Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

OÖ. Am Mittwoch, 25. November 2020, ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Anlässlich dazu haben sich Oberösterreichs Landespolitikerinnen zu Wort gemeldet und sich für das Recht auf ein gewaltfreies Leben ausgesprochen.

Laut Schätzungen ist jede fünfte Frau in Österreich mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November wird auf diesen Missstand hingewiesen (Symbolbild). (Foto: Jacob Lund/Shutterstock.com)

Am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, startet auch in diesem Jahr wieder die Kampagne „16 Tage gegen Gewalt“. „Gewalt gegen Frauen und Kinder darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Jeder einzelne Gewaltakt ist einer zu viel. Daher ist es ganz wichtig, dass Gewaltschutz und -prävention weiterhin gestärkt und Beratungs- und Hilfsangebote verbessert werden. Die Corona-Pandemie hat diese Notwendigkeit einmal mehr verdeutlicht. Ängste, Überforderung, räumliche Beengtheit, mangelnde soziale Kontakte, Sorge um den Arbeitsplatz und finanzielle Probleme führen vermehrt zu familiären Spannungen und erhöhen das Risiko für Frauen und Kinder, Opfer von häuslicher Gewalt zu werden. Daher müssen wir betroffene Frauen dazu ermutigen, sich zu melden und Hilfe in Anspruch zu nehmen“, sagt Cornelia Pöttinger, Landesobfrau der Frauen in der Oberösterreichischen Volkspartei.

Anzeigen und Betretungsverbote nehmen zu

Die Grüne Frauensprecherin Maria Buchmayr gibt ihr in diesem Punkt Recht: „Gewalt gegen Frauen ist immer unerträglich, jede einzelne Tat, jeden Tag. Die Corona Pandemie macht aber die bereits dramatische Lage noch dramatischer. Ein- und Beschränkungen lassen Frust und Aggression steigen und am Rücken von Frauen und Kinder eskalieren. Die häusliche Gewalt nimmt zu, ebenso Anzeigen und Betretungsverbote und der Zulauf zu den Frauenhäusern. Dass die Bundesregierung die Problematik erst nimmt, ist gut, aber auch zwingend und selbstverständlich um auch nach der Pandemie entschlossen gegen Gewalt gegen Frauen vorzugehen. Es müssen einerseits die Präventionsmaßnahmen massiv ausgebaut und zweitens die Frauen- und Gewaltschutzorganisationen deutlich gestärkt werden“.

Laut Schätzungen ist bereits unter den gewohnten Bedingungen jede fünfte Frau in Österreich mindestens einmal in ihrem Leben von physischer oder psychischer Gewalt betroffen. Zwei von drei Übergriffen ereignen sich in der Familie und im nahen sozialen Umfeld durch Ehemänner, Lebensgefährten, Väter und Stiefväter. 80 Prozent der Gewalttaten sind laut Pöttinger strukturell bedingt. Oft spielen Abhängigkeiten eine Rolle, die soziale Schicht macht hier keinen Unterschied.

Buchmayr ergänzt, dass die Zahlen die fatale Situation belegen. Bis Oktober wurden in diesem Jahr oberösterreichweit 1.670 Betretungsverbote ausgesprochen. Diese Zahl ist um 21 Prozent höher als im Vorjahr. Bundesweit wurden bis zum 31. August 2020 insgesamt 8.063 Betretungs- und Annäherungsverbote ausgesprochen,was durchschnittlich etwas mehr als 1.000 Betretungsverbote pro Monat sind.

„Gewalt ist nicht selbstverschuldet“

„Ganz wichtig ist, von Gewalt betroffene Frauen darin zu bestärken, dass das, was ihnen widerfahren ist oder widerfährt, nicht selbstverschuldet ist. Dass es ein Unrecht und strafrechtlicher Tatbestand ist. Und dass es einen Ausweg aus der vermeintlich aussichtslosen Situation gibt. Frauen in Österreich sollen wissen: Die Gesellschaft schaut nicht weg. Im Ernstfall gibt es rasche und unbürokratische Hilfe. Die Täter werden zur Rechenschaft gezogen“, hält Cornelia Pöttinger, Landesobfrau der OÖVP fest. Im Kampf gegen häusliche Gewalt brauche es gesellschaftlichen Zusammenhalt und Zivilcourage. „Mein Appell ist daher: Bitte nicht wegschauen! Bitte nicht weghören! Hilfe für Betroffene und Unterstützung für jene, die zum Beispiel ihrer Nachbarin helfen wollen, gibt es rund um die Uhr bei der Frauen-Helpline unter 0800 222 555, online unter haltdergewalt.at und im Akutfall unter dem Notruf 133 oder 112“, schließt Pöttinger.

 


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden