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OÖ. Schitouren erfreuen sich derzeit zunehmender Beliebtheit. 25 bis 30 Prozent mehr Tourengeher sind unterwegs. Diese sind zum Teil jedoch unzureichend vorbereitet und unterschätzen Gefahren, berichtet die ÖAMTC Flugrettung. Sie gibt Tipps für Tourengeher und Variantenfahrer.

Am Wochenende ist die Lawinengefahr aufgrund des Schneefalls, Regen und Sturms der letzten Tage hoch. Der ÖAMTC gibt Tipps, was bei Schitouren im Allgemeinen beachtet werden soll. (Foto: ÖAMTC/Postl)

Schneefall, Sturm und Regen haben in den letzten Tagen zu einer hohen Lawinengefahr in manchen Regionen geführt. So ist unter anderem mit verschieden großen spontanen Neuschneelawinen zu rechnen, mittlere bis große spontane Lawinen sind vor allem in steilen Hochlagen möglich. Diese Gefahr sollte nicht unterschätzt werden. „Gerade in Corona-Zeiten tauschen noch mehr Menschen ihre Alpinski gegen Tourenski. Leider zeigt sich allerdings auch immer wieder, dass Gefahren unterschätzt werden und Tourengeher unzureichend vorbereitet sind“, sagt Markus Amon, leitender Flugretter der Christophorus-Flotte beim ÖAMTC.

Unnötige Risiken gefährden Rettungskräfte

Unnötige Risiken würden nicht nur Tourengeher, sondern auch Rettungskräfte gefährden, hält auch Sicherheits-Landesrat Wolfgang Klinger (FPÖ) fest. „Ich warne eindringlich davor, die Situation zu unterschätzen. Schon bei Lawinenwarnstufe 3, also erheblicher Lawinengefahr, braucht man viel Erfahrung und Fachwissen, um sich sicher im alpinen Gelände oder abseits der Pisten bewegen zu können. In den südlichen Hochlagen ist die Lawinengefahr sogar als groß einzustufen, also eine Situation, in der man eigentlich besser auf eine Schitour verzichten sollte. Wer dennoch bei solchen Bedingungen im freien Gelände unterwegs ist, sollte sich jedenfalls sehr genau mit dem Lawinenbericht auseinandersetzen und nicht auf die Sicherheitsausrüstung vergessen“, appelliert Klinger an die Bevölkerung.

Tipps: Von der Vorbereitung bis zur Ausbildung

Die ÖAMTC-Flugrettung hat weitere Tipps für Tourengeher und Variantenfahrer parat. So sollten nicht nur die Schi oder das Snowboard, sondern auch der Körper auf die Tour vorbereitet werden. „Grundkondition und skifahrerisches Können sind wichtige Voraussetzungen, um nicht während der Tour erschöpft aufgeben zu müssen. Auch die notwendige geistige Vorbereitung ist gut investierte Zeit, um immer wieder gesund nach Hause zu kommen“, rät Amon. Dazu zählt es etwa, die Lawinenlage und Wetterberichte in Erfahrung zu bringen. Darüber hinaus können Bergführer oder Einheimische oft wertvolle Hinweise geben.

Vorbereitet werden sollte laut ÖAMTC auch die Ausrüstung. Nötig sind ein Lawinenverschütteten-Suchgerät (LSV), eine Lawinenschaufel und Lawinensonde. „Dabei reicht es jedoch nicht, diese Dinge einfach zu kaufen und bei jeder Tour einzupacken. Der richtige Umgang damit gehört gelernt und muss auch immer wieder trainiert werden“, empfiehlt der leitende Flugretter. Zudem sollte ein voll aufgeladenes Handy mitgenommen werden, um in Notsituationen jemanden zu erreichen. Hilfreich können laut Amon noch weitere Hilfsmittel wie Lawinenairbags oder Recco-Reflektoren sein.

Abschließend weist er auf Seminare und Workshops rund um Lawinen und Gefahrenerkennung hin. „Wer öfter Touren geht, sollte daher auf jeden Fall zum Beispiel beim Alpenverein oder der Bergrettung einen Kurs absolvieren. Dabei erfährt man alles Wissenswerte zum Schneeprofil oder auch zur Handhabung des Lawinenpiepsers und der Sonde“.

Der aktuelle Lawinenbericht kann online eingesehen werden.


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