Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

OÖ-Tierschutzbericht 2025: "Tierschutz beginnt bei der Entscheidung für ein Tier"

Tips LogoKarin Seyringer, 06.05.2026 18:03

OÖ/LINZ. 2025 wurde die oö. Tierschutzombudsstelle in 707 neue Verwaltungsverfahren eingebunden. Ein besonders sensibler Bereich sind Verstöße wegen Tierquälerei: Insgesamt wurden 224 Verfahren wegen Tierquälerei oder vergleichbarer Verstöße wurden durchgeführt. Landesrat Martin Winkler und Cornelia Rouha-Mülleder, Tierschutzombudsfrau OÖ, haben den Tätigkeitsbericht 2025 vorgelegt. 

Tierschutz-Landesrat Martin Winkler und Tierschutzombudsfrau Cornelia Rouha-Mülleder (Foto: Land OÖ/Denise Stinglmayr)

„Tierschutz hat in den letzten Jahren spürbar an Bedeutung gewonnen und ist heute viel stärker im öffentlichen Bewusstsein verankert. Hinweise aus der Bevölkerung und mediale Aufmerksamkeit tragen wesentlich dazu bei, Missstände sichtbar zu machen und Verbesserungen voranzutreiben“, so Tierschutz-Landesrat Martin Winkler (SPÖ).

„Die Zahlen zeigen klar auf, dass es wichtig ist, im Tierschutz genau hinzusehen und konsequent zu handeln. Die grundlegenden Bedürfnisse der Tiere müssen jedenfalls erfüllt werden“, sagt Oberösterreichs Tierschutzombudsfrau Cornelia Rouha-Mülleder.

Hinweise aus Bevölkerung

Auch Hinweise aus der Bevölkerung spielen eine wichtige Rolle. Im Berichtszeitraum wurden 38 Hinweise durch die Ombudsstelle an Behörden weitergeleitet, zusätzlich wurde bei 167 Hinweisen, die direkt bei Behörden eingebracht wurden, die Ombudsstelle informiert.

Rund zwei Dritteln der Meldungen waren berechtigt, so die Ombudsfrau, hier wurden bei der Überprüfung tatsächlich Mängel in der Tierhaltung festgestellt. Der Großteil der Hinweise betraf die Haltung von Hunden und Katzen. Besonders tragisch seien Fälle, wo die Halter keine notwendige tierärztliche Behandlung veranlassen.

Generell gab es 2025 639 Anfragen, die von der Ombudsstelle beantwortet wurden. Die meisten gestellten Anfragen betrafen das Tierschutzgesetz (142 Anfragen), allgemeine Tier-schutzthemen (135 Anfragen), Themen rund um die Haltung von Hunden (104 Anfragen), gefolgt von Anfragen zur Zucht bzw. Qualzucht (90 Anfragen).

Im Jahr 2025 wurden außerdem 22 Tierhalteverbote ausgesprochen, die schärfste Sanktion, die es gibt.  

Oft mangelndes Wissen

Laut Rouha-Mülleder entstehen viele Probleme oft bereits vor der Anschaffung eines Tieres.  „Viele Probleme im Tierschutz entstehen aus mangelndem Wissen oder falschen Erwartungen – genau hier müssen wir auch ansetzen.“

Das Land OÖ setzt deshalb verstärkt auf Bewusstseinsbildung. Mit der Kampagne „Tiere, die ins Leben passen“ soll verhindert werden, dass Tiere unüberlegt angeschafft werden. Gleichzeitig soll auf die wichtige Arbeit der Tierheime aufmerksam gemacht werden.

„Tierschutz beginnt nicht erst beim Verstoß, sondern bei der Entscheidung für ein Tier. Viele Missstände ließen sich vermeiden, wenn Tierhalter besser über die Bedürfnisse ihrer Tiere informiert wären“, betont auch Landesrat Winkler. Daher setzte das Land auch einen Schwerpunkt auf Prävention.

Rouha-Mülleder: „Die Anschaffung eines Tieres muss gut durchdacht, darf keine schnelle Entscheidung sein. Manchmal kann die Entscheidung, ein Tier zu haben, der größere Tierschutz sein.“

Die Ombudsstelle wurde 2005 eingerichtet, arbeitet weisungsfrei und hat Parteienstellung.

Der vollständige Tätigkeitsbericht ist unter www.tiere-die-ins-leben-passen.at zu finden.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden