Wirtschaftsbund sieht "Alarmstufe Rot" am Arbeitsmarkt
OÖ. Der Wirtschaftsbund-Stellenmonitor zeigt über 46.000 offene Stellen im März 2023. Die Situation am Arbeitsmarkt stehe daher auf „Alarmstufe Rot“, meint der Wirtschaftsbund, der Personalmangel wirke sich bereits negativ auf den Standort aus.

Ende März 2023 standen beim AMS Oberösterreich 31.245 offene Stellen zur Verfügung, was einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Der Stellenmonitor des Wirtschaftsbundes verzeichnet für den Monat März in Oberösterreich sogar 46.566 offene Stellen. Dem stehen 27.854 Arbeitssuchende gegenüber.
„Betrieben entgeht das Geschäft ohne ausreichendes Personal“
„Gerade jetzt in den Osterferien entgeht vielen Betrieben das Geschäft, weil sie die Nachfrage ohne ausreichendes Personal nicht decken können“, sagt Wolfgang Greil, Wirtschaftsbund-Landesgeschäftsführer. Der Bereich Handel, Logistik und Verkehr ist mit 9.546 offenen Stellen (Zahlen laut Wirtschaftsbund-Stellenmonitor) besonders betroffen.
Die heimische Wirtschaft brauche dringend weitere Entlastungsmaßnahmen und langfristige Arbeitsmarktreformen, um aus der Krisensituation herauszukommen, fordert Greil. „Es gibt Potenzial am Arbeitsmarkt, welches mit entsprechenden Anreizen gehoben werden muss. Es braucht eine Ausweitung der Steuerbefreiung von Überstunden und ein Anreizmodell, dass ältere Arbeitnehmer motiviert, länger im Erwerbsleben zu bleiben.“
Anreizmodell für ältere Arbeitnehmer wird in Arbeitsgruppe des Bundes behandelt
Ein solches Anreizmodell wurde von Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner in eine neue Bundes-Reformgruppe eingebracht: durch steuer- und abgabenrechtliche Begünstigungen soll das Interesse an einem Weiterarbeiten in der Alterspension gesteigert werden. Eine entsprechende MARKET-Studie zu den Effekten liegt bereits vor. „Alleine in Oberösterreich könnte so die Vollzeit-Arbeitsleistung von 9.000 Arbeitskräften zusätzlich gewonnen werden. Das würde rund 26.000 zusätzliche Beschäftigte für Oberösterreichs Betriebe bedeuten“, so Achleitner. Einen weiteren Hebel sieht der Landesrat in Teilzeit-Beschäftigten, die dafür gewonnen werden sollen, ihre Stundenanzahl zu erhöhen.
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