Konjunkturumfrage: Oö. Industrie befürchtet Absturz
OÖ/LINZ. Die aktuell positive Geschäftslage dürfte kippen, geht es nach der Einschätzung der heimischen Industrie. Laut jüngster Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ), beginnt die Geschäftslage in den freien Fall überzugehen.

Die mit dem raschen Aufschwung nach dem ersten Corona-Lockdown im März 2020 einsetzende globale Hochkonjunktur 2021 dürfte 2022 ein abruptes Ende findet, damit rechnet die OÖ. Industrie. An der aktuellen Konjunkturumfrage des IV OÖ nahmen 91 Unternehmen mit 108.500 Beschäftigten teil.
„Giftcocktail“
Derzeit laufen die Geschäfte noch gut. Der Saldo aus Positiv- und Negativmeldungen aus der Industrie sei noch auf höchstem Niveau. Eine Vielzahl an internationalen Entwicklungen – von harten Corona-bedingten Einschränkungen in China über massive Lieferkettenschwierigkeiten in allen Bereichen und Branchen sowie explodierende Energie- und Vormaterialkosten bis hin zu Logistikproblemen und Arbeitskräftemangel würden einen „Giftcocktail“ mixen. „Eine Mittelfristplanung ist unmöglich geworden“, erläutert IV OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch.
Vor allem die frühzyklischen Branchen - also die ersten, die auf eine nahende Konjunkturwende reagieren - wie die Metallerzeugung und die Metallverarbeitung, die Papierindustrie, die Maschinen- und Fahrzeugindustrie, aber auch die Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie die Bauindustrie würden die nächsten Monate laut Umfrage sehr pessimistisch einschätzen.
„Bundesregierung muss Handlungsfähigkeit beweisen“
„Die OÖ Industrie steht vor den multiplen Herausforderungen, die Resilienz der Lieferketten deutlich erhöhen zu müssen, bei überdurchschnittlich stark gestiegenen Energiekosten in Österreich die Konkurrenzfähigkeit im globalen Wettbewerb zu erhalten, den Arbeitskräftemangel auszutarieren, die Digitalisierung voranzutreiben und die grüne Transformation in Richtung CO₂-Neutralität zu bewältigen“, betont Haindl-Grutsch, der Industriestandort Österreich sie massiv gefährdet. Er fordert von der Bundesregierung eine rasche Reaktion.
Ganz oben auf der Maßnahmenliste für ihn: die „längst überfällige“ Abschaffung der kalten Progression, eine Lohnnebenkostensenkung sowie eine Strompreiskompensation und unbürokratische Steuergutschriften zur Entlastung von den hohen Energiepreisen. „Angesichts der bedrohlich dunklen Gewitterwolken müsse „die Regierung Handlungsfähigkeit beweisen.“


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