So teuer wohnt es sich in Oberösterreichs Regionen
LINZ. Auch dieses Jahr hat die Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich wieder eine Erhebung zum Thema Wohnen durchgeführt, die Ergebnisse werden im AK-Wohnzufriedenheitsindex gebündelt. Gemeinsam sei allen Bezirken, dass die Betriebs- und Wohnkosten als belastend empfunden werden und ein hoher Anteil an sozialem Wohnbau günstige Mieten fördere. Die AK fordert daher Maßnahmen, um die Teuerung abzufedern.

Der Wohnzufriedenheitsindex wird jährlich von der Arbeiterkammer (AK) erhoben, und soll Aufschluss über Bedürfnisse und Sorgen der AK-Mitglieder rund ums Thema Wohnen geben. Der Index hat eine Spannweite von 0 (maximal negativ) bis 100 Punkten (maximal positiv). Die aktuelle Erhebung fand im Oktober und November 2023 statt, der Gesamtindexwert liegt unverändert bei 69 Punkten.
Für die Auswertung wurden die Ergebnisse in folgende NUTS-3-Regionen gruppiert:
- Linz-Wels: umfasst Linz, Wels, Linz-Land, Wels-Land, Eferding sowie Teile von Urfahr-Umgebung.
- Mühlviertel: umfasst die Bezirke Freistadt, Perg, Rohrbach sowie Teile von Urfahr-Umgebung
- Traunviertel: umfasst die Bezirke Gmunden und Vöcklabruch
- Innviertel: umfasst die Bezirke Braunau am Inn, Grieskirchen, Ried im Innkreis und Schärding
- Steyr-Kirchdorf: umfasst Steyr und die Bezirke Kirchdorf sowie Steyr-Land
Wohnzufriedenheit im Mühlviertel hoch, in Linz-Wels am niedrigsten
Bei der Wohnzufriedenheit unter den Beschäftigten ist Linz-Wels das Schlusslicht mit 68 Indexpunkten, besonders hoch ist die Zufriedenheit im Mühlviertel mit 71 Punkten. Menschen in Bezirken mit einem hohen Anteil an Wohnen im Eigentum sind laut AK-Index zufriedener als in Bezirken mit hohem Anteil in Wohnen zu Miete: Am höchsten liegt der Mietanteil in der Region Linz-Wels mit 53 Prozent, am niedrigsten in der Region Mühlviertel mit 23 Prozent.
Wohnen in der Stadt vor allem wegen Infrastruktur attraktiv
In urbanen Gebieten wird die Infrastruktur, etwa die öffentliche Anbindung, Einkaufsmöglichkeiten und Kulturangebote, positiv eingeschätzt. Als urbane Gebiete gelten etwa die Städte Linz, Wels und Steyr aber auch Bad Ischl, Braunau am Inn, Enns, Gmunden, Ried im Innkreis und Mattighofen. In ländlichen Regionen schätzen die Menschen die Nachbarschaft, die nähere Wohnumgebung, die Luftqualität, die Lärmsituation und Sicherheit.
Mietkosten: so teuer oder günstig wohnt es sich in den Regionen
Wesentlich für die Wohnzufriedenheit sind auch die Mietkosten: während die durchschnittlichen Kosten in der Region Steyr-Kirchdorf bei 707 Euro pro Monat liegen, zahlen Mieter in den Regionen Linz-Wels 712 Euro und im Mühlviertel 730 Euro. Bedeutend mehr müssen Mieter in den Regionen Innviertel (761 Euro) und Traunviertel (853 Euro) aufbringen. Der Anteil der Wohn- und Energiekosten gemessen am Einkommen ist im Mühlviertel am niedrigsten, in Linz-Wels am höchsten.
AK fordert mehr sozialen Wohnbau und Wohnbonus
Der Anteil an gefördertem Wohnbau ist in Linz-Wels mit 33 Prozent am höchsten, im Inn- und Traunviertel am niedrigsten. Hohe Mieten korrelieren also mit einem geringen Anteil an gefördertem Wohnbau und umgekehrt niedrigere Durchschnittsmieten mit einem hohen Anteil an sozialem Wohnbau – für die AK ein Beweis dafür, dass es einen Ausbau des Angebots braucht. Angesichts der weiterhin starken Teuerung seien weitere Maßnahmen erforderlich: „Zusätzlich zur Initiative für geförderten Wohnbau fordern wir eine echte Mietpreisbremse und einen Wohnbonus in der Höhe von zehn Prozent der Wohnkosten bis zu maximal 800 Euro für alle Beschäftigten“, so AK OÖ-Präsident Stangl.


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