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Umfrage: Mehr als ein Viertel mit Bekämpfung der Arbeitslosigkeit unzufrieden

Tips LogoWurzer Katharina, 30.07.2021 12:55

OÖ. Mehr als ein Viertel der Arbeitnehmer ist mit den Aktivitäten der Landesregierung, um Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, nicht zufrieden. Darüber hinaus wünschen sich 34 Prozent mehr Investitionen der öffentlichen Hand. Das sind Ergebnisse einer Ifes-Umfrage im Auftrag der Arbeiterkammer (AK) OÖ.

Die Arbeitslosenquote in Oberösterreich betrug im Juni 4,3 Prozent. Mit den Gegenmaßnahmen der Landesregierung ist mehr als ein Viertel der Arbeitnehmenden nicht zufrieden, wie eine Ifes-Umfrage zeigt (Symbolbild). (Foto: Volker Weihbold)

Die Arbeitslosenquote in Oberösterreich betrug im Juni wie berichtet 4,3 Prozent. Besonders verschärft hat sich die Situation für Langzeitarbeitslose. 12.300 Menschen waren im Juni 2021 seit mehr als einem Jahr ohne Arbeit. Das ist eine um 52 Prozent höhere Zahl im Vergleich zu Juni 2019 vor der Corona-Pandemie.

Existenzsicherung verbessern

Um Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, setzt die Landesregierung verschiedene Aktivitäten wie Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen. Mit diesen ist laut einer Ifes-Umfrage jedoch nur ein knappes Drittel der oberösterreichischen Arbeitnehmenden zufrieden. Ein Viertel ist hingegen nicht beziehungsweise gar nicht zufrieden. „Das ist mehr als besorgniserregend. Ich sehe hier einen klaren Auftrag an die aktuelle und künftige Landesregierung in unserem Bundesland, in diesem Bereich aktiver zu werden und mehr Geld in die Hand zu nehmen“, sagt AK OÖ Präsident Johann Kalliauer. Verbessert werden müsse etwa die Existenzsicherung von Arbeitslosen. Es brauche dringend eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes (Nettoersatzrate) auf mindestens 70 Prozent des Einkommens. „Die von Arbeitsminister Kocher geplanten Verschlechterungen wie etwa ein degressiver Verlauf beim Arbeitslosengeld, also eine Verringerung der Bezugshöhe mit zunehmender Dauer der Arbeitslosigkeit, oder weitere Verschärfungen der Zumutbarkeitsbestimmungen lehnen wir ab. Aus meiner Sicht ist es ganz klar, dass Jobförderung und Qualifizierung und nicht Sanktionen im Mittelpunkt der Arbeitsmarktpolitik in Oberösterreich stehen müssen“, führt der AK OÖ Präsident aus.

Häufig gesundheitliche und psychische Probleme

Eine Sonderauswertung des Arbeitsklima Index von Ifes zeigte, dass Arbeitslose kaum mit dem Arbeitslosengeld auskommen und häufiger als arbeitende Menschen unter gesundheitlichen und psychischen Problemen leiden. Dazu zählen beispielsweise Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Nervosität, hoher Blutdruck, Angst- und Beunruhigungszustände sowie depressive Symptome. Arbeitslose Frauen leiden häufiger darunter als Männer. Insgesamt gaben 18 Prozent und sogar fast jeder dritte Langzeitarbeitslose an, mit ihrem Leben eher nicht oder gar nicht zufrieden zu sein. Befragt wurden 6.400 Personen, darunter 550 Arbeitslose.


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