Die Telefonseelsorge OÖ unterstützt auch junge Menschen in der Krise

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Wurzer Katharina Wurzer Katharina, Tips Redaktion, 30.11.2020 18:20 Uhr

OÖ. Jugendliche und junge Erwachsene gehören zu jenen Menschen, die derzeit unter den Covid-19-Präventionsmaßnahmen leiden. Die TelefonSeelsorge Oberösterreich informiert darüber, was ihre Sorgen und Ängste sind. Sie steht sowohl per Telefon als auch online für Beratungsgespräche zur Verfügung.

Mehr als acht Monate sind seit den ersten Maßnahmen zur Einschränkung der Corona-Pandemie vergangen. Diese brachten speziell für junge Menschen viele Veränderungen und Einschränkungen mit sich. Dazu zählen etwa das Lernen von Zuhause, die Einschränkung von Treffen mit Freunden, Feiern und Veranstaltungsbesuchen. Darauf waren speziell Jugendliche in der Stadt ausgerichtet, sagt die TelefonSeelsorge Oberösterreich. „Hinzu kommt, dass in der Adoleszenz und im jungen Erwachsenenleben Lebenspläne und -träume eine sehr große Rolle spielen. Umso bitterer ist die Erfahrung, dass Pläne von Auslandssemestern, Praktika, Reisen und anderen großen oder kleinen Abenteuern derzeit auf unbestimmte Zeit auf Eis liegen. Das hinterlässt besonders bei jungen Menschen oft das Gefühl, ihr Leben sei auf „Pausentaste“, Zukunftspläne und Lebensträume zerplatzt“, berichtet Silvia Breitwieser, Leiterin der TelefonSeelsorge – Notruf 142.

Fehlende Krisenerfahrung und Verlust der Leichtigkeit

Gerade für junge Menschen sei es essentiell, selbstbestimmt und aktiv ihr Leben gestalten zu können. Fehlen die Perspektiven für die Zukunft, fehle damit auch die Motivation sich zu engagieren. Eine weitere Herausforderung im Vergleich zu älteren Menschen besteht darin, dass jüngere tendenziell noch weniger Krisenerfahrung gesammelt haben. „Wenn Jugendliche ihre Leichtigkeit verlieren, so gilt es dies unbedingt ernst zu nehmen“, ist Doris Bauer, Referentin für Onlineberatung bei der TelefonSeelsorge überzeugt. Im Sofortchat der TelefonSeelsorge melden sich derzeit vor allem 15- bis 30-Jährige, da ihnen Schreiben näherliege als Anrufen.

Berichtet wird in den Chats etwa von fehlenden Präsenzlehrveranstaltungen auf der Universität, der Schwierigkeit neuen Studienkollegen kennenzulernen, begonnener selbstständiger Tätigkeit, aber auch von Streits der Eltern oder dem Vermissen von Freunden. „Wenn Träume auf Eis liegen, braucht es zwischenmenschliche Wärme, die Hoffnung spendet. Wenn die Hoffnung erschöpft ist, braucht es ein zugewandtes Gegenüber, das stellvertretend Zuversicht vermittelt und an die Möglichkeit positiver Veränderung erinnert. Wenn die Leichtigkeit Pause macht, braucht es Erholung von der Schwere, Durchatmen und ein gemeinsames Suchen nach kleinen Momenten der Unbeschwertheit“, meint Bauer. Außenstehende wie Onlineberater der TelefonSeelsorge könnten helfen, kreative Lösungen zu finden und Bewältigungsmechanismen zu entwickeln.

Der Sofortchat der TelefonSeelsorge ist täglich von 15 bis 21 Uhr besetzt, seit Beginn des zweiten Lockdowns mit verstärkten Ressourcen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der Mailberatung, bei der Anfragen innerhalb von 48 Stunden beantwortet werden. Beide Angebote können aus ganz Österreich kostenlos und anonym genutzt werden. Auch eine spezielle Verschlüsselung wird angewandt.

Suche nach freiwilligen Mitarbeitern

Die TelefonSeelsorge sucht immer wieder nach freiwilligen Mitarbeitern, die bereit sind, das für die Beratung nötige Fachwissen zu erwerben. In Linz startet im März 2021 ein kostenloser Ausbildungslehrgang mit dem Schwerpunkt Onlineberatung. In der Ausbildung stehen Krisenintervention, Gesprächsführung und Selbsterfahrung im Mittelpunkt. Interessierte finden nähere Informationen auf der Webseite.

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