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OÖ. Am Donnerstag, 11. März jährt sich die Reaktorkatastrophe von Fukushima zum zehnten Mal. Der Kampf gegen Atomkraft sei ein langer, sagt Oberösterreichs Klima-Landesrat Stefan Kaineder. So lasse sich das Nachbarland Tschechien etwa schwer vom Weg der Atomenergie abbringen. Was in Oberösterreich selbst gegen Atomenergie unternommen wird, wurde am 10. März präsentiert.

In Tschechien ist ein Ausbau des Atomkraftwerks Dukovany geplant. Das stoßt auf Kritik, unter anderem bei der oberösterreichischen Landesregierung (Symbolbild). (Foto: Martin Lisner/Shutterstock.com)

Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima in Japan vor zehn Jahren wurden ganze Landstriche unbewohnbar. Die Arbeiten zur Beseitigung der Folgen der Katastrophe würden immer noch andauern, berichtet Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne). Auch die Gesundheit der Menschen sei weiterhin gefährdet. Zum Aus der Hochrisikotechnologie sei es laut Kaineder dennoch ein langer Weg. So versuche die tschechische Regierung die Finanzierung eines neuen Atomkraftwerk (AKW)-Blocks am Standort Dukovany durch das Parlament zu bringen. In Temelin wurde erst letztes Jahr eine unbefristete Betriebszeitverlängerung des ersten Blocks genehmigt. Diese Blöcke wurden nach Konzepten der 70er-Jahre gebaut, ihre Laufzeit ist nun bis 2060 geplant. Eine Katastrophe in Temelin, etwa aufgrund der Alterungsprozesse, wäre für ganz Europa eine Katastrophe, hält Kaineder fest.

„Weg der Zukunft führt zu erneuerbaren Energien“

„Der Kampf gegen die Atomgefahr ist ein langer und wir brauchen dazu wahrscheinlich noch etwas Ausdauer. Die milliardenschwere Atomlobby wehrt sich mit Händen und Füßen gegen ihren Niedergang. Sie wissen, dass der Weg in die Zukunft ohne Atomkraft und zu 100 Prozent erneuerbaren Energien führt. Es gibt auch gar keine Alternative dazu, wenn wir unseren Kindern und Enkelkindern einen lebenswerten und intakten Planeten hinterlassen wollen“, führt Kaineder aus. Die oberösterreichische Landesregierung unterstützt seit vielen Jahren die Bemühungen von NGOs in Österreich und Tschechien gegen die Gefahren der Atomkraft. Diese konzentrieren sich unter anderem auf Aktivitäten und Aktionen gegen den Ausbau von Temelin und Dukovany. Im neuen „Maßnahmenpaket 30“ sollen vor allem die Informationsarbeit in Tschechien, aber auch die Zusammenarbeit der einzelnen NGOs in Bayern, Oberösterreich und Tschechien verstärkt werden. 330.000 Euro investiert das Land OÖ in die Antiatomarbeit.

Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung

„Ob Ausbau der Atomkraft, Laufzeitverlängerungen von Uralt-AKW oder grenznahe Atommülllager - Unser Anti-Atom-Einsatz muss in allen Bereichen intensiv und geschlossen weitergeführt werden. Dafür brauchen wir eine gute Zusammenarbeit hier in Oberösterreich, aber auch eine gezielte und effektive Unterstützung der Anti-Atom-Bewegungen in den betroffenen Ländern. Die NGOs und Anti-Atom-Bewegten vor Ort engagieren sich seit vielen Jahren. Sie kennen die jeweiligen Umstände und Gefahren ganz genau und sind für uns unverzichtbare Partner und Partnerinnen, sowohl im Kampf gegen die einzelnen Atomprojekte als auch bei der Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung“, sagt Landtagsabgeordnete Ulrike Schwarz (Grüne). Um weitere Tragödien zu verhindern, werde die Schließung sämtlicher Atomkraftwerke in Grenznähe zu Österreich gefordert, ergänzt der zweite Landtagspräsident Adalbert Cramer (FPÖ). Atomenergie sei weder nachhaltig noch zukunftsträchtig.

Am 29. April (von 13 bis 19 Uhr) findet die Nucelar Energy Conference als Online-Veranstaltung statt. 10 Jahre Fukushima und 35 Jahre Tschernobyl würden Anlass bieten, Bilanz zu ziehen und die komplexe Methodik auseinander zu nehmen, meint Gabi Schweiger von Atomstopp_Atomkraftfrei leben.


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