Kinder- und Jugendanwaltschaft OÖ warnt vor Gewalt gegen Kinder

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Wurzer Katharina Wurzer Katharina, Tips Redaktion, 24.11.2020 19:03 Uhr

OÖ. Am Mittwoch, 25. November, ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Häufig sind bereits Kinder und Jugendliche Opfer häuslicher Gewalt, informiert die Kinder- und Jugendanwaltschaft (KiJA) Oberösterreich. Mädchen sind in höherem Ausmaß betroffen, insbesondere von sexueller Gewalt.

Eine aktuelle österreichweite Jugendstudie (des Instituts für Jugendkulturforschung) hat ergeben, dass Mädchen in höherem Ausmaß als Jungen von Gewalt betroffen sind. Das spiegelt sich auch in der Beratung der Kinder- und Jugendanwaltschaft wider. „Besorgniserregend ist, dass in den vergangenen Jahren deutlich mehr Mädchen und junge Frauen von Gewalterfahrungen berichten. Viele von ihnen sind auch von Cybermobbing betroffen“, führt Kinder- und Jugendanwältin Christine Winkler-Kirchberger aus. Aktuell befürchtet sie aufgrund der Umstellung des Unterrichts auf Lernen Zuhause und der Ausgangsbeschränkungen eine Zunahme häuslicher Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Auch die Möglichkeit, Hilfe und Unterstützung zu bekommen, ist erschwert. Häufig fällt der regelmäßige Kontakt zu wichtigen Bezugspersonen und sozialen Unterstützungssystemen weg.

Gewalt durch engste Bezugspersonen ist besonders traumatisierend

In der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen wurde der Schutz aller Kinder vor Gewalt vor mehr als 30 Jahren festgeschrieben. In Österreich besteht ein gesetzliches Verbot jeglicher Gewalt in der Erziehung. Dennoch ist die Familie für viele Kinder immer noch kein sicherer Ort. Die Bandbreite reicht laut Winkler-Kirchberger von psychischer oder physischer Gewalt über Vernachlässigung bis hin zu sexuellem Missbrauch. Darüber hinaus leiden Kinder mit, wenn sie Gewaltsituationen gegen ihre Mütter miterleben. Gewalt durch die engsten Bezugspersonen, die für den Schutz des Kindes verantwortlich wären, wirkt besonders traumatisierend.

Bewusstseinsbildung nach wie vor notwendig

Hinter Gewalt gegen Mädchen stehe häufig ein altes Rollenverständnis. Daher sei neben rascher Hilfe für Betroffene auch eine umfassende Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft notwendig, hält die Kinder- und Jugendanwaltschaft Oberösterreich fest. Themen wie gewaltfreie Kommunikation, die Gleichstellung der Geschlechter und Nicht-Diskriminierung müssen von Kindheit an gelernt und geübt werden.

Derzeit zögern viele Mädchen und junge Frauen, die von Gewalt betroffen sind, noch Hilfe und Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Daher brauche es ein dichtes Netz an spezialisierten, aber auch möglichst niederschwelligen Anlaufstellen, die die Betroffenen unterstützen und begleiten. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Oberösterreich bietet vertrauliche, kostenlose und auf Wunsch auch anonyme Beratung an. Ergänzend werden Informationsmaterialien wie die Broschüren „Gewalt an Kindern“ und „Sexuelle Gewalt an Kindern“ angeboten. Diese sind rechtlich auf dem letzten Stand und können kostenlos angefordert werden.

Zur Webseite der KiJA

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