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OÖ/LINZ/KEFERMARKT. SPÖ-Landesparteivorsitzender, Landesrat Michael Lindner, hat am Samstag seinen Rückzug aus der Politik bekannt gegeben. Er wolle stärker für seine Familie und besonders seine beiden Söhne da sein. Seine Parteikollegen zollen ihm Respekt, Landeshauptmann Thomas Stelzer zeigt sich in einer ersten Reaktion überrascht.

SPÖ-Landesparteivorsitzender Michael Lindner gab am Samstag seinen Rückzug aus der Politik bekannt. (Foto: TEAM FOTOKERSCHI / KERSCHBAUMMAYR)

„Michael Lindners Entschluss, mehr Zeit für seine Familie haben und dafür mit der Politik aufhören zu wollen, ist weit mehr als eine persönliche Entscheidung, die ich respektvoll anerkenne. Es ist ein Signal dafür, wie wichtig es ist, Verantwortung in der Familie gemeinsam zu tragen und gerecht aufzuteilen“, so Nationalratsabgeordnete und stellvertretende Landesparteivorsitzende Eva-Maria Holzleitner.

Der stellvertretende Landesparteivorsitzende, Arbeiterkammer OÖ-Präsident Andreas Stangl: „Die persönliche Entscheidung von SPÖ OÖ-Vorsitzenden Michael Lindner ist zu akzeptieren. Die SPÖ OÖ ist personell und finanziell stabil aufgestellt. Wir haben mehr als zweieinhalb Jahre Zeit, die erfolgreiche Arbeit fortzusetzen.“ Er stehe hinter dem Vorschlag aller stellvertretenden Landesvorsitzenden, Bundesminister a.d. Alois Stöger als geschäftsführenden Vorsitz dem SPÖ OÖ-Präsidium und Landesparteivorstand am Montag vorzuschlagen.

Lindner habe viel positive Aufbauarbeit in der Landespartei und im Regierungsressort geleistet, so Klubvorsitzende Sabine Engleitner-Neu. „Dafür danke ich ihm persönlich und im Namen der Sozialdemokratie. Er hat bei seiner politischen Arbeit immer die positiven Werte für das Miteinander gelebt. Das zeichnet ihn als Mensch aus. Und zusätzlich zeichnet ihn menschlich seine heutige Entscheidung für die Familie aus.“

„Michael Lindners Rücktritt ist ein Moment, der uns innehalten lässt – mit Dankbarkeit. Die Frage, wie sich Politik und Familie vereinbaren lässt, beschäftigt viele von uns, Michael hat in den vergangenen Jahren nicht nur die Politik in Oberösterreich, sondern auch die der SPÖ positiv geprägt. Seine Fähigkeit, Brücken zu bauen – nicht zuletzt zwischen Stadt und Land – und die Partei in Oberösterreich zusammenzuführen, wird hoffentlich prägenden Eindruck hinterlassen“, so der Steyrer Bürgermeister Markus Vogl.

Stelzer zeigt sich überrascht

„Die Nachricht vom Rücktritt Michael Lindners hat mich überrascht, aber es gilt natürlich, die persönliche Entscheidung zu respektieren. Ich bedanke mich für die Zusammenarbeit, sie war nicht immer einfach, aber konstruktiv und ergebnisorientiert. Für die Zukunft wünsche ich Michael Lindner alles Gute“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) in einer ersten Reaktion. Er sei zuversichtlich, dass auch mit seiner Nachfolge eine Kooperation gut funktioniere.

Kaineder: „Entscheidung verdient Anerkennung“

„Der von Landesrat Michael Lindner verkündete Rückzug aus der Politik kommt für mich überraschend“, reagiert auch der Grüne Landessprecher Stefan Kaineder. „Ich kann die Begründung jedoch sehr gut nachvollziehen. In der Spitzenpolitik zu arbeiten, ist tatsächlich eine große Herausforderung für Familien. Hier die richtige Balance zu finden, ist nicht einfach. Die Verantwortung in der Politik kann belastend sein und die Entscheidung, der Familie mehr Zeit zu widmen, verdient daher Anerkennung.“

Raml: SPÖ „durchzogen von personellen Ausfällen“

Der Linzer FPÖ-Stadtrat Michael Raml zeigt ebenfalls Verständnis für Lindners Schritt und wünsche Lindner „persönlich alles Gute“. Politik sei ein extrem erfüllendes, aber auch sehr anstrengendes Berufsumfeld. „Bei aller Rücksichtnahme auf Lindners private Entscheidung darf man dennoch nicht vergessen, dass die SPÖ gerade in der Landeshauptstadt Linz und offensichtlich auch im gesamten Bundesland durchzogen ist von personellen Ausfällen“, so Raml weiter. Das führe leider auch zu Unplanbarkeit und nicht strukturierten Abläufen.


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