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Aktionsmonat im März: Teach for Austria setzt sich für Bildungsgerechtigkeit ein

Tips LogoNicole Dirnberger, 03.03.2022 14:05

OÖ. In Österreich hängt Bildung stärker als im EU-Vergleich von Einkommen und Bildung von den Eltern ab. So wirkt sich die soziale Herkunft auf Bildungswahl und damit auf die Karriereoptionen aus. Die Folgen sind schlechtere Chancen am Arbeitsmarkt und höhere Gefahr der Arbeitslosigkeit. Dem will Teach for Austria OÖ entgegenwirken und deswegen bietet die Initiative im März einen Monat 27 Aktivitäten zum Thema „No Child Left Behind“ an. 

Im Bild v.l.: Christiane Steinlechner, JKU-Rektor Meinhard Lukas, LH-Stv. Christine Haberlander, Michael Kass-Buchberger. Foto: Land OÖ/Vanessa Ehrengruber

Um Bildungsgerechtigkeit stärker zu thematisieren, hat Teach for Austria OÖ im März einen Aktionsmonat ausgerufen: am Innovationshauptplatz in Linz (Pfarrgasse) werden 27 Aktivitäten stattfinden, die meisten im Pop-Up Store und frei zugänglich. Das Programm richtet sich vor allem an Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Studierende. Neben Bewerbungstrainings für Jugendliche, Infoabende, Workshops zu Elementarpädagogik und Potenzialfokussiertem Coaching, können Interessierte „Fellows“ von Teach for Austria OÖ persönlich kennenlernen. 

Landeshauptmann-Stellvertreterin und Bildungsreferentin Christine Haberlander zu Teach for Austria OÖ: „Es geht darum kein Kind zurückzulassen und Kindern eine Chance zu geben.“ Weiters ergänzt sie: „Schulen wo ein Fellow war, möchten sie nicht mehr missen.“ Außerdem betont auch sie, dass Bildung stark von sozialer Herkunft zurückzuführen sei. „Wir wissen, dass ein Pflichtschulabschluss wichtig ist.“ Auch wisse man mittlerweile, dass im Jahr 2022 andere Fähigkeiten und Fertigkeiten seitens der Pädagogen gebraucht werden. 

Aufspüren der Potenziale

Ein „Fellow“ wirkt auf rund 100 Kinder: die „Fellows“ unterrichten als vollwertige Lehrkräfte eigene Klassen, teilweise als Klassenvorstand, sind oft aber auch zur Unterstützung in einer anderen Klasse. Der Fokus liegt dabei im Aufspüren der Potenziale und dem Aufbau von Fachkompetenz, Selbst- und Lernkompetenz. 

Einer dieser „Fellows“ ist Michael Kass-Buchberger. Von 2019 bis 2021 war er an der Neuen Mittelschule in Linz aktiv. „Die Vision von Teach for Austria ist es, Lebenswege von Schülern zu verändern.“ Auch seines wurde durch die neue Aufgabe verändert. Er war Quereinsteiger und kam ursprünglich aus der Wirtschaft. Aus seinen bisherigen Erfahrungen erzählt er, dass man teilweise vor Situationen steht, auf die man auch in einem Pädagogikstudium nicht vorbereitet wird. Außerdem ist er der Meinung, dass Bildung auf das Engagement der Pädagogen „fußt“. Und, dass ein Pädagoge tagesaktuell arbeiten soll. Wenn man beispielsweise den Ukraine-Krieg nicht Tiktok und Social Media überlassen, sondern das Thema „ohne Fake-News ins Klassenzimmer zu bringen.“  

Bildung darf weder von Einkommen noch von Bildungshintergrund abhängig sein

„Der Zugang zu Bildung darf weder vom Einkommen und Vermögen der Eltern noch von deren Bildungshintergrund abhängig sein. Die Realität sieht freilich bis heute ganz anders aus. Ich begrüße daher die Initiativen von Teach for Austria, die einen wichtigen Beitrag leisten, um Chancengleichheit zu erhöhen und bildungsferne sowie migrantische Communities zu erreichen. Damit können wir auch die globalen Herausforderungen unserer Zeit, sei es der Klimawandel oder die Corona-Pandemie, besser bewältigen. In einer Welt der Komplexität und Widersprüche und im Interesse der Vielfalt brauchen wir unterschiedliche Talente, Erfahrungen und Perspektiven“, erklärt Meinhard Lukas, Rektor der Johannes Kepler Universität Linz.

Und ergänzt: „Die Johannes Kepler Universität Linz spricht wie keine andere Universität in Österreich bildungsferne Bevölkerungsgruppen an. Das bestätigt die Studierenden-Sozialerhebung 2019 des Instituts für Höhere Studien (IHS). Im Rahmen des MORE-Programms der österreichischen Universitäten erreichen wir auch eine beachtliche Zahl von Menschen mit Fluchthintergrund. Hier hat der tertiäre Sektor aber natürlich noch Luft nach oben. Das gilt erst recht, wenn man die neuen Herausforderungen angesichts des Kriegs in der Ukraine bedenkt. Die Initiativen von Teach for Austria sind daher unter all diesen Vorzeichen ein Vorbild.“


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