Donnerstag 30. Mai 2024
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OÖ/LINZ. Von einem „sehr erfolgreichen Jahr mit Fortführung des kontinuierlichen Wachstums“ spricht Generaldirektorin CEO Stefanie Christina Huber bei der Sparkasse Oberösterreich Bilanzpräsentation am Freitag in Linz. Der Gewinn vor Steuern 2023 konnte auf 155,7 Millionen Euro (2022: 94 Millionen Euro) auf Rekordniveau gesteigert werden.

Präsentierten die Sparkasse OÖ-Bilanz 2023, v.l.: Vorstandsdirektor Martin Punzenberger, Vorstandsdirektor Manuel Molnar, Generaldirektorin Stefanie Christina Huber und Vorstandsdirektor Maximilian Pointner (Foto: Sparkasse OÖ/Werner Kerschbaummayr)
Präsentierten die Sparkasse OÖ-Bilanz 2023, v.l.: Vorstandsdirektor Martin Punzenberger, Vorstandsdirektor Manuel Molnar, Generaldirektorin Stefanie Christina Huber und Vorstandsdirektor Maximilian Pointner (Foto: Sparkasse OÖ/Werner Kerschbaummayr)

Die gestiegenen Zinsen, die Entwicklung auf den Finanzmärkten und weiterhin niedrige Risikovorsorgen sind die Hauptgründe für die Gewinnsteigerung auf 155,7 Millionen Euro. Das Zinsergebnis konnte von 189 Millionen Euro im Jahr 2022 auf 255 Millionen Euro gesteigert werden (plus 34,8 Prozent).

Das Kernkapital verbesserte sich von 929 Millionen auf 993 Millionen Euro, die Kernkapitalquote folglich von 16,6 auf 17,8 Prozent. Das harte Kernkapital ist von 849 Millionen auf 913 Millionen Euro gestiegen. Die gesamten Eigenmittel liegen bei 1,2 Milliraden Euro (Vorjahr 1,16 Milliraden), die Eigenmittelquote bei 21,7 Prozent (Vorjahr 20,7 Prozent).

Gestiegene Spareinlagen, privates Wohnbaugeschäft um 60 Prozent zurückgegangen

Die Spareinlagen der Privatkunden sind um 14,3 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro gestiegen – begründet durch die Umschichtung auf höherverzinsliche Produkte und durch Zinsanhebungen der EZB, aber auch durch das hohe Kundenvertrauen, wie es heißt.

Infolge der allgemeinen Teuerung und auch gesetzlicher Anforderungen durch die KIM-Verordnung sei das private Wohnbaugeschäft nach wie vor schwach ausgeprägt. 2023 gab es einen hohen Rückgang von rund 60 Prozent beim Neugeschäft in der privaten Wohnbaufinanzierung. Mittlerweile steige das Interesse wieder, es gebe vermehrt Gespräche, die Kunden seien aber noch abwartend aufgrund des angekündigten Wohnbaupakets der Bundesregierung und angekündigter Zinssenkungen, erläutert Vorstandsdirektor CSO Manuel Molnar.

Weniger Investitionslust bei Unternehmen

Unternehmenskredite sind um 0,7 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro zurückgegangen, aufgrund gesunkener Investitionslust angesichts unsicherem Umfeld, so Huber. Gleichzeitig hab der Liquiditätsbedarf der Unternehmen für ein deutliches Wachstum der Betriebsmittelkredite (plus acht Prozent) und für einen Rückgang der Einlagen (minus 12 Prozent) gesorgt.

„Setzen auf aktive Beratung und Begleitung“

Die Sparkasse OÖ habe angesichts schwieriger Zeiten auf die aktive Beratung und Begleitung ihrer Kunden gesetzt und proaktiv zu Auswirkungen von gestiegenen Zinsen oder Einnahmen-Ausgaben-Rechnung informiert. Daher liege die NPL-Quote (Verhältnis notleidender Kredite zu den Kundenforderungen) im privaten Wohnbaubereich bei sehr niedrigen 0,99 Prozent.

Die generelle NPL-Quote betrug 2,9 Prozent, nach 2,2 im Jahr 2022.

Insgesamt rund 300.000 persönliche Kundenkontakte habe es in Summe 2023 gegebem, um 26 Prozent mehr als noch 2022, erläutert Vorstandsdirektor Molnar, der auch auf Unterstützung bei der Wohnraumschaffung mit dem Startbonus fürs erste Eigenheim verweist.

Investitionen in Filialen

140 Standorte, 36 davon in Selbstbedienung, umfasst das Filialnetz der Sparkasse OÖ in Oberösterreich und dem westlichen Mostviertel. 2023 wurden die zwei umfangreich sanierten Standorte Ried im Innkreis und Kirchdorf wiedereröffnet. Gestartet wurden die Modernisierungen der Standorte Schärding, Enns, Laakirchen (Anfang 2024 wiedereröffnet) und Gallneukirchen (als erste energieautarke Filiale der Sparkasse OÖ). „Wir legen auch Augenmerk darauf, keine zusätzlichen Flächen zu versiegeln und nachhaltig zu sanieren“, so Vorstandsdirektor CFO Martin Punzenberger. Auch orientiere man sich beim Beschaffungsmanagement regional.

Vorstandsdirektor CRO & COO Maximilian Pointner verweist hier auch auf den ebenfalls am Freitag veröffentlichten Bericht zur Nachhaltigkeitsstrategie 2023, der unter anderem eine 25-prozentige Reduktion der betriebs- und mobilitätsbedingten CO₂-Emissionen seit 2017 bestätigt. „Das entspricht dem CO₂-Fußabdruck der Einwohner der Stadt Traun“. Rund ein Fünftel der Veranlagung sei in nachhaltigen s Fonds.

Gewinne werden auch gemeinnützig verwendet

Ein Teil der erwirtschafteten Gewinne würden auch wieder für gemeinnützige Initiativen verwendet, so Huber. So investierte die Bank gemeinsam mit ihrer Mehrheitseigentümerin, der Anteilsverwaltung Allgemeine Sparkasse, mehr als 2 Millionen Euro ins Gemeinwohl.

Ausbau der Anteile

Schneller als erwartet, schon heuer, werde durch das gute Jahresergebnis 2023 der Ausbau der Anteile der Anteilsverwaltung Allgemeine Sparkasse möglich sein, von 78,86 Prozent auf 85,7 Prozent. Die restlichen Anteile werden sich dann auf Erste Bank mit 10 Prozent und Kleinaktionäre mit 4,3 Prozent verteilen.

Von der Politik wünscht sich Generaldirektorin Huber die schnelle Umsetzung des angekündigten Wohnbaupakets und Klarheit zu Vorgaben in puncto Nachhaltigkeit und bei der Standortpolitik. „Wir sind in hoffnungsvoller Erwartung, wir sind bereit“, so Huber.


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