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Tips Logo Online Redaktion, 31.07.2026 11:49

OÖ. Gelsenstiche sind meist harmlos, können aber mehrere Tage jucken oder brennen. Dermatologe Alex Kilbertus von der Ärztekammer für OÖ erklärt, wie sich Beschwerden lindern lassen und wann eine ärztliche Abklärung notwendig ist.

Eine Gelse kann juckende Stiche hinterlassen, die durch den Speichel des Insekts ausgelöst werden. (Foto: Superzoom/stock.adobe.com)

Nach einem Gelsenstich bildet sich häufig eine juckende Quaddel. Die erste Schwellung klingt oft rasch ab, jedoch kann später eine gerötete und verhärtete Hautstelle entstehen, die mehrere Tage bestehen bleibt.

„Auch wenn der Juckreiz groß ist, sollte die betroffene Stelle möglichst nicht aufgekratzt werden“, erklärt Dermatologe Alex Kilbertus, Fachgruppenvertreter für Haut- und Geschlechtskrankheiten in der Ärztekammer für Oberösterreich. Kratzen reize die Haut zusätzlich. Außerdem könnten Bakterien leichter eindringen.

Menschen reagieren unterschiedlich

Wie stark die Reaktion ausfällt, ist unterschiedlich. Manche Menschen entwickeln nur eine kleine Schwellung. Bei anderen entstehen großflächige oder sogar handtellergroße Rötungen. Nesselausschläge treten jedoch selten auf.

Auslöser der Beschwerden sind Eiweißstoffe im Speichel der Gelse. Sie verursachen eine Immunreaktion, bei der Histamin freigesetzt wird, wodurch Juckreiz, Rötung und Schwellung entstehen. Stärkere Reaktionen sind meist keine klassische Allergie wie bei Bienen- oder Wespenstichen.

Kühlen und Gele können helfen

Zur Behandlung wird empfohlen, die betroffene Stelle zu kühlen. Geeignet sind Gelpads oder in ein Tuch gewickelte Eiswürfel. Nach der Kühlung kann der Juckreiz vorübergehend wieder stärker werden.

Kühlende Gele mit Antihistaminika oder Menthol können die Beschwerden ebenfalls lindern. Auch spezielle Mückenpflaster sind eine Möglichkeit. Sie sollten möglichst vor dem ersten Kratzen angebracht werden.

Kurz nach dem Stich können zudem Hyperthermie-Geräte helfen. Dabei wird die Haut lokal auf rund 50 Grad erwärmt. Bei stärkeren Beschwerden kommen nach ärztlicher Empfehlung Topfenumschläge, gerbstoffhaltige Anwendungen oder kortisonhaltige Cremes infrage. Bei zahlreichen Stichen oder starkem Juckreiz kann nach ärztlicher Rücksprache ein nicht müde machendes Antihistaminikum sinnvoll sein.

Wann ärztlicher Rat notwendig ist

Eine normale Hautreaktion sollte von einer bakteriellen Infektion unterschieden werden. „Breitet sich die Rötung in den Tagen nach dem Stich zunehmend aus oder treten Schmerzen, Fieber oder Schüttelfrost auf, sollte die Einstichstelle unbedingt ärztlich abgeklärt werden“, betont Kilbertus.


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