Achtung Wildwechsel: Jetzt ist auf den Straßen besondere Vorsicht gefragt
OÖ. Nach der Ernte von Mais, Rüben und Soja steigt die Gefahr von Wildunfällen. Viele Tiere verlieren innerhalb kurzer Zeit Deckung und Nahrung und suchen neue Rückzugsorte. Dabei überqueren sie häufiger Straßen – oft auch an ungewohnten Stellen und zu unerwarteten Zeiten.

Die Tiere müssen neue Rückzugsorte und Futterplätze suchen. Dabei legen sie weitere Strecken zurück und kommen häufiger in die Nähe von Straßen.
„Erschwerend kommt heuer hinzu, dass die Begrünungen aufgrund der anhaltenden Trockenheit im Wachstum noch etwas hinterherhinken. Dadurch fehlt es vielerorts noch an ausreichend hoher, deckungsgebender Vegetation – das Wild findet also noch weniger Rückzugsmöglichkeiten als sonst zu dieser Jahreszeit und ist dadurch noch öfter auf freien Flächen und in Straßennähe unterwegs“, mahnt Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner zur Vorsicht.
Wildtiere können deshalb auch dort die Straße queren, wo Verkehrsteilnehmer nicht unbedingt mit ihnen rechnen. Zudem sind Begegnungen nicht nur in der Dämmerung möglich.
Besondere Vorsicht bei Rehen
Bei Rehen kommt ein weiterer Faktor hinzu, weiß Wildbiologe Christopher Böck. Bei den Rehen in den Feldern beginnt jetzt die Bildung der sogenannten Wintersprünge. „Die Tiere, die den Sommer über meist einzeln oder in kleinen Familienverbänden unterwegs waren, schließen sich zu größeren Gruppen zusammen. Das bedeutet mehr Bewegung im Revier – und damit auch ein höheres Risiko, dass Wild die Fahrbahn überquert.“
Tipps für Autofahrer
Der Landesjagdverband gibt Tipps, worauf Autofahrer jetzt besonders achten sollten:
Autofahrer sollten derzeit vor allem an Waldrändern, Hecken, Feldrainen und frisch abgeernteten Flächen besonders aufmerksam sein. Wichtig sind eine angepasste Geschwindigkeit, ausreichend Abstand zum Vorderfahrzeug und vorausschauendes Fahren.
Taucht ein Tier am Straßenrand oder auf der Fahrbahn auf, ist außerdem Vorsicht geboten: Oft folgen weitere Tiere.
„Nicht angepasste Geschwindigkeit bleibt die häufigste Ursache für Kollisionen mit Wildtieren“, betont Sieghartsleitner. Mehr Aufmerksamkeit könne in dieser Zeit dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden und Menschen sowie Tiere zu schützen.
Springt Wild auf die Straße:
- Gas wegnehmen
- abblenden
- hupen (mehrmals kurz die Hupe zu betätigen, nicht dauerhupen)
- abbremsen, wenn es die Verkehrssituation zulässt
Damit gibt man den Tieren ausreichend Zeit, um aus dem Gefahrenbereich zu entkommen.
Kommt es trotzdem zu einer Kollision, muss wie bei jedem anderen Unfall reagiert werden: Warnblinker einschalten, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen, gegebenenfalls Verletzte versorgen. Die Polizei muss auf jeden Fall verständigt werden.








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