Stangl fordert höheren Familienzuschlag beim Arbeitslosengeld
OÖ. Oberösterreichs Arbeiterkammer-Präsident Andreas Stangl fordert, den Familienzuschlag beim Arbeitslosengeld zu erhöhen, das sei zuletzt 2001 passiert. Damit würde nicht nur armutsgefährdeten Familien geholfen, sondern auch die Wirtschaft angekurbelt.

Kinder und Partner von Arbeitslosen haben einen Anspruch auf den sogenannten Familienzuschlag des AMS. Im Oktober 2021 erhielten rund 25.300 Menschen in Oberösterreich Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe. Mit ihnen leben rund 8.000 Kinder und Partner in gemeinsamen Haushalten, die Anspruch auf den Familienzuschlag des AMS haben. Dieser beträgt 97 Cent pro Person und Tag, zuletzt angepasst wurde er im Jänner 2001.
„Damit wird es für arbeitslose Menschen und ihre Angehörigen immer wahrscheinlicher, in die Armutsfalle zu tappen“, so AK-Präsident Andreas Stangl. Er fordert daher – neben der Erhöhung der Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld von 55 auf mindestens 70 Prozent – eine Anpassung des Familienzuschlags an die Inflation, der Zuschlag müsse auf mindestens zwei Euro pro Tag angehoben werden.
„Durch die Inflation sind Kinder und Angehörige in den vergangenen 21 Jahren immer weniger wert geworden. Gleichzeitig sind die Kosten für den Schulbesuch, die Wohnung und das tägliche Leben drastisch gestiegen. Bei vielen Familien, in denen jemand den Job verliert, geht sich das alles nicht mehr aus“, so Stangl.
Rechenbeispiele
Mit drei Rechenbeispielen will die AK OÖ verdeutlichen, dass sich so Armut bekämpfen lasse:
- Eine fünfköpfige Familie, der Vater wird arbeitslos. Die Mutter ist geringfügig beschäftigt. Mit der Erhöhung des Familienzuschlags hätte die Familie im Monat um 125 Euro mehr zur Verfügung.
- Einer arbeitslosen Alleinerzieherin mit zwei Kindern brächte der höhere Familienzuschlag im Monat rund 63 Euro mehr an Haushaltseinkommen.
- Auch einer vierköpfigen Familie, in der Vater oder Mutter arbeitslos wird und der/die andere 1.100 Euro netto verdient, bringt die Erhöhung ein Plus von 63 Euro pro Monat.
Wie auch bei seiner Forderung nach einer höheren Nettoersatzrate würde das nicht nur den Menschen helfen, sondern auch die Wirtschaft ankurbeln, „weil Familien mit geringen Einkommen jeden Euro direkt in den Konsum stecken“, so Andreas Stangl.


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