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Kinder armutsgefährdeter Familien sind einsamer und trauriger als vor der Pandemie

Tips LogoWurzer Katharina, 26.03.2021 11:51

LINZ/OÖ. Die Volkshilfe Oberösterreich hat 100 armutsgefährdete Familien in Österreich zur Lebensqualität ihrer Kinder befragt. Zentrales Ergebnis ist, dass die Kinder laut ihren Eltern einsamer und trauriger als vor der Corona-Pandemie sind.

  1 / 2   Kinder armutsgefährdeter Familien fühlen sich laut Befragung der Volkshilfe OÖ derzeit noch einsamer und trauriger als andere Kinder (Symbolbild). (Foto: fizkes/Shutterstock.com)

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Befragung armutsgefährdeter Familien der Volkshilfe Oberösterreich einen Abwärtstrend. „Doppelt so viele Eltern wie noch im vergangenen Sommer beurteilen die Lebensqualität ihrer Kinder mit einem Nicht Genügend. 21 Prozent der befragten Eltern sehen die Lage ihrer Kinder derzeit derart desaströs“, fasst der Vorsitzende der Volkshilfe OÖ Michael Schodermayr zusammen. So sind sechs von zehn Kindern laut ihren Eltern einsamer als vor der Corona-Krise. Mehr als die Hälfte der Mütter und Väter schätzt ihre Kinder zudem trauriger ein. „Während in der allgemeinen Befragung der Uni Salzburg zwei von zehn Kindern trauriger und einsamer sind, liegt der Anteil im Segment der Armutsbetroffenen dreimal so hoch“, ergänzt Schodermayr. Dabei nimmt er auf eine Onlinebefragung der Universität Salzburg Bezug, die sich direkt an Kinder und Jugendliche ab acht Jahren richtete. Ergebnisse sind unter anderem, dass Kinder und Jugendliche die Schule vermissen, sich weniger bewegen und viel Zeit vor digitalen Geräten verbringen.

 Kein gutes Zeugnis für Regierung

Neben der Lebensqualität der Kinder erhält auch die Regierung kein gutes Zeugnis von armutsbetroffenen Familien. Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) benotet die Arbeit der Regierung mit einem Vierer oder Fünfer. Hier ist einzuwenden, dass sich viele armutsbetroffene Familien nicht ausreichend informiert fühlen oder gar nicht erst erreicht wurden. So kennt fast die Hälfte (49 Prozent) den Familienhärtefonds nicht. Laut Schodermayr müsse an dieser Stelle die Frage gestellt werden, wie Hilfen dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Eine Kindergrundsicherung, die automatisch ausbezahlt wird, würde etwa alle erreichen. „Einmalzahlungen und Härtefallfonds sind wichtige Instrumente zur akuten Armutsbekämpfung. Ohne nachhaltige Lösungen lassen wir aber 300.000 Kinder und Jugendliche in Österreich vorsätzlich zurück“, warnt der Vorsitzende der Volkshilfe OÖ abschließend.


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