Wenn die Wohnung kalt bleibt: Ruf nach staatlicher Kindergrundsicherung
OÖ/Ö. In Österreich sind laut Statistik Austria 368.000 Kinder und Jugendliche von Armut und Ausgrenzung bedroht, also jedes fünfte Kind. Besondere Herausforderung für von Armut betroffene Familien seien aktuell die hohen Heizkosten, zeigt eine Studie der Gesundheit Österreich GmbH und der Volkshilfe. Oberösterreichs Kinder- und Jugendschutz-Landesrat Michael Lindner (SPÖ) fordert angesichts der Studien-Ergebnisse erneut die Einführung einer staatlichen Kindergrundsicherung.

„Wie ging es armutsbetroffenen Kindern im Winter der Teuerung?“, war die grundlegende Frage der Studie von Gesundheit Österreich GmbH und Volkshilfe Österreich im Auftrag des Sozialministeriums. Etwas mehr als 100 armutsbetroffene Eltern wurden befragt.
Eine besondere Herausforderung sind demnach die steigenden Heizkosten, mehr als die Hälfte der Befragten gab an, ihre Kinder nur eingeschränkt vor Kälte in der Wohnung schützen zu können. Um mit der Kälte in der Wohnung umzugehen, würde den Kindern oft zusätzliche Kleidung angezogen (drei von vier Haushalte).
58,3 Prozent der Eltern gaben an, dass sie andere Bedürfnisse ihrer Kinder aufgrund der steigenden Heizkosten einschränken würden, etwa Freizeitaktivitäten, Kleidung oder Essen und soziale Kontakte.
Aufwärmen im öffentlichen Raum
Ein Viertel der befragten Haushalte nutzte den öffentlichen Raum – etwa Spielbereiche in Einkaufszentren, um die Kinder besser vor Kälte zu schützen. Jene, die dies nicht machen, geben an, dass die Eintritte etwa in Schwimmbäder oder Indoor-Spielplätze zu teuer seien.
Ruf nach staatlicher Kindergrundsicherung
Für Kinder- und Jungschutz-Landesrat Michael Lindner (SPÖ) ist klar, dass es angesichts solcher Studienergebnisse eine staatliche Kindergrundsicherung brauche. „Die Ergebnisse der Studie zeigen einmal mehr, dass die Bundesregierung nun endlich handeln muss, um die armutsgefährdeten Familien nachhaltig bei der Existenzsicherung zu unterstützen. Daher wurde auch im Rahmen der Landes-Kinder- und Jugendhilfereferentenkonferenz im Oktober 2022 die Bundesregierung zur Erarbeitung eines Existenzsicherungsmodells im Sinne einer Kindergrundsicherung ersucht.“
„Ausgearbeitetes Volkshilfe-Modell wäre geeignet“
Lindner sieht das von der Volkshilfe Österreich ausgearbeitete Modell der Kindergrundsicherung als geeignet zur Bekämpfung von Kinderarmut und finanzieller Absicherung der Kinder. Das Modell sieht unter anderem die Einführung einer Kindergrundsicherung vor, die sich an den monatlichen Kinderkosten orientiert, bei gleichzeitigem Ausbau sozialer und kostenfreier Infrastruktur. Mehr dazu hier.


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