Energie, Mobilität, Lebensmittel: Was die Oberösterreicher sich wünschen und selbst beitragen
OÖ. Was tun die Konsumenten in Oberösterreich, was erwarten sie sich von Wirtschaft und Politik bei den Themen Energie, Mobilität und Lebensmittel? Das wollte Klima- und Konsumentenschutz-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) wissen. Die Antworten liefert eine neue Umfrage. Die großen Fragen zu dem Themenkomplex und das Bewusstsein, dass jeder einzelne etwas beitragen könne, seien in der breiten Bevölkerung angekommen, findet Kaineder.

Das OÖ. Umweltressort hat das Meinungsforschungsinstitut SORA mit der Umfrage beauftragt, durchgeführt wurde sie von April bis Mai 2023, 600 Personen wurden befragt. „In dieser Form, aus Sicht des Konsumentenschutzes erstmals“, so Kaineder.
Weg mit alten Stromfressern, geringere Raumtemperatur
Ergebnisse der Umfrage: Fast drei Viertel ersetzen „alte Stromfresser“ durch neue, effiziente Geräte, für Kaineder ein „erstaunlich hoher Wert“. Mehr als 50 Prozent der Befragten haben im vergangenen Winter die Raumtemperatur gesenkt. Beim persönlichen Mobilitätsverhalten gibt mehr als die Hälfte an, seltener mit dem Auto zu fahren, dafür häufiger Bus und Bahn zu nutzen bzw. mit Fahrrad oder zu Fuß unterwegs zu sein. Auch das sei für Kaineder „ein sehr hoher Wert“, einen Beitrag dazu habe sicher auch die Einführung des Klimatickets geleistet.
Wünsche an Wirtschaft und Politik
Auch wurde abgefragt, was sich Konsumenten wünschen. Nicht ganz unerwartet sagen 96 Prozent der Befragten, dass Unternehmen langlebige und reparierbare Geräte herstellen müssten. „Die Grundhaltung der billigen Wegwerfgesellschaft ist vorbei“, schließt Kaineder daraus. „Das ist ein Auftrag an uns“, verweist er gleichzeitig auf den Reparaturbonus – „eine gute oberösterreichische Erfindung“ – die nun auch auf Bundesebene umgesetzt ist und mit Mitte September, nach Betrugsfällen, wieder zur Verfügung stehen wird.
Weniger Plastikmüll
Auch, dass Plastikmüll reduziert werden müsse, wird erwartungsgemäß von fast allen Befragten, 94 Prozent, mit „sehr“ und „ziemlich“ beantwortet. Die Einführung des Pfandsystems auf Einweggetränkeflaschen ab 1. Jänner 2025 sieht Kaineder als nächsten Schritt im Kampf gegen Plastikmüllberge.
Abgefragt wurde auch des Thema Saisonalität/Regionalität. 85 Prozent der befragten Konsumenten sind der Ansicht, dass saisonale Lebensmittel aus der Region billiger sein sollten als Importware. Zudem wünscht sich die Hälfte der Befragten mehr vegetarisches Essen in Kantinen und öffentlichen Küchen. Kaineder wiederholt hier seine Forderung nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung auch in der Gastronomie, ab 1. September muss diese wie berichtet in Großküchen und Kantinen verpflichtend umgesetzt werden.
Rahmenbedingungen, damit nachhaltiges Leben gut möglich ist
Kaineder glaubt, dass auch die Wetterextreme im heurigen Sommer – Oberösterreich sei hier „noch mit einem blauen Auge davongekommen“ – zu einem Umdenken führen, was in der Umfrage allerdings noch nicht abgebildet sei, da sie vor dem Sommer durchgeführt wurde.
Ziel müsse sein, eine „Kultur der Gleichzeitigkeit“ zu entwickeln. Die Politik müsse die Rahmenbedingungen ändern – „das Bewusstsein ins Tun übersetzt werden. Wie man aber an der Umfrage sieht, hat sich schon etwas verändert, zum Beispiel, dass 70 Prozent ihre Geräte tauschen, dass vermehrt auf das Auto verzichtet wird. Das müssen wir jetzt noch bestärken und schauen, dass die Motivation gehalten wird.“ Der Wunsch an die Wirtschaft und Politik sei groß, die Rahmenbedingungen so zu setzen, damit ein nachhaltiges Leben auch gut möglich sei.


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