Land OÖ setzt Maßnahmen, um Motorradunfälle zu reduzieren
OÖ. Jährlich verunglücken zahlreiche Motorradfahrer in Oberösterreich tödlich. Die Pandemie brachte nur einen geringen Rückgang. Das Land OÖ informiert daher über Maßnahmen wie Förderungen für Sicherheitstrainings und Bodenmarkierungen.

Trotz der Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie blieb die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer hoch. 2020 kamen oberösterreichweit 18 Motorradfahrer ums Leben. Beinahe jeder zweite Unfalllenker ist zwischen 40 und 60 Jahren alt. „Eines zeigt sich eindeutig – die Gruppe 45 plus hat sich in den vergangenen Jahren zur Hauptrisikogruppe entwickelt. Viele dieser Motorradlenker sind Wiedereinsteiger. Einerseits mangelt es den Rückkehrern an Fahrpraxis und anderseits sind die Motorräder oft übermotorisiert oder zu schwer. Auch wenn sich das Motorradfahren zu einem immer beliebteren Freizeitsport entwickelt, ist ein rücksichtsvolle und respektvolle Fahrweise die essentielle Grundvoraussetzung für das sichere Ankommen“, hält Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ) fest.
Das Land OÖ setzt seit Jahren Maßnahmen, um die Opferbilanz zu senken. So werden etwa auf typischen Biker-Strecken die Kurvenausgänge mittels Leitschienenunterfahrschutz saniert und ausgebaut. Kommt es zum Sturz, wird ein gefährliches Durchrutschen verhindert. Eine weitere Maßnahme sind seit letztem Jahr Bodenmarkierungen, die Fahrern die optimale Fahrlinie in unübersichtlichen Kurvenabschnitten anzeigen. Auf diese Weise sollen Zusammenstöße mit dem Gegenverkehr verhindert werden. Darüber hinaus sind polizeiliche Schwerpunktkontrollen vorgesehen und es laufen Standortevaluierungen, wo weitere Dialogboards angebracht werden sollen. Diese weisen Motorradfahrer auf überhöhte Geschwindigkeiten und Überschreitungen des Lärmpegels hin.
Vom technisch einwandfreien Fahrzeug bis zu genügend Fahrpraxis
Insgesamt sei wichtig, dass die Technik des Motorrads einwandfrei funktioniere. „Von A wie Antrieb über R wie Reifenprofil bis hin zu Z wie Zündung sollte vor der ersten Saisonausfahrt ein technischer Rundumcheck durchgeführt werden. Gerade bei den Reifen darf nicht gespart werden, denn sie sind die einzige Verbindung zur Fahrbahn und somit der wichtigste Faktor für die Bodenhaftung. Genaues Augenmerk muss auf Profiltiefe, Luftdruck und Alter der Pneus gelegt werden. Nicht übersehen werden sollten auch die Leitungen und Schläuche des eigenen Gefährts. Eine Dichtheitsüberprüfung kann Unfälle vermeiden. Der Bremsflüssigkeits- und Motorölstand sowie die korrekte Funktion der Beleuchtung müssen ebenfalls kontrolliert werden“, führt Arbö Direktor Thomas Harruk aus. Arbö-Experten beraten dazu und bieten Checks der Motorräder an.
Sowohl Mobilitätsclubs wie der Arbö als auch Landesverantwortliche wollen das Bewusstsein der Biker für technisch einwandfreie Fahrzeuge, vernünftiges Fahren und genügend Fahrpraxis erhöhen. Daher werden auch in diesem Jahr die Landesförderungen von Motorradsicherheitstrainings fortgesetzt. Sogenannte Warm-up Trainings werden mit einem 40 Euro Gutschein, ganztägige Intensivtrainingskurse mit 75 Euro gefördert. Der Bonus kann online bestellt werden. „Wir wissen, dass Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer Situationen oft falsch einschätzen. Hohe Risikobereitschaft, überhöhte Geschwindigkeiten, aber auch die Gefahr von Kreuzungsunfällen im Ortsgebiet werden oftmals unterschätzt. Im Rahmen eines Vorbereitungstrainings kann das richtige Fahrverhalten in geschützter Umgebung trainiert und dadurch die sichere Fahrt optimiert werden“, schließt ÖAMTC Fahrtechnikexperte Erwin Machtlinger.


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