Vom ersten Hüftgelenk zur Hightech-OP: 100 Jahre Orthopädie am Ordensklinikum Linz
LINZ. Von der Behandlung angeborener Fehlstellungen bis zu digital unterstützten Operationen: Die Orthopädie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern begleitet seit einem Jahrhundert Menschen dabei, Schmerzen zu lindern und Mobilität zurückzugewinnen.

Rund 600 Knieprothesen, 600 Hüftprothesen und 100 Schulterprothesen werden pro Jahr in der Orthopädie am Ordensklinikum Linz implantiert. Gegründet wurde die Abteilung 1926 im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern. 1963 wurde dort erstmals in Oberösterreich ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt.
Digitalisierung bringt wesentliche Fortschritte
Heute spielt auch in der Orthopädie digitale Technik eine wichtige Rolle. „Medizin und Pflege entwickeln sich gerade rasant weiter“, unterstreicht LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) die hervorragende Expertise der Abteilung.
So kommt seit Ende 2023 bei Knie-OPs das Assistenzsystem „Velys“ zum Einsatz. Damit ist eine Positionierung mit einer Genauigkeit von bis zu 0,5 Millimetern möglich. Rund 500 Eingriffe wurden bisher mit dem System durchgeführt.
Auch bei Schulterprothesen nutzt die Abteilung seit 2021 Augmented Reality: Chirurgen erhalten Navigationsinformationen über spezielle Brillen direkt in ihr Sichtfeld eingeblendet. Das Ordensklinikum Linz ist auch österreichweit das einzige Hospitations- und Ausbildungszentrum für diese Technologie im Bereich der Schulterendoprothetik.
„Die Zukunft der Orthopädie ist präzise, individuell und digital“, so Primar Reinhold Ortmaier, Leiter der Abteilung Orthopädie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern. Mit solchen Technologien könnten Implantate heute mit einer Genauigkeit eingesetzt werden, wie vor wenigen Jahren noch undenkbar. „Davon profitieren vor allem unsere Patienten.“
„Mensch im Fokus“
Hinter allen Zahlen stehe der Mensch im Fokus, so Ortmaier und der Ärztliche Direktor Stefan Bayerlein. Neben neuer Technik setzt das multiprofessionelle Team daher auch auf das „Fast-Track“-Konzept: Patienten werden bereits vor dem Spitalsaufenthalt umfassend vorbereitet und nach dem Eingriff möglichst früh mobilisiert, wie Pflege-Bereichsleiterin Carmen Gnjezda erläutert. Dadurch kann unter anderem die Aufenthaltsdauer im Spital von sieben bis zehn auf fünf bis sechs Tage verkürzt werden.
Und die Entwicklung geht weiter in diese Richtung: Im Oktober ist erstmals ein ambulanter Hüftprothesen-Eingriff geplant.








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