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Gut, gesund und gerne bis zur Regelpension arbeiten: Netzwerk "wage" feiert 20-jähriges Bestehen

Tips LogoKarin Seyringer, 15.11.2024 15:41

OÖ/LINZ. Schon vor 20 Jahren wurde in Oberösterreich das wage-Netzwerk gegründet, um den Themen „Arbeit und Alter“ sowie „Arbeitsfähigkeit“ proaktiv zu begegnen. Zahlreiche Unternehmen und Systempartner arbeiten dabei zusammen. Am Donnerstag fand im Wifi in Linz ein Vernetzungstreffen stand.

Beim wage-Treffen im Wifi Linz, v. l.: Markus Litzlbauer (Stv. Landesgeschäftsführer AMS OÖ), AK OÖ-Präsident Andreas Stangl, Brigitte Deu (Landesstellenleiterin Sozialministeriumservice OÖ), Landesrat Markus Achleitner, Maria Lesterl (Direktorin AUVA-Landesstelle Linz), WKOÖ-Vizepräsident Clemens Malina-Altzinger, Claus Jungkunz (Koordinierungsstelle Arbeit Inklusiv, wage-Netzwerk) und Albert Maringer, Vorsitzender des ÖGK-Landesstellenausschusses OÖ. (Foto: Land OÖ / Denise Stinglmayr)

Unter dem Titel „Das Kapital von morgen! Damit Know-How nicht in Pension geht.“ fand die Veranstaltung statt. Mit dabei waren Vertreter aller Partner des Netzwerks: Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner, Arbeiterkammer OÖ-Präsident Andreas Stangl, WKOÖ-Vizepräsident Clemens Malina-Altzinger, der Stv. Landesgeschäftsführer des AMS OÖ Markus Litzlbauer, die Direktorin der AUVA-Landesstelle Linz Maria Lesterl, Manfred Luger, Leiter Human Capital Management Business Upper Austria, Martin Rupprecht, Personaldirektor der OÖ Gesundheitsholding, die Landesstellenleiterin des Sozialministeriumservice OÖ Brigitte Deu sowie Claus Jungkunz von der Koordinierungsstelle Arbeit Inklusiv und wage-Netzwerk.

Dabei wurden auch Good-Practice-Beispiele aus der wage-Werkstatt vorgestellt, darunter Projekte in Zusammenarbeit mit den Unternehmen Silhouette, Resch & Frisch und dem Klinikum Bad Hall.

„meet & match“

Ein solches Projekt behandelt laut Claus Jungkunz, Koordinierungsstelle Arbeit Inklusiv, wage-Netzwerk, zum Beispiel das Thema „Neue Wege im Recruiting“, mit dem Tool „meet & match“, wo man sich auf Basis von Interesse und Motivation erst kennenlernt, im Anschluss ein konkretes Jobdesign entstehe. Hier seien schon sehr gute Erfahrungen am Klinikum Bad Hall und beim Unternehmen Resch & Frisch gemacht und auch schon Beschäftigungsverhältnisse dadurch gestartet worden.

In der Firma Silhouette wurden unter dem Motto „Retention ist das neue Recruiting“ gezielt Personen 50plus zum Thema Workability, ihrer Arbeitsfähigkeit interviewt und dazu befragt, was sie brauchen, damit sie gut, gerne und gesund, am besten bis zum Regelpensionsalter, beschäftigt sein können und wollen.

Achleitner: Doppelte Entwicklung am Arbeitsmarkt

Zur generellen aktuellen Situation am Arbeitsmarkt verwies Landesrat Achleitner auf eine „doppelte und eigentlich gegenläufige“ Entwicklung: „Wir haben kurzfristig eine konjunkturelle Schwächephase und Sorgen am Arbeitsmarkt, die sich leider auch noch verschärfen werden. Aber mittelfristig haben wir das genau gegenteilige Phänomen: einen Arbeitskräftebedarf, der noch viel mehr fordert“, so Achleitner.

Er verweist darauf, dass in den letzten 15 Jahren in Oberösterreich die Zahl der Menschen in Arbeit von 600.000 auf 700.000 gestiegen ist. Bis zum Jahr 2030 würden 83.000 fehlen, bis 2040 151.000. „100 gehen in Pension, nur 60 folgen nach.“

Neben kurzfristigen Maßnahmen in der aktuellen Situation brauche es also strukturelle Maßnahmen, da alle Arbeitskräftepotenziale ausgeschöpft werden müssten. „Es muss insgesamt attraktiver werden, länger zu arbeiten. Es muss attraktiver werden, dass man bis zum gesetzlichen Pensionsantrittsalter arbeiten kann. Es geht um Gesundheit, um Prävention.“ Es gehe zudem um jene, die auch nach dem regulären Pensionsantrittsalter weiterarbeiten möchten.

Das wage-Netzwerk sei ein wunderbares Tool, um Ideen und Konzepte zu Entwickeln, wie auf gesetzlicher Ebene oder beim Steuersystem damit umgegangen werden könnte.

„Geht darum, gesund in Regelpension zu gehen“

Es gehe darum, gesund in die Pension zu gehen, um die richtigen Arbeitsbedingungen und Prävention. 30 Prozent aller, die in die Pension gehen, müssten das aus der Arbeitslosigkeit oder Krankheit heraus machen, veranschaulicht Arbeiterkammer OÖ-Präsident Andreas Stangl. Darum sei Prävention so wichtig. Schon vor 20 Jahren habe die Arbeiterkammer auf kommende Veränderungen am Arbeitsmarkt hingewiesen und neue Konzepte zum altersgerechten Arbeiten, zur Gesundheitsförderung und zur Erhaltung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit im Alter vorgestellt. Altersdiskriminierung müsse der Kampf angesagt werden. „Das Zusammenspiel der Generationen ist gefragt und nicht das gegenseitige Ausspielen. Insgesamt müssen ältere Mitarbeiter wieder viel stärker in Aus- und Weiterbildungsprogramme eingebunden werden“, ist Stangl überzeugt.

Er wie auch WKOÖ-Vizepräsident Clemens Malina-Altzinger verweisen auch darauf, dass Langzeitarbeitslosigkeit reduziert werden müsse.

Es seien viele Bausteine, an der das wage-Netzwerk arbeite damit es gelinge bis zum Regelpensionsalter „gut, gesund und arbeitsfreudig“ zu arbeiten. „Das hat auch eine volkswirtschaftliche Dimension, auch in Richtung Pensionssystem. Wenn zehn in Pension gehen und nur sechs nachkommen, dann ist die Waage aus dem Lot“, so Malina-Altzinger. Um gesund bis zum Regelpensionsalter zu arbeiten, brauch es die richtigen Anreize im System, „auch im Pensionssystem.“

„WinningAGE“: Zum wage-Netzwerk

Das wage-Netzwerk ist ein Zusammenschluss aus über 90 Unternehmen und Systempartnern zum Thema „Arbeit und Alter“ und „Arbeitsfähigkeit erhalten“ in OÖ. Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, AMS, ÖGK, AUVA, Gesundheitsholding, Business Upper Austria, WIFI und Sozialministeriumservice sind mit dabei.

Das Netzwerk greift praxisrelevante Fragestellungen auf und erarbeitet gemeinsam Lösungen und Zukunftsperspektiven. Ziel: wettbewerbsfähig zu bleiben und der demografischen Entwicklung proaktiv zu begegnen: Motto des Netzwerks ist „Älter werden. Zukunft haben!“ Wage steht für „WinningAGE“.

Mehr Infos gibt’s auf www.wage.at

 


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