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SCHLATT/OÖ. Die Gemüselandwirte sehen einem optimalen Saisonstart 2022 entgegen, denn der März war sonnenreich und der April brachte den ersehnten Langregen. Ab sofort kann die ganze Palette an Frühlingsgemüse angeboten werden. Zum Auftakt lud die Landwirtschaftskammer in den Meindlhof in Schlatt ein.

  1 / 3   v.l: Ewald Mayr, Obmann des Verbandes der OÖ Obst- und Gemüseproduzenten, Lisa und Stefan Moritz sowie Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ (Foto: Ebner)

Der Meindlhof, ein mehr als 300 Jahre alter Erbhof, wird seit 2019 von Lisa und Stefan Moritz bewirtschaftet. Mit knapp 30 Hektar ist dies ein mittelgroßer Betrieb. Auf rund zehn Hektar Ackerfläche und in drei Folienhäusern wird Gemüse angebaut, die Restflächen werden zur Fruchtfolge verwendet. Tatkräftig unterstützt werden Lisa und Stefan von den früheren Besitzern, Mutter Maria und Vater Franz Niedermaier, und von fleißigen Mitarbeitern für den Hofladen und die Bauernmärkte.

Je nach Jahreszeit kultivieren Lisa und Stefan Moritz knapp 80 Gemüsesorten. Neben Basisgemüse wie Karotten oder Salate gibt es auch Spezialitäten wie violette Kartoffeln, Artischocken, Portulak oder Romanesco. Für alle Gemüse-Gärtner bietet der Meindlhof ein breites Sortiment an Jungpflanzen, Saatgut und Kräutern an. Mithilfe von Nützlingen, effektiven Mikroorganismen und biologisch abbaubaren Materialien wird im Einklang mit der Natur gearbeitet. Angeboten wird die frische Ware im eigenen Hofladen, an den Bauernmärkten Regau und Schwanenstadt, in der Salzkammergut-Gemüsekiste, die geliefert wird, sowie online.

Ernährungsbewusstsein steigt

Der erwerbsmäßige Gemüseanbau wird in Oberösterreich von 179 Betrieben auf einer Gesamtanbaufläche von etwa 1.911 Hektar betrieben. „Nicht zuletzt durch die Zunahme des Ernährungsbewusstseins der Konsumenten steigen auch die OÖ Gemüseanbauflächen, dem Trend der letzten Jahre folgend, weiterhin leicht an. Auch die Anzahl der erwerbsmäßigen Gemüseanbaubetriebe nimmt zu“, weiß Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ. Für die Saison 2022 werden bei den rund 75 verschiedenen Gemüsearten rund 75.000 Tonnen Erntemenge erwartet.

Arbeitsplätze

Die oberösterreichischen Gemüsebaubetriebe sichern durch ihre Bewirtschaftung und Investitionstätigkeit etwa 750 familieneigene Arbeitsplätze in der Region und beschäftigen zusätzlich rund 1.000 Arbeitnehmer ganzjährig. Sie sichern in den nachgelagerten Bereichen der heimischen Wirtschaft sowie am Dienstleistungssektor weitere rund 1.500, vorwiegend oberösterreichische Arbeitsplätze. Der handarbeitsintensive Gemüseanbau ist aber auch auf ausländische Saisonarbeiter und Erntehelfer angewiesen. In Oberösterreich stammen diese hauptsächlich aus den Ländern Ukraine, Kosovo, Rumänien und Polen. „Obwohl heuer das erste Mal seit vielen Jahren mit den genehmigten Drittstaatskontingenten und einer neuen Stammsaisonier-Regelung ein Auslangen gefunden hätte werden können, sind die Arbeitgeber durch den furchtbaren Ukrainekrieg wieder unerwartet und überraschend in einer schwierigen Situation. Auch dieses Jahr muss in der Obst- und Gemüsebranche, entgegen der Planungen, wieder umgedacht, jongliert und neu geordnet werden“, so Waldenberger.

Konsumentenwünsche

Die Palette der in Oberösterreich produzierten und saisonal erhältlichen Gemüsearten wächst jährlich. Neue, trendige und klimafitte Früchte wie beispielsweise Jungknoblauch, Süßkartoffeln, Edamame (Gemüsesoja) oder auch Speisepilze sind im Anbau immer stärker vertreten. Immer häufiger findet man auch etwa Romanesco, Mangold, Ingwer oder auch Portulak. Die Anbauschwerpunkte im Bundesland liegen bis dato deutlich bei den Kohlgemüsen, den Salaten, den Gurkengewächsen und den Wurzelgemüsearten. Innerhalb von Österreich sind die OÖ. Gemüseproduzenten beim Anbau von beispielsweise Frisch- und Sauerkraut, Broccoli, Kopf- und Eissalat, Feld-, Senf- und Einlegegurken, Roten Rüben, Sellerie, Spargel, Speisekürbis, Zucchini und Zuckermais marktführend bzw. marktbedeutend. Der Anteil des Biogemüses beträgt laut Statistik Austria bereits bei 28 Prozent der Anbaufläche, das sind bereits über 535 Hektar – Tendenz steigend. 


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