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Neues Bestattungsgesetz in Oberösterreich: Was sich ändert

Tips Logo Karin Seyringer, 15.04.2024 20:40

OÖ/LINZ. (Update) In der Oö. Landtagssitzung am Donnerstag in Linz ist die Novelle des Oö. Leichenbestattungsgesetzes einstimmig beschlossen worden. Damit gibt es erstmals eine Regelung für Wasserbestattung. Auch kann künftig ein Teil der Asche entnommen oder diese verstreut werden.

 (Foto: Gulnaz/stock.adobe.com)
photo_library (Foto: Gulnaz/stock.adobe.com)

Derzeit entspricht das Oö Leichenbestattungsgesetz in vielen Bereichen noch der ursprünglichen Fassung von 1961. Mit der im Landtag beschlossenen Novelle wird das Gesetz den aktuellen gesellschaftlichen Bedürfnissen angepasst.

„Durch Aktualisierungen im Gesetz soll Hinterbliebenen ein würdiges und pietätvolles Gedenken in zeitgemäßer Form ermöglicht werden, um den Verlust eines geliebten Menschen angemessen betrauern zu können. Für viele ist das auch zur Trauerbewältigung wichtig“, so die zuständige Gesundheitsreferentin, LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP).

Die wichtigsten Neuerungen: Erstmals Wasserbestattung möglich

  • Erstmals wird Wasserbestattung gesetzlich geregelt und im Rahmen von Friedhofsanlagen ermöglicht.
  • Neu im Gesetz ist eine Regelung über die Teilentnahme von Asche nach einer Kremation. Ein Teil der Asche darf entnommen werden, um beispielsweise ein Schmuckstück als Andenken daraus pressen zu lassen.
  • Die Asche darf künftig verstreut werden, auf ausgewiesenen Flächen auf Friedhöfen und in jenen Gewässern, in denen Wasserbestattung genehmigt ist.
  • Die Regelung zum Abtransport einer Leiche in die Leichenhalle vor erfolgter Totenbeschau wird verbessert. Somit kann in Zukunft nach der Feststellung des Todes zum Beispiel durch den Not- oder Hausarzt, mit deren (schriftlicher) Zustimmung die Überführung stattfinden, wo dann die Totenbeschau nachgeholt werden kann. 
  • Die Frist, innerhalb derer eine Bestattung in der Regel durchgeführt werden muss, wird von sechs auf zehn Tage erstreckt.
  • Die Verpflichtung zur Entnahme von Herzschrittmachern vor Durchführung einer Feuerbestattung entfällt.

Update: Innungsmeister Martin Dobretsberger: „Mehr Zeit für Trauerarbeit“

Martin Dobretsberger, Landesinnungsmeister der oö. Bestatter, sieht in der nun beschlossenen Novelle eine langjährige Forderung der oö. Bestattungsunternehmen umgesetzt und zeigt sich mit den Änderungen weitgehend zufrieden. „Durch die Änderungen im Gesetz wird Hinterbliebenen beim Verlust eines geliebten Menschen mehr Zeit und individuellere Formen des Gedenkens eingeräumt“, so Dobretsberger.

Er erläutert Details: „Das Realisieren und Verarbeiten der Trauer braucht Zeit. Insofern ist es sehr zu begrüßen, dass Verstorbene erstmals auch ohne Genehmigung die ersten 24 Stunden zu Hause verbleiben können, um auch weiter entfernt wohnenden Angehörigen einen Abschied in gewohnter Umgebung zu ermöglichen. Die Verlängerung der Frist bis zur Bestattung auf zehn Tage ist darüber hinaus eine sinnvolle Ergänzung. Trauerfeiern sind heute weit individueller ausgestaltet als noch vor 50 Jahren, daher benötigt es auch mehr Zeit für die Planung, und auch die Trauergäste haben so mehr Zeit, sich den Besuch der Trauerfeier einzurichten.“

Zur mit der Novelle ermöglichten Teilentnahme von Asche sagt er, dass damit eine gute Balance gefunden werden könne zwischen einem Gedenkort am Friedhof, in dem die Urne beigesetzt wird, und einem besonderen Erinnerungsgegenstand. „Diese Form hat insbesondere den Charme, dass es keiner Bewilligung durch die Gemeinde bedarf, sondern der Bestatter des Vertrauens die Asche entnehmen kann.“

Totenbeschau in vielen Gemeinden ein Problem

Mit der Vereinfachung der Regelung zum Abtransport einer Leiche in die Leichenhalle vor erfolgter Totenbeschau werde zudem einem Problem Rechnung getragen, so Dobretsberger: Jenem, dass es immer weniger Totenbeschauärzte gebe. „Damit sollen Situationen vermieden werden, dass Angehörige bis zu 24 Stunden auf die Totenbeschau warten müssen.“

Noch mehr Klarheit brauche es aber bei der künftig möglichen Beisetzung von Urnen in Gewässern, auch das Verstreuen der Asche werfe Fragen auf „Wie damit umzugehen ist, wird man sich in Zukunft noch sehr genau überlegen müssen.“


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redo Antworten
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21.04.2024 12:00

Bestattungsgesetz OÖ

Seit 1961 nicht verändert....spricht schon für sich ! Jetzt den gesellschaftlichen Veränderungen angepasst...Mitnichten, ihr habt alles versäumt was eine wirkliche Reform ausmacht! Ihr müsst gewusst haben, wie sich zB. das Burgenland von der Einmischung in private, pietätvolle Angelegenheit der Familie bezüglich eines Todesfalls seit 2019 zuück zieht, und trotzdem ein Sammelsurium an dummen Bestimmungen wie ein kleines bisschen Asche darf man entnehmen, das andere am Friedhof bestatten.... Ausgestreut darf weiterhin nur auf einem Friedhof werden, damit die Einkünfte der Bestatter NICHT STAGNIEREN....GIBT ES EINEN EINZIGEN GRUND WARUM ICH DIE ASCHE NICHT AUF MEINEM GRUND AUSSTREUEN KANN??! DIE ASCHE IST VÖLLIG VON ALLEN RÜCKSTÄNDEN BEFREIT, VÖLLIG REIN! IHR HABT DIE CHANCE EINER WIRKLICHEN ÄNDERUNG VERTAN! SCHADE UM DIE ZEIT IM OÖ LANDTAG! DIE WIRTSCHAFTSKAMMER UND DER INNUNGSMEISTER DÜRFEN SICH FREUEN, ABER IHR SOLLTET DOCH EINE VERÄNDERUNG FÜR VERSTORBENE UND HINTERBLIEBENE HERBEIFÜHREN.....?!!! Gordon Kelz