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Arbeitslosenquote in Oberösterreich bei 4,8 Prozent

Tips LogoKarin Seyringer, 02.09.2024 14:12

OÖ. Die Arbeitslosenquote in Oberösterreich liegt mit August 2024 bei 4,8 Prozent, das ist ein Plus von 0,7 Prozentpunkten im Vergleich zum August des Vorjahres. Oberösterreich ist laut AMS Oberösterreich nach wie vor am stärksten von der Stagnation der Wirtschaft betroffen. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit erfasst mittlerweile alle Ausbildungsniveaus. Die Vormerkdauer sei stabil.

 (Foto: Agata Kadar/stock.adobe.com)
(Foto: Agata Kadar/stock.adobe.com)

„Die angekündigten vermehrten Freistellungen der Unternehmen betreffen mittlerweile alle Ausbildungsniveaus. Dies führt einerseits zu einem leichten Rückgang der Beschäftigung, allerdings auch zu einem erhöhten Austauschprozess innerhalb der Beschäftigten. Die Differenz zwischen Zugängen und Abgängen von Arbeitsuchenden zeigt, dass konsequente Vermittlungsarbeit trotz massiver wirtschaftlicher Verwerfungen Wirkung zeigt. Es gelingt Fokusgruppen wie junge Erwachsene trotz schwieriger Situation am Arbeitsmarkt mit mehr Ressourceneinsatz zu integrieren. Solche Schwerpunktsetzungen werden wir ab September auch bei Langzeitbeschäftigungslosen zur Anwendung bringen“, fasst Iris Schmidt, Landesgeschäftsführerin des AMS OÖ zusammen.

4,8 Prozent Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote betrug in Oberösterreich im August 4,8 Prozent (Österreichschnitt: 6,7 Prozent) und lag damit um 0,7 Prozentpunkte über dem Niveau des Vorjahres. 35.531 Personen waren im August 2024 beim AMS OÖ als arbeitslos gemeldet, ein Plus von 5.197 oder 7,1 Prozent.

Die Zahl der Beschäftigten lag bei 702.000 Personen (minus 3.595 bzw. 0,5 Prozent weniger als im Vorjahr).

In Schulungen befinden sich 8.827 Personen (plus 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Deutlicher Anstieg bei über 55-Jährigen

Die Arbeitslosigkeit stieg bei den Frauen (plus 13,9 Prozent) in etwas schwächerem Ausmaß als bei den Männern (plus 20,4 Prozent). Nach Alter ist bei Jüngeren (unter 25 Jahre) ein geringerer Anstieg (plus 5,8 Prozent) als bei Personen über 55 Jahre zu verzeichnen, mit einem deutlichen Plus von 17,4 Prozent.

Knapp 22.000 offene Stellen

Ende August standen beim AMS OÖ 21.939 offene Stellen zur Verfügung, um 6.571 bzw. 23 Prozent weniger als im Vorjahr. Zudem waren 1.492 sofort verfügbare Lehrstellen (minus 28,7 Prozent) und 916 sofort verfügbare Lehrstellensuchende (plus 13,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr) gemeldet.

Stelzer/Achleitner: Oberösterreich setzt weiter auf Qualifizierung

„Die Eintrübung der wirtschaftlichen Entwicklung wirkt sich immer stärker auch auf Oberösterreich aus. Dies vor allem deswegen, weil unser Bundesland Standort vieler international tätiger Unternehmen ist, die derzeit in einem besonders schwierigen Marktumfeld agieren. Mit aktuell 35.531 Arbeitssuchenden liegt Oberösterreich zwar nach wie vor deutlich unter dem Wert des Jänners 2024 mit 43.420 Arbeitssuchenden und auch die Arbeitslosenrate ist in unserem Bundesland mit 4,8 Prozent klar unter dem Bundesschnitt“, kommentieren Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner, beide ÖVP, die neuen Zahlen.

Oberösterreich setze weiterhin auf eine aktive Arbeitsmarktpolitik mit klarem Fokus auf Qualifizierung. „Gerade in herausfordernden Zeiten wird Aus- und Weiterbildung noch wichtiger. Im Rahmen unseres neuen ‚Standortprogramm für Arbeit in Oberösterreich – upperWORK‘ werden heuer 367,15 Millionen Euro in Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen in Oberösterreich investiert. Rund 123.000 Menschen in Oberösterreich würden in diesem Jahr von den upperWORK-Maßnahmen profitieren.

SPÖ fordert rasche Energiepreiskompensation

SPÖ OÖ-Vorsitzender Landesrat Michael Lindner sieht angesichts „alarmierender Arbeitslosenzahlen“ „die dramatischen Folgen der verfehlten Industrie- und Wirtschaftspolitik von ÖVP und Grünen im Bund sowie von ÖVP und FPÖ auf Landesebene.“ Gefordert werden daher Maßnahmen zur Bekämpfung der Teuerung und zur Stabilisierung der Energiepreise, darunter einen Mietpreisstopp und Energiepreiskompensation. „Ohne diese Maßnahmen droht uns ein noch tieferer Einbruch am Arbeitsmarkt“, so Lindner.

Grüne: „Nichts zu beschönigen“

„Der Sinkflug setzt sich fort, da gibt’s rein gar nichts zu beschönigen“, kommentiert die Arbeitsmarktsprecherin der oö. Grünen Ulrike Schwarz. „Bei den deutlichen Zuwächsen bei den Arbeitslosen ab 50 Jahren und den Langzeitarbeitslosen müssen alle Alarmglocken angehen. Vor allem bei der verantwortlichen Politik. Beschönigen und über offene Stellen zu reden, hilft nicht weiter und vor allem nicht den Betroffenen. Natürlich ist auf Qualifizierung zu setzen, noch viel stärker als bisher. Aber es ist auch zu prüfen, ob alle Instrumente so effektiv sind, wie nötig.“ Aus-, Um- und Weiterbildungsmaßnahmen müssten aus Sicht der Grünen evaluiert, Schwächen beseitigt und Maßnahmen treffsicherer gestaltet werden.


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