag in Linz von Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ), Gratzer und ÖBB-Regionalmanagerin Eva Hackl ausgezeichnet.
Umstellung auf Elektro-LKW und intelligentes Lade- und Speichersystem
Schachinger Logistik erhielt den Hauptpreis für die schrittweise Umstellung des Fuhrparks auf Elektro-Lkw und den Aufbau eines intelligenten Lade- und Speichersystems. Bereits 30 Elektro-Lkw sind im Einsatz. Sie legten im vergangenen Jahr insgesamt rund 2,5 Millionen Kilometer zurück. Bis 2030 sollen es 100 Elektro-Lkw und 200 Elektro-Transporter sein, bis 2035 soll der komplette Lkw-Fuhrpark umgestellt sein.
Am Standort Hörsching entsteht zudem in Zusammenarbeit mit Powerlink H2 eines der größten Stromspeichersysteme Europas mit einer geplanten Kapazität von 60 Megawattstunden. Überschüssiger Strom aus Photovoltaikanlagen soll tagsüber gespeichert und in der Nacht zum Laden der Lkw verwendet werden.
„Statt teuer importiertes Erdöl wird lokal produzierter Sonnenstrom getankt. Die Wertschöpfung fließt nicht ins Ausland, sondern bleibt in der Region“, spricht VCÖ-Sprecher Christian Gratzer von einem Pionierprojekt.
Schachinger Logistik-Geschäftsführer Ehrenfried Werderits: „Wir wollen vorzeigen, was in der Logistikbranche möglich ist und soviel wie möglich tun. Das gute dabei: Es rechnet sich auch. Mit Powerlink haben wir zudem einen kongenialen Partner bei unserem Speichersystem.“
JKU setzt Anreize für umweltfreundliche Arbeitswege
Als vorbildliches Projekt wurde das Mobilitätsmanagement der JKU Linz ausgezeichnet. Seit März 2024 setzt die Universität verschiedene Maßnahmen um, um Beschäftigte und Studierende zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad, Fußwege oder Fahrgemeinschaften zu bewegen.
Im ersten Schritt wurden die von den Beschäftigten und Studierenden verursachten Emissionen erhoben, es folgte eine App, die Anreize setzt. Auch die Förderung der Autoparkplätze wurde im März 2026 eingestellt. Stattdessen erhält nun jeder Beschäftigte eine Mobilitätsförderung in Höhe von 120 Euro.
Die Maßnahmen zeigten Wirkung: Die Emissionen im Jahr 2024 wurden im Vergleich zu 2023 um 170.000 Kilogramm reduziert, seit Umstellung beim Parkplatz wurden um ein Fünftel weniger Semesterparktickets beantragt.
Die Auszeichnung nahmen JKU-Vizerektor Alexander Freischlager und die Leiterin der Stabsstelle Nachhaltigkeit Maria Buchmayr entgegen. „Wir sehen das als unseren gesellschaftlichen Auftrag, die JKU hat auch das Ziel, bis 2030 klimaneutral zu sein – Mobilität ist hier einer der größten Bereiche“, so Freischlager. Als Tipp für andere rät Buchmayr, zuerst zu erheben, wo man steht, dann gezielt Maßnahmen zu setzen. „Zusätzlich ist es wichtig, die Maßnahmen positiv zu besetzen und zu fördern.“
TramTrain soll ab 2027 fahren
„Innovativ ist nicht nur das System, sondern auch die Beschaffung“, sagt Gratzer zum vorbildhaften ausgezeichneten Projekt TramTrain. Der Zug, der ab 2027 auf der LILO eingesetzt werden und auf der künftigen Regional-Stadtbahn Linz unterwegs sein soll, ist gleichzeitig Straßenbahn und Eisenbahn. Die Fahrzeuge wurde im Rahmen eines internationalen Beschaffungskonsortiums in Auftrag gegeben, was die Kosten reduziert. Das erste von 20 bestellten TramTrain-Fahrzeugen ist bereits in OÖ und wird aktuell im Zuge des Genehmigungsverfahrens getestet.
Die Auszeichnung nahmen Sonja Wiesholzer, die Geschäftsführerin von Schiene OÖ, und Günter Neumann, der Geschäftsführer von Stern & Hafferl, entgegen.
„Das Fahrzeug ist für die Zukunft ausgerichtet, ein Alleskönner, der Straßenbahn und Eisenbahn verbindet“, freut sich Wiesholzer. Neumann zeigt sich optimistisch, dass die TramTrain im zweiten Quartal 2027 nach erfolgreicher Genehmigung die Fahrt antreten kann.
Auch bei Landesrat Steinkellner war die Freude über die Auszeichnung für die TramTrain groß – „bei der Regionalstadtbahn handelt es sich um das größte Infrastrukturprojekt Oberösterreich jemals umgesetzt mit einer 100prozentigen Tochter.“
Inspiration und Vorbilder für andere
„Mobilität muss vor allem funktionieren – für die Menschen ebenso wie für die Wirtschaft“, betont Infrastruktur-Landesrat Steinkellner. Die ausgezeichneten Projekte würden zeigen, wie Innovation, Effizienz und neue technische Lösungen dazu beitragen können, bestehende Verkehrsangebote weiterzuentwickeln und Ressourcen sinnvoll einzusetzen.“
„Es ist jedes Jahr beeindruckend, wie viele Ideen und Inspiration beim VCÖ-Mobilitätspreis zusammengetragen wird – das inspiriert hoffentlich viele weitere, sich auch Gedanken zu machen“, so ÖBB-Regionalmanagerin Eva Hackl.
Der VCÖ-Mobilitätspreis OÖ wird vom VCÖ in Kooperation mit dem Land OÖ und den ÖBB durchgeführt und vom Verkehrsverbund OÖ unterstützt.
Auf seiner Website www.vcoe.at bietet der VCÖ eine kostenlose Projektdatenbank an, in der bereits mehr als 3.000 vorbildliche Mobilitätsprojekte öffentlich zugänglich sind.








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