Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

Wieder keine Einigung: Metaller kündigen Warnstreiks an

Tips LogoKarin Seyringer, 02.11.2023 19:41

Ö/OÖ. Auch die vierte Runde der Metaller-Kollektivvertragsverhandlungen am Donnerstag hat keine Einigung gebracht. Etwa 70.000 Beschäftigte sind in Oberösterreich von den laufenden KV-Verhandlungen betroffen. Die Betriebe starten ab Montag, 6. November, in den Arbeitskampf, teilt die Gewerkschaft mit.

 (Foto: industrieblick/stock.adobe.com)
(Foto: industrieblick/stock.adobe.com)

Acht Stunden lang wurde in der Wirtschaftskammer Wien verhandelt, der Tag blieb ohne Einigung.

Die Arbeitgebervertreter legten laut Pressemitteilung zwei mögliche Varianten als Angebot vor:

  • Variante 1 ist ein Zweijahresabschluss mit einer zehnprozentige Lohnerhöhung sowie einer Einmalzahlung von 1.500 Euro, aufgeteilt auf zwei Jahre. Zusätzlich wurde ein Vorruhestandsmodell angeboten.
  • Variante 2 führt zu einer durchschnittlichen Lohn- und Gehaltserhöhung von 8,42 Prozent. Diese besteht aus einer Erhöhung der Entgelte um 2,5 Prozent zuzüglich einem monatlichen Fixbetrag von 100 Euro. Dazu kommt eine steuer- und abgabenfreie Einmalzahlung von 1.050 Euro. „Die untersten Beschäftigungsgruppen bekommen mit diesem Modell sogar bis zu 10 Prozent mehr Lohn“, heißt es von den Arbeitgebervertretern.

Knill: Angebote abgelehnt

Beide Varianten wurden von den Gewerkschaften abgelehnt. Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Wir haben heute unser Angebot deutlich erhöht und besonderen Wert auf die Stärkung der Kaufkraft unserer Beschäftigten gelegt. Die Gewerkschaften haben unser Angebot trotzdem abgelehnt und beharren auf ihrer Forderung nach einer nachhaltigen Lohnerhöhung um 9,6 Prozent. Mitten in der aktuellen Rezession ist das besonders unverständlich und für den Industriestandort Österreich verantwortungslos und destruktiv.“

Er sieht angekündigte Warnstreiks als „verantwortungslos“ an, man könne eine Rezession nicht „wegstreiken“. Man sei weiter „jederzeit gesprächsbereit“.

Gewerkschaft: Abbruch, Warnstreiks ab 6. November

„Das Angebot der Arbeitgeber für eine Gehaltserhöhung beträgt lediglich 2,5 Prozent plus ein Fixbetrag von 100 Euro plus eine Einmalzahlung von 1.050 Euro. Eine zweite Angebotsvariante würde einen zweijährigen Abschluss vorsehen, den die Gewerkschaften kategorisch ablehnen“, teilen die Gewerkschaftsverterter ebenfalls in einer Pressemitteilung mit. Nach wie vor sei das Vorgehen der Arbeitgeber „respektlos und völlig unangemessen.“ Und weiter: „Die zweijährige Angebotsvariante kommt schon gar nicht infrage, denn wir verhandeln aufgrund gesicherter Wirtschaftsdaten der Vergangenheit, nicht mit der Glaskugel.“

Die Forderung von plus 11,6 Prozent bleibe aufrecht, „wir werden ihr jetzt mit Warnstreiks Nachdruck verleihen“, so die beiden Chefverhandler Reinhold Binder (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA).

Streiks ab 6. November

Die Betriebe starten laut Gewerkschaft ab 6. November in den Arbeitskampf, gestreikt wird je nach Standort am Montag, Dienstag oder Mittwoch. Weiterverhandelt werden soll am 9. November.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden