141 Gemeinden in Oberösterreich setzen auf mehr Lebensraum für Bienen
ÖÖ/BEZIRK. Immer mehr Gemeinden in Oberösterreich schaffen Lebensräume für Wild- und Honigbienen. Mittlerweile beteiligen sich 141 Gemeinden an der Initiative „Bienenfreundliche Gemeinde“.

Mehr als 56 Prozent der oberösterreichischen Bevölkerung leben mittlerweile in einer der 141 Bienenfreundlichen Gemeinden. Fast 700 Tafeln mit der Aufschrift „Hier wächst eine Bienenweide“ weisen im ganzen Land auf naturnah gepflegte Bereiche wie Blumenwiesen, Straßenränder, Staudenbeete, Sandflächen und Totholz hin, die Wildbienen und anderen Insekten Nahrung und Rückzugsorte bieten.
Die Gemeinden werden vom Bodenbündnis Oberösterreich bei der Anlage und Pflege naturnaher Grünflächen unterstützt, wobei die stark nachgefragten Workshops für 2026/27 bereits vollständig ausgebucht sind.
Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) betont die Bedeutung der Initiative: „Mehr als jeder zweiter Oberösterreicher lebt heute in einer Bienenfreundlichen Gemeinde. Das zeigt: Artenvielfalt, Bodenschutz und naturnahe Gestaltung funktioniert dann besonders gut, wenn er nicht verordnet wird, sondern mitten im Ort wächst.“
Gemeinden zeigen, wie Bienenschutz vor Ort funktioniert
Wie unterschiedlich solche Projekte aussehen können, zeigen mehrere Gemeinden: In Holzhausen wurde der Ortsplatz gemeinsam mit Ehrenamtlichen und einer örtlichen Gärtnerei neu bepflanzt.
Schleißheim setzt auf einem Pflanzl- und Kreativmarkt: Hier standen naturnahes Garteln, heimische Wildstauden und praktische Tipps für den eigenen Garten im Mittelpunkt.
In Leonding wiederum wurde das Prinzip des Repaircafés auf Balkon- und Zimmerpflanzen übertragen. Bei einer „Pflanzen-Repair-Ecke“ erhalten Besucher Hilfe bei kranken Pflanzen und Informationen zum naturnahen Bepflanzen des eigenen Gartens.
Norbert Rainer, Geschäftsführer beim Klimabündnis Oberösterreich, sieht darin auch einen Vorteil bei zunehmender Hitze: „Mehr Biodiversität und Vielfalt gegen Monokulturen und Einfalt stärkt die Resilienz unserer Gemeinden und erhöht die Lebensqualität der Bevölkerung bei der nächsten Hitzewelle.“
Bienenfreundlich durch den Herbst
Auch wenn das Bienenjahr für die Imker trotz Trockenheit insgesamt positiv ausfällt, sind gerade im Herbst wichtige Maßnahmen für Wildbienen und andere Insekten möglich. Verblühte Pflanzenstängel, Totholz, Steinhaufen und ungemähte Bereiche sollten daher stehen bleiben. Nisthilfen bleiben ebenfalls draußen, während sich heimische Sträucher, Wildstauden und Wildblumen bereits jetzt für das kommende Frühjahr pflanzen oder aussäen lassen.
Infos: www.bienenfreundlich.at








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