Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

OÖ. Keine Überraschungen zeigen die Konjunkturdaten für das 1. Quartal 2023, in den meisten Branchen herrscht stabile Geschäftslage, das globale Umfeld bleibt aber herausfordernd. Das sind die Ergebnisse der Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung (IV) OÖ zum 1. Quartal. Die Forderung, den Arbeitskräftemangel durch steuerliche Anreize zu bekämpfen, wird bekräftigt.

IV OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch (Foto: IV OÖ/Eric Krügl)
IV OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch (Foto: IV OÖ/Eric Krügl)

„Die Lage in den meisten Branchen kann als robust bezeichnet werden“, erklärt Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der IV OÖ. „Der Trend der letzten Quartale setzt sich fort.“ Das Konjunkturbarometer der IV OÖ-Konjunkturumfrage über das 1. Quartal 2023 (98 teilnehmende Firmen mit insgesamt rund 122.000 Mitarbeitern), das sich als Mittelwert aus aktueller und zukünftiger Geschäftslage errechnet, liegt aktuell bei +7,5 Punkten und damit leicht über dem Wert des Vorquartals.

Normalisierung nach turbulentem Jahr 2022

Gewichtet nach Mitarbeiterzahlen melden, wie auch im vorherigen Quartal, 36 Prozent der Unternehmen zurzeit eine gute bzw. steigende Geschäftslage, 54 Prozent eine gleichbleibende und nur zehn Prozent eine schlechter werdende Geschäftslage.

Der Saldo aus Positiv- und Negativwert ist somit von zuvor +32 auf +26 Punkte weiter gesunken, ein Abwärtstrend, der sich seit den Spitzenwerten im Sommer 2021 fortsetzt. Ein deutlicher Rückgang ist auch bei den derzeitigen Auftragsbeständen und bei den Auslandsaufträgen zu verzeichnen.

Bei den in Zukunft gerichteten Indikatoren setzt sich hingegen der Aufwärtstrend fort: Die Einschätzung der Produktionstätigkeit in drei Monaten steigt im Saldo von -24 auf +4 Punkte, die Auslastung der Produktionskapazitäten in drei Monaten verbessert sich von -34 auf -9 Punkte.

Die Geschäftslage in sechs Monaten bleibt im negativen Terrain, verbessert sich aber von -19 auf -11 Punkte.

„Pessimismus lässt nach“

„Der Pessimismus, der im dritten Quartal 2022 einen negativen Höhepunkt von -68 Punkte verzeichnete, lässt damit weiter nach. Es zeigte sich, dass die schlimmsten Befürchtungen infolge von Ukraine-Krieg und Energiekrise nicht eingetreten sind bzw. eine Negativspirale in der Wirtschaftsentwicklung verhindert werden konnte“, so Haindl-Grutsch.

Diese Entwicklung ist branchenübergreifend vergleichbar, negativer stellt sich die Situation jedoch in der Bau- und der Papierindustrie dar.

Die Einschätzung der Verkaufspreise in drei Monaten bleibt im Saldo von +43 Punkten nach +39 stabil, die Ertragssituation in sechs Monaten wird mit +17 nach -13 wieder positiv eingeschätzt. 

Arbeitskräftemangel: weiter Herausforderung Nummer 1

Mit einem Rückgang im Saldo von +4 im vierten Quartal 2022 auf aktuell -2 Punkte hat sich die Einschätzung des Beschäftigtenstandes in drei Monaten bei den Betrieben im Vergleich zu anderen Indikatoren nur wenig verändert. Es gibt weiterhin mehr offene Stellen, als Arbeitskräfte verfügbar sind. Sollte es vereinzelt zu Freisetzungen kommen, würden diese unmittelbar vom leergefegten Arbeitsmarkt aufgesogen.

„Am Arbeitsmarkt entscheidet sich die Zukunft unseres Landes. Es ist höchste Zeit, die steuerlichen Rahmenbedingungen unserer Arbeitswelt so zu gestalten, dass Mehr-Arbeit belohnt wird. Der Arbeitskräftemangel kann mit dem bestehenden System nicht bewältigt werden, weil es Weniger-Arbeiten attraktiviert. Das führt zur Erosion der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes und zu Wohlstandsverlust der Bevölkerung sowie zur Unfinanzierbarkeit des Sozialsystems“, wiederholt Haindl-Grutsch die Forderung des IV OÖ, steuerliche Anreize zu setzen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden