Verpflichtende Gewaltpräventionskurse für minderjährige Flüchtlinge
OÖ. Nach der Halloween-Nacht wurde das Paket „Respekt OÖ“ erarbeitet. Nun soll eine Studie Ursachen und Präventionsmöglichkeiten für Jugendkriminalität erforschen. Zudem müssen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Oberösterreich künftig verpflichtende Gewaltpräventions- und Werte-Workshops besuchen.

Die Kurse werden vom Verein Neustart durchgeführt, innerhalb von zwei Wochen finden drei Workshop-Termine zu je 150 Minuten statt. Die Workshops sind dabei auf 3 Module aufgeteilt. Ein Modul beschäftigt sich mit Gewalt und Respekt, der Auseinandersetzung und dem Umgang mit Autoritäten, ein weiteres mit Konfliktlösung. Das dritte Modul macht Zivilcourage und die Steigerung der Sozialkompetenz zum Thema.
Paket „Respekt OÖ“
Die Kurse für unbegleitete Minderjährige sind Teil eines Maßnahmen-Bündels: Nach den Ausschreitungen in der Halloween-Nacht des Jahres 2022 hat das Land OÖ unter Einbeziehung von Jugendkontaktbeamten, Sozialarbeitern und NGOs wie der Volkshilfe das Paket „Respekt Oberösterreich“ erarbeitet. Damit soll auf neue Herausforderungen in der Jugend- und Integrationsarbeit reagiert werden.
Anstieg der Jugendkriminalität zwischen 2020 und 2022
Weil die Zahlen der Landespolizeidirektion einen Anstieg der Jugendkriminalität in OÖ zwischen 2020 und 2022 zeigen, soll eine Studie aktuelle Entwicklungen in dem Bereich durchleuchten. Im Vorjahr gab es in OÖ 11.672 Tatverdächtige im Alter zwischen sechs und 21 Jahren (2020 waren es 10.865). Vor allem in der Altersgruppe sechs bis 14 Jahre ist die Zahl der Verdächtigen gestiegen. Die Studie im Auftrag des Landes OÖ und des OÖ Städtebundes soll nun die Ursachen für Mehrfachtaten in jungen Jahren wie auch Präventionsmöglichkeiten erforschen.
Ausbau von Anti-Gewalttrainings
Ein weiterer Teil des Maßnahmen-Pakets ist der Ausbau der Anti-Gewalttrainings für auffällige, gewaltbereite Asylwerber gemeinsam mit dem Verein Neustart. „Vorkommnisse und Gruppengewalt wie in der Halloween-Nacht haben in Oberösterreich keinen Platz und zeigen, dass wir mit neuen Formen der Jugendkriminalität konfrontiert sind.“, sagt Integrations-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer. Die Ursachenanalyse für Jugendkriminalität erfordere „die Einbeziehung zahlreicher Experten, auch nicht-polizeiangehöriger Gewaltexperten, wie etwa Sozialarbeiter oder Psychologen“, sagt Bürgermeister Klaus Luger.


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