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OÖ/WALDING/LINZ. Seit 135 Jahren steht das OÖ. Rote Kreuz für Hilfe und Zusammenhalt. Damit das auch in Zukunft so bleibt, werden immer wieder neue Freiwillige gesucht und herzlich willkommen geheißen. Welchen Mehrwert freiwilliges Engagement bringt, weiß Klaus Wegerer aus Walding. Nicht nur er, sondern auch seine Frau Luzia und seine Tochter Andrea engagieren sich stark beim Roten Kreuz für die Mitmenschen. 

Klaus Wegerer mit Familienhund Benny (Foto: OÖRK/Wegerer)
  1 / 4   Klaus Wegerer mit Familienhund Benny (Foto: OÖRK/Wegerer)

Wenn Menschen Hilfe brauchen, ist das OÖ. Rote Kreuz zur Stelle – und das seit mittlerweile 135 Jahren. Was 1891 als Initiative engagierter Bürger begann, ist heute ein flächendeckendes Netzwerk mit mehr als 25.000 freiwilligen Helfern in Oberösterreich. „Sie leisten einen wertvollen Beitrag für eine sichere und lebenswerte Gesellschaft“, so Günter Mayr, Vizepräsident des OÖ. Roten Kreuzes.

Veränderte Rahmenbedingungen

„Gleichzeitig ändern sich aber auch die Rahmenbedingungen: Die Zeit wird knapper, die Lebensmodelle vielfältiger, anstrengende Nachtdienste zu leisten, wenn man am nächsten Tag wieder in die Arbeit muss, wird schwieriger.“

Während die Zahl der Freiwilligen zwar deutlich gestiegen ist (zum Vergleich: 2007 waren es 15.500), leisten daher Einzelne im Schnitt weniger Stunden als früher.

Um die Arbeit beim Roten Kreuz auch künftig sicherzustellen, braucht es jederzeit neue Freiwillige, vor allem im Rettungsdienst.

„Wenn man einmal Luft geschnuppert hat“

Dass auch die Freiwilligen selbst von ihrem Engagement profitieren, beweist Familie Wegerer aus Walding. Klaus Wegerer, seine Gattin Luzia und Tochter Andrea engagieren sich seit 2005 gemeinsam beim OÖ. Roten Kreuz.

Klaus Wegerer ist dabei besonders vielfältig engagiert: Der 65-Jährige ist im Bezirk Urfahr-Umgebung verantwortlich für die Ausbildung der Einsatzfahrer, ist auch Rettungssanitäter, Einsatzfahrer, bildet in Erste Hilfe aus und ist als Drohnenpilot im Einsatz. Zudem ist er mittlerweile auch Rettungshundeführer mit Familienhund Benny, seit Oktober 2022 Mitglied in der Suchhundestaffel voestalpine Linz. „Wir sind 24/7 einsatzbereit, wenn ich nicht gerade bei einem anderen Einsatz bin“, schmunzelt er.

Luzia Wegerer ist Rettungssanitäterin, Einsatzlenkerin und Praxistrainerin, zudem Bezirks-Freiwilligenkoordinatorin. Die 65-Jährige organisiert Schnupperdienste und begleitete neue Interessierte. Tochter Andrea (43) ist Notfallsanitäterin, führt Einsätze als Offizieren vom Dienst und ist Teil des Bezirksrettungskommandos.

„Wir können uns ein Leben ohne das Rote Kreuz nicht vorstellen. Wenn man einmal Luft geschnuppert hat und die Dankbarkeit der Patienten erlebt - und was man überhaupt alles erleben darf, das kann man gar nicht beschreiben“, so Klaus Wegerer. „Das ist so mitreißend – und man weiß einfach, warum man das macht.“

Ein besonderes Erlebnis, dass der Familie lange in Erinnerung bleiben wird, ist zum Beispiel ein Einsatz am 24. Dezember, bei dem sie eine werdende Mutter rechtzeitig ins Krankenhaus brachten. Wenige Stunden später kam ein gesundes „Christkind“ zur Welt.

Sinnvolle Tätigkeit, Gemeinschaftsgefühl

Auch Erich Haneschläger, Landesgeschäftsleiter des OÖ. Roten Kreuz, weiß, warum sich die vielen Freiwilligen engagieren. „Sie erleben, dass sie gebraucht und geschätzt werden“. Die Beweggründe reichen von der sinnvollen Tätigkeit über Spaß am Engagement und der wertvollen Erfahrung bis hin zum Gemeinschaftserleben und dem selbst aktiv zu bleiben, gerade bei älteren Freiwilligen. „Mittlerweile mehr als 30 Prozent unserer Freiwilligen sind älter als 60 Jahre“, so Haneschläger.

Breites Aufgabenfeld

Freiwillige leisten beim OÖ Roten Kreuz jährlich rund 3,1 Millionen Stunden. Dabei hat sich das Aufgabenfeld stark verbreitert. Neben dem Rettungsdienst gehören Gesundheits- und Soziale Dienste wie der Besuchsdienst, Essen auf Rädern, die Rotkreuz-Märkte, Jugendarbeit, Lese- und Lerncoach-Angebote und mehr dazu.  

Genau hier setzt das Rote Kreuz an. Freiwilligenarbeit soll für alle Lebensphasen möglich sein. Auch Menschen mit Migrationshintergrund sollen stärker eingebunden werden.

Die Freiwilligenarbeit werde mit dieser breiten Palette auch flexibler und individueller gestaltbar, so Vizepräsident Mayr. „Wir haben die passende Jacke für jeden“ – und ohne jene, die sie tragen, würde das System auch nicht funktionieren.

Über Möglichkeiten informieren

Wer selbst Teil des OÖ. Roten Kreuzes werden möchte - egal in welchem Bereich und egal, wie viel Zeit zur Verfügung steht - findet Informationen unter www.passende-jacke.at oder Tel. 0732 7644-157 bzw. bei jeder Rotkreuz-Dienststelle.


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