Tag der Pflege: Arbeitsbedingungen sollen besser, Berufe attraktiver werden

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Am 12. Mai ist Tag der Pflege. Anlässlich dazu werden mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte gefordert (Symbolbild). (Foto: Volker Weihbold)
Wurzer Katharina Wurzer Katharina, Tips Redaktion, 12.05.2021 12:28 Uhr

LINZ/OÖ. Am Mittwoch, 12. Mai, ist Tag der Pflege. Anlässlich dazu weisen Landes- und Stadtpolitiker darauf hin, dass Pflegekräfte mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen brauchen. Der Pflegeberuf soll insgesamt attraktiver werden. In Linz haben drei Initiativen eine Protestkundgebung um 17.30 Uhr vor dem Landhaus angekündigt.

„Die Zukunft der Pflege ist das Motto des heutigen Tages. Diese Zukunft zu sichern ist nicht die alleinige Aufgabe des Bundes, sondern auch des Landes und der Gemeinden hier in Oberösterreich. Auch sie stehen mit in der Verantwortung, Ausbildung, Umschulung und auch die Rahmenbedingungen zu verbessern. Dies bedeutet mehr Unterstützung, damit Ausbildung auch leistbar ist. Und bedeutet mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen, damit sich mehr Interessierte für diesen herausfordernden Job entscheiden und auch dabei bleiben. Genau dafür muss der Tag Ausgangspunkt sein, nicht nur für selbstverständlichen Dank und Anerkennung“, sagt die Grüne Sozialsprecherin Ulrike Schwarz.

Höhere Bezahlung, mehr Personal

Schwarz geht in ihrer Aussendung besonders auf die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte ein. Es sei kein Geheimnis, dass Pflegekräfte sowohl eine höhere Bezahlung als auch bessere Arbeitsbedingungen brauchen würden. Dazu zähle etwa mehr Personal in stationären Einrichtungen. „Demenzielle Erkrankungen werde immer mehr. Die entsprechende Pflege ist extrem fordernd und in der Alltagsarbeit kaum noch schaffbar. Hier müssen wir gerade in den Alten- und Pflegeheimen mehr zusätzliches qualifiziertes Personal zur Verfügung stellen. Es muss eine bessere finanzielle Abdeckung der Leistungen durch das Land  OÖ geben. Das ist Grundvoraussetzung. Kollektivverträge sind Mindestlöhne und dürfen, wie auch in anderen Branchen und der Wirtschaft üblich, überschritten werden“, führt Schwarz aus.

Um die hohe Zahl an Abbrüchen bei Ausbildung und Umschulung zu senken, fordert Schwarz zudem eine Aufstockung der AMS-Unterstützungen durch den Ausbau von Stipendien und eine höhere Bezahlung der Praktika, die verpflichtend zu absolvieren sind. Hier sei das Wiener Modell ein Vorbild, das auf 400 Euro zusätzlich pro Monat setzt, wodurch längere Ausbildungen leistbar gemacht werden sollen. Dafür wird das waff-Programm „Job plus Ausbildung“ erweitert, die Kosten tragen waff, AMS Wien und die jeweiligen Kooperationsbetriebe gemeinsam.

Bei besseren Arbeitsbedingungen und Löhnen stimmt auch der Linzer Vizebürgermeister Markus Hein (FPÖ) zu, der sich für eine 35-Stunden Woche für Pflegekräfte ausspricht. „Mit unserem Antrag zur Einführung einer 35-Stunden Woche für städtische Pflegekräfte bei vollen Bezügen wäre ein erheblicher Mehrwert geschaffen worden. Die Pflegekräfte würden entlastet, der Pflegeberuf weitaus attraktiver. Anstatt dem freiheitlichen Vorschlag zur nachhaltigen Verbesserung zuzustimmen, haben sich die SPÖ und die ÖVP aber leider gegen unseren Antrag gestellt und diesen wichtigen Schritt somit verhindert. Dem Pflegepersonal nur zu danken, ist auf Dauer viel zu wenig“, schließt der Linzer Vizebürgermeister.

Protestkundgebung vor dem Landhaus

Wo Betroffene selbst Verbesserungsbedarf sehen? Unter dem Motto „Ausfinanzieren statt kaputtsparen“ wird am Mittwoch, 12. Mai, um 17.30 Uhr zu einer Protestkundgebung vor dem Linzer Landhaus aufgerufen. Dahinter stehen die Basisinitiative „Brutal Sozial“ von Beschäftigten der Caritas für Menschen mit Behinderungen, das Bündnis „Do It Yourself: Frauentag Linz“ und die Sozialistische LinksPartei (SLP). Gefordert werden unter anderem eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich, 250 Euro zusätzlich pro Pandemiemonat für alle Beschäftigten wegen Mehrarbeit und erhöhtem Infektionsrisiko sowie die Berücksichtigung von Horten und Nachmittagsbetreuungen bei Corona-Regelungen. Darüber hinaus sollen alle Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich geschützt und regelmäßig getestet werden, es brauche auch abseits der Pandemie 20 Prozent mehr Personal und besser bezahlte Ausbildungen. Weitere Informationen finden sich bei der Facebook-Veranstaltung.

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