Worauf beim Reifenwechsel im Frühjahr zu achten ist
OÖ. Mit Mittwoch, 15. April, endet die situative Winterreifenpflicht in Oberösterreich. Der ideale Zeitpunkt für den Reifenwechsel hängt jedoch weniger vom Kalender ab, sondern vielmehr vom Wetter. Wichtig ist, die Temperaturen und den Zustand der Reifen im Blick zu behalten.

Mit dem Ende der situativen Winterreifenpflicht am Mittwoch, 15. April, stellt sich für viele Autofahrer die Frage: Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Wechsel auf Sommerreifen? Laut den beiden Verkehrsclubs ÖAMTC und ARBÖ Oberösterreich ist nicht das Datum allein entscheidend, sondern vor allem die tatsächlichen Temperaturen und Straßenverhältnisse.
Vorsicht vor verfrühtem Wechsel
Grundsätzlich gilt: Winterreifen spielen ihre Stärken bei niedrigen Temperaturen aus. „Bei Temperaturen unter sieben Grad Celsius sollten Winterreifen montiert sein“, erklärt ARBÖ-Landesgeschäftsführer Thomas Harruk. Auch der ÖAMTC weist darauf hin, dass es im April – besonders in den Morgenstunden und in höheren Lagen – noch kalt werden kann. Ein verfrühter Wechsel ist daher nicht empfehlenswert.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Zwar drohen nach 15. April keine Strafen mehr, wenn keine Winterreifen montiert sind, jedoch kann die Versicherung im Falle eines Unfalls Rückforderungen stellen, wenn aufgrund niedriger Temperaturen ungeeignete Bereifung verwendet wurde.
Sobald die Temperaturen jedoch über einen längeren Zeitraum hinweg stabil im höheren einstelligen bis zweistelligen Bereich liegen, sind Sommerreifen die bessere Wahl. Sie bieten bei wärmeren Bedingungen besseren Grip, mehr Fahrkomfort und einen geringeren Verschleiß.
Keine Sommerreifenpflicht
Wichtig ist außerdem: Eine gesetzliche Pflicht zum Wechsel auf Sommerreifen gibt es nicht. Autofahrer können ihre Winterreifen also auch über den 15. April hinaus nutzen. Allerdings verlieren diese bei hohen Temperaturen deutlich an Leistungsfähigkeit. „Spätestens bei sommerlichen Bedingungen jenseits der 25 Grad sollten Sommer- oder Ganzjahresreifen aufgezogen werden“, erklärt ÖAMTC-Reifenexperte Steffan Kerbl.
Zustand der Reifen
Neben dem richtigen Zeitpunkt spielt auch der Zustand der Reifen eine entscheidende Rolle. Es wird empfohlen, vor dem Wechsel die Sommerreifen genau zu überprüfen: Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 Millimeter, zudem sollten Reifen nicht älter als acht Jahre sein. Das Alter lässt sich anhand der sogenannten DOT-Nummer auf der Reifenflanke ablesen.
Auch der ÖAMTC rät dazu, ältere Winterreifen mit geringer Profiltiefe nicht mehr für die nächste Wintersaison einzuplanen. Diese können im Frühjahr unter moderaten Bedingungen noch „zu Ende gefahren“ werden, bevor neue Reifen angeschafft werden.
Der Reifenwechsel selbst sollte möglichst von Fachleuten durchgeführt werden. Dabei kann auch überprüft werden, ob die Reifen gleichmäßig abgefahren sind. Ist das nicht der Fall, kann eine Einstellung der Achsgeometrie notwendig sein.
Lagerung
Für die Lagerung der abmontierten Winterreifen empfiehlt der ARBÖ einen trockenen, kühlen und schattigen Ort. Zudem sollte der Luftdruck leicht erhöht, die Mindestprofiltiefe von vier Millimetern für Winterreifen überprüft, und stehende Lagerung vermieden werden.


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